Denkmalschutz

Denkmalschutz

Fachleute schätzen, dass es in Deutschland rund 1,3 Millionen Kulturdenkmäler und darunter 46 UNESCO-Welterbestätten gibt: von Einzeldenkmälern bis zu ganzen historischen Stadtkernen. Ein Drittel davon gilt als gefährdet oder dringend sanierungsbedürftig. Neben Ländern und Gemeinden hilft auch der Bund, dieses kulturelle Erbe zu erhalten.

Denkmalschutz und Denkmalpflege sind zwar in erster Linie Aufgaben der Länder, der Erhalt wichtiger nationaler Kulturdenkmäler ist aber von je her auch ein Schwerpunkt der Kulturpolitik des Bundes.

Durch verschiedene Programme, für die der Bund beträchtliche Mittel einsetzt, fördert die Kulturstaatsministerin die Rettung und Sanierung gefährdeter Baudenkmäler.

Denkmalpflegeprogramm "National wertvolle Kulturdenkmäler"

Eine wichtige Säule der Denkmalförderung ist das Denkmalpflegeprogramm "National wertvolle Kulturdenkmäler". Es wurde ins Leben gerufen, um die Erhaltung von Baudenkmälern, Bodendenkmälern sowie historischen Parks und Gärten zu unterstützen, denen insbesondere aufgrund architektonischer, historischer oder wissenschaftlicher Leistungen eine herausragende Bedeutung zukommt. Von 1950 bis 2020 konnten mit Mitteln aus diesem Programm über 700 Kulturdenkmäler mit rund 387 Millionen Euro erhalten und restauriert werden.

Denkmalschutz-Sonderprogramme - Förderung auch kleinerer Denkmalschutzprojekte

Im Rahmen von inzwischen neun Denkmalschutz-Sonderprogrammen hat die Kulturstaatsministerin zwischen 2007 und 2020 insgesamt rund 310 Millionen Euro investiert, mit denen der Bund dringende Sanierungsarbeiten an fast 2000 kulturell bedeutsamen Denkmälern und historischen Orgeln in ganz Deutschland ermöglichen konnte. Darüber hinaus hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages bereits seinen Willen bekundet, im Jahr 2021 weitere 20 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen und so die Sanierung von etwa 100 zusätzlichen Denkmälern zu ermöglichen.

Die Maßnahmen erstrecken sich über das gesamte Bundesgebiet und leisten damit einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft. Auch die Sanierung und Modernisierung von Orgeln kann aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm gefördert werden.

Diese zusätzlichen Bundesmittel, die durch Kofinanzierung in mindestens gleicher Höhe von Ländern, Kommunen, Eigentümern und engagierten Projektträgern ergänzt werden, kommen vor allem kleinen und mittelständischen Bau- und Handwerksbetrieben zugute.

Zu den zuletzt für eine Förderung vorgesehenen Projekten gehören zum Beispiel der Seenotrettungskreuzer „Bremen“, das Brauhaus des ehemaligen Zisterzienserklosters Himmelpfort in Fürstenberg, der Wasserturm in Krempe und die Orgel der Stadtkirche St. Laurentius in Pegau.

Sonderinvestitionsprogramm für besondere Maßnahmen

2007 hat der Bund ein 400 Millionen Euro umfassendes Sonderinvestitionsprogramm zum Erhalt des kulturellen Erbes aufgelegt – das größte Denkmalschutzprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik, aus dem bis heute wichtige Sanierungen finanziert werden.

Zugute kommt es zum Beispiel der Klassik Stiftung Weimar sowie der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin und Potsdam, die dadurch dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen vornehmen können. Oder der Berliner Staatsoper Unter den Linden, deren Restaurierung durch diese Mittel ermöglicht wird.

Sondermittel für Einzelvorhaben

Deutschland mit seinen vielen bedeutenden Kulturdenkmälern muss in großem Umfang investieren, um dieses reiche Erbe zu erhalten. Die BKM unterstützt daher auch außerhalb der Förderprogramme einzelne besonders bedeutsame Sanierungsvorhaben in Deutschland, sofern sie hierfür zusätzliche Mittel vom Deutschen Bundestag erhält, so zum Beispiel für das Mahnmal St. Nikolai in Hamburg oder die Abtei St. Bonifaz in München.

Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz

Die Geschäftsstelle des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz (DNK) ist organisatorisch bei der Kulturstaatsministerin angesiedelt. Sie betreut unter anderem die Veranstaltungen des DNK und ist für seine Publikationen zuständig.

Das Nationalkomitee bildet auf Bundesebene eine Klammer um die föderal strukturierte Denkmalpflege und ist eine Schnittstelle zwischen Regierungen, Verwaltung und Fachebene. Es beeinflusst als fachliches und politisches Gremium maßgeblich die Denkmalpolitik in Deutschland. Eine der Kernaufgaben des Komitees ist es, die Ziele und Aufgaben von Denkmalschutz und Denkmalpflege in der Öffentlichkeit zu vermitteln.

Das DNK deckt mit rund 200 Aktiven aus Bundes- und Landespolitik, Kirchen, Verwaltung, kommunalen Spitzenverbänden, Hochschullehrern, Handwerk, Medien ein gesellschaftlich breites Spektrum ab. Ihm gehören neben Fachleuten auch Vertreter aller gesellschaftlich relevanten Kräfte an, die sich in Deutschland mit Denkmalpflege befassen. Zu den Arbeitsinstrumenten des Komitees zählen politische Empfehlungen und Arbeitshilfen, intensive Pressearbeit, Tagungen und Veröffentlichungen sowie die Verleihung des Deutschen Preises für Denkmalschutz.

Deutscher Preis für Denkmalschutz

Deutscher Preis für Denkmalschutz

Foto: Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz


Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 22.06.2020.