Modellprojekte Kulturelle Bildung

Die Kulturstaatsministerin fördert modellhafte Projekte, mit denen Kultureinrichtungen die Diversität bei Personal, Programm und Publikum sowie die kulturelle Vermittlung und Bildung weiter stärken. Ziel ist es, künftig mehr Menschen zu erreichen, die bisher kaum oder gar keine kulturellen Angebote nutzen.

Damit setzt die Staatsministerin für Kultur und Medien die im Koalitionsvertrag verankerten Ziele um: "Die vom Bund geförderten Kultureinrichtungen sollen das Ziel umfassender kultureller Teilhabe als Kern- und Querschnittsaufgabe in der Organisationsstruktur verankern und nach Möglichkeit in den Bereichen Gremien und Personal, Ansprache des Publikums, Programmgestaltung und Zugänglichkeit ihrer Angebote berücksichtigen."

Kultureinrichtungen und Gedenkstätten sollen somit mehr denn je auch Bildungs- und Vermittlungseinrichtungen sein. Gefragt sind daher neue Ideen, um vor allem Menschen anzusprechen, die bislang nicht zum traditionellen Publikum der Kultureinrichtungen gehören. Das betrifft Kinder und Jugendliche ebenso wie Erwachsene und Senioren - und zwar ganz unabhängig davon, ob sie auf eine Zuwanderergeschichte zurückblicken oder nicht.

Für solche Modellprojekte der kulturellen Bildung stellt die Kulturstaatsministerin 2019 rund 2,7 Millionen Euro zur Verfügung.

Modellprojekte bundesgeförderter Einrichtungen

Mit "360° - Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft" unterstützt die Kulturstiftung des Bundes (KSB) Kulturinstitutionen dabei, die kulturelle Vielfalt in ihren Häusern hinsichtlich Personal, Programm und Publikum zu stärken. Die KSB stellt für das Programm bis 2024 21 Millionen Euro zur Verfügung.

Im Projekt Multaka der Staatlichen Museen zu Berlin  machen syrische und irakische Flüchtlinge nach entsprechender Schulung Führungen in den beteiligten Museen in ihrer Landessprache. Initiator ist die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit dem Museum für Islamische Kunst in Zusammenarbeit mit dem Vorderasiatischen Museum, der Skulpturensammlung, dem Museum für Byzantinische Kunst sowie dem Deutschen Historischen Museum.

Das Deutsche Historische Museum heißt Flüchtlinge herzlich willkommen - mit freiem Eintritt und speziell entwickelten Führungsprogrammen in deutscher, englischer und französischer Sprache. Flüchtlinge können dabei Geschichte und Kultur ihrer neuen Heimat kennen lernen.

Die Deutsche Welle (DW) hat für Asylsuchende ein Multimedia-Angebot in mehreren Sprachen eingerichtet. Die Informationen erleichtern den Neuankömmlingen die ersten Schritte in Deutschland und bieten einen direkten Zugang zu den Deutschkursen der DW

Unter dem Titel "Willkommen in Deutschland: Musik macht Heimat" baut das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) ein Informationsangebot auf, das über ausgewählte Projekte und Initiativen zum Thema Musik und Flüchtlinge informiert. Die ersten rund 70 Projekte werden nun in einem neuen Fokus des MIZ vorgestellt.

Die Deutsche Nationalbibliothek unterstützt "Chance for Science", eine Plattform die geflüchteten Wissenschaftlern den Austausch mit deutschen Forschungseinrichtungen sowie in Deutschland lebenden Akademikern und Studenten ermöglicht. Das Projekt fördert dadurch die Integration geflüchteter Akademiker in die deutsche Wissenschaftslandschaft und soll den beruflichen Einstieg erleichtern.

Im Überblick:

Geförderte Modellprojekte der Kulturellen Vermittlung PDF, 121 KB, nicht barrierefrei

Projektförderungen der Bundeskulturfonds

Der Fonds Soziokultur fördert modellhafte Projekte zur Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft. Dazu gehören vor allem Projekte mit niedrigschwelligen Kulturangeboten, die den Neuankömmlingen die Möglichkeit bieten, sich aktiv am kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Ziel ist es, die Vielfalt der Kulturen neu zu entdecken, um so die Chancen zur kulturellen und gesellschaftlichen Teilhabe zu verbessern.

Die Stiftung Kunstfonds fördert künstlerische Kooperationen, Projekte und Ausstellungen mit dem Schwerpunkt von und mit bildenden Künstlerinnen und Künstlern aus Flüchtlingsländern. Bewerben können sich Künstler- und Kunstvereine, Städte, Gemeinden, Landkreise, Museen, Kunstschulen, Künstlerinitiativen und Kulturorganisationen aus dem gesamten Bundesgebiet.

Der Fonds Darstellende Künste fördert das Programm "HOMEBASE - Theater für die kommende Gesellschaft": Dieser eröffnet Künstlerinnen und Künstlern bundesweit Unterstützung für Theaterprojekte zu Migration und Integration.

Kulturstaatsministerin übernimmt Schirmherrschaften

Kulturstaatsministerin Monika Grütters ist Schirmherrin der Aktion des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Bücher sagen Willkommen. Dabei geht es um die Einrichtung von Lern- und Leseecken in Flüchtlingsunterkünften.

Die Staatsministerin ist außerdem Schirmherrin der Tagung "Chormusikkultur und Migrationsgesellschaft".

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 25.04.2019.

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