Kultur und Integration

Inklusion in Kultur und Medien

Die Teilnahme am Kulturleben ist eine grundlegende Voraussetzung, um das gesellschaftliche Zusammenleben mit zu gestalten. Die Staatsministerin für Kultur und Medien setzt sich deshalb dafür ein, auch Menschen mit Beeinträchtigungen den Zugang zu Kunst und Kultur sowie die Entfaltung kreativer Talente zu erleichtern.

Sehberhinderte nehmen an einer Tastführung in der Bundeskunsthalle teil.

Tastführung zur Architektur der Bundeskunsthalle (Dachgarten)

Foto: : David Ertl © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2017. Mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.

Möglichst allen Menschen einen Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen, ist ein zentrales politisches Anliegen der Staatsministerin für Kultur und Medien. "Gesellschaftliche Teilhabe setzt kulturelle Teilhabe voraus", ist Monika Grütters überzeugt. "Dafür lohnt es sich, gemeinsam einzutreten – nicht nur im Sinne der Gleichberechtigung, sondern auch im Sinne der kulturellen Vielfalt."

Um die Inklusion von Menschen mit Behinderung noch gezielter unterstützen zu