Kultur für alle

Kultur für alle

Die Teilhabe möglichst vieler Menschen an Kunst und Kultur ist ein grundlegender Baustein für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und ein Integrationsmotor einer Einwanderungsgesellschaft. Um vor allem Menschen zu erreichen, die bislang wenig oder selten Museen, Bibliotheken oder Theater besuchen, fördert der Bund die kulturelle Bildungsarbeit unterschiedlicher Initiativen, Netzwerke und Einrichtungen.

Franckesche Stiftung in Halle

Im Krokoseum der Franckeschen Stiftung: Kind übt mit Gänsefedern die Deutsche Kurrentschrift

Foto: Burkhard Peter

Mit dem Ausbau und der Pflege von Netzwerken zur kulturellen Bildung und Vermittlung sowie gezielter Projektförderungen unterstützt die Kulturstaatsministerin zahlreiche Einrichtungen, die regelmäßig spezielle Programme zur Vermittlung von Kunst und Kultur für die breite Öffentlichkeit anbieten. Initiativen wie der "On.Tour"- Bus des Jüdischen Museums oder das Kinderkreativzentrum "Krokoseum" in den Franckeschen Stiftungen in Halle leisten hier zum Beispiel vorbildliche Arbeit. Ebenso unterstützt die Staatsministerin das Netzwerk für Film- und Medienkompetenz "Vision Kino" oder das bundesweiten Dialog- und Fachforum "Netzwerk Kultur und Inklusion".

Zeitgemäße Vermittlungsarbeit in Kultureinrichtungen

Dabei geht es darum, vor allem Menschen für kulturelle Angebote zu begeistern, die aus welchen Gründen auch immer bisher nur selten oder auch gar nicht davon Gebrauch machen. Menschen jeden Alters, im ländlichen Raum oder in Metropolen, mit und ohne Zuwanderungsgeschichte oder körperlichen Einschränkungen: sie alle sollen regelmäßig Gelegenheit haben, sich in spannenden und attraktiven Vermittlungsangeboten mit Kunst und Kultur vertraut zu machen. Die Bundesregierung sieht darin einen wichtigen Beitrag, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Daher ist es der Kulturpolitik des Bundes ein ebenso wichtiges Anliegen, insbesondere die interkulturelle Integration beispielgebend in den vom Bund geförderten Kultureinrichtungen zu verankern - nach innen und nach außen. Sowohl in ihrer Gremien- und Personalbesetzung, als auch bei der Ansprache des Publikums, in der Programmgestaltung und bei der Zugänglichkeit ihrer Angebote soll sich die Vielfalt unserer Gesellschaft widerfinden.

Förderprogramm "Kulturelle Vermittlung und Integration"

Die Kulturstaatsministerin setzt sich deshalb unter anderem dafür ein, dass die vom Bund geförderten Kultureinrichtungen noch intensiver als bisher die kulturellen Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Migrationshintergrund berücksichtigen. Eine erfolgreiche Diversitätsentwicklung und Vermittlungsarbeit sollen als Kern- und Querschnittsaufgabe in der gesamten Organisationsstruktur mitgedacht werden und regelmäßig in den Aufsichtsgremien thematisiert werden.

Hierfür sind neue Ideen und Konzepte gefragt. Deshalb hat der Bund das bereits bestehende Förderprogramm "Kulturelle Vermittlung" kräftig ausgebaut und um den Schwerpunkt Integration erweitert. Besonders innovative Integrationsprojekte der bundesgeförderten Kultureinrichtungen können auf Antrag über das Förderprogramm "Kulturelle Vermittlung und Integration" mit jeweils bis zu 300.000 Euro über zwei bis vier Jahre gefördert werden. Ausführliche Informationen zur Antragsstellung und Beispiele für bereits geförderte Modellprojekte finden Sie hier.

Handlungsempfehlungen und Vor-Ort-Beratung

Anregungen dazu, wie Museen und andere Einrichtungen sich interkulturell öffnen, Migrationsgeschichte als Thema etablieren und ihre Angebote für eine vielfältige, diversifizierte Gesellschaft öffnen können, gibt der Deutsche Museumsbund in dem von der Kulturstaatsministerin finanzierten Leitfaden Museen, Migration und kulturelle Vielfalt. Handreichungen für die Museumsarbeit. In einem weitere Leitfaden informiert der Deutsche Museumsbund auch darüber, wie Barrierefreiheit und Inklusion umgesetzt werden können.

Die Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel e.V. bietet zudem eine individuelle Vor-Ort-Beratung durch externe Expertinnen und Experten in den jeweiligen Einrichtungen an, um sie bei der Entwicklung und Umsetzung einer zeitgemäßen Vermittlungsarbeit zu unterstützen. Nach einer eingehenden Bestandsaufnahme geben sie konkrete Handlungsempfehlungen, so dass sie möglichst viele Menschen mit ihren Angeboten erreichen und auf eine möglichst vielfältige Personalstruktur innerhalb der Institution hinzuwirken.

Netzwerk Kulturelle Bildung und Integration

Der Bund engagiert sich außerdem bei der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Integration, zum Beispiel durch die Förderung des Netzwerks Kulturelle Bildung und Integration der Stiftung Genshagen. Das Netzwerk setzt sich seit 2012 mit der Frage auseinander, worin die kunst- und kulturspezifischen Beiträge zur Integration liegen. Dabei versteht sich das Netzwerk als Austauschplattform, aber auch als informeller Think Tank.

Die jährlichen Netzwerktreffen finden in Schloss Genshagen statt - Sitz der gleichnamigen Stiftung, die von der Kulturstaatsministerin gefördert wird. Die Treffen dienen insbesondere dem Know-how-Transfer zwischen den Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen sowie Kunst- und Kulturinstitutionen und Migrantenorganisationen. Konzepte, Arbeitsansätze und pragmatischen Modelle der ressortübergreifenden Zusammenarbeit werden dort diskutiert.

Am 1. und 2. März 2018 fand unter dem Titel "Diversitätsentwicklung in Kunst- und Kulturinstitutionen" das letzte Treffen des Netzwerks in Genshagen statt.

Kompetenzverbund Kulturelle Integration und Wissenstransfer (KIWiT)

Die Fragen wie kulturelle Integration in Deutschland darüber hinaus noch stärker gefördert werden kann und welche Maßnahmen zur Weiterentwicklung von institutionellen Strukturen in dieser Hinsicht noch ergriffen werden können, stehen ebenfalls im Fokus des Kompetenzverbundes Kulturelle Integration und Wissenstransfer (KIWit). Er führt die Expertise zu kultureller Integration seitens der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel e.V., des Bundesverbands Netzwerke von Migrantenorganisationen (NeMO), des Hauses der Kulturen der Welt (HKW), des netzwerks junge ohren e.V. und der Stiftung Genshagen zusammen.

Die Verbundpartner betrachten Teilhabe an Kunst und Kultur als wichtigen Baustein einer Einwanderungsgesellschaft. Deshalb wollen sie diversitätsbewusstes Handeln von Einzelakteuren und Institutionen fördern. KIWit führt daher deutschlandweit in Kooperation mit weiteren Partnern Workshops, Fortbildungen und künstlerische Labors zu diesen Themen durch.

Das Onlineangebot "Kultur öffnet Welten" ist ein wichtiger Bestandteil von KIWit. Es gibt Aufschluss über die Aktivitäten des neuen Kompetenzverbundes und bietet Kulturschaffenden sowie Institutionen im Bereich kultureller Teilhabe eine Plattform zum Austausch.

Der KIWit wurde 2017 mit Unterstützung von Kulturstaatsministerin Grütters ins Leben gerufen. Koordiniert wird der Verbund von der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel e.V..

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 17.04.2018.

Beitrag teilen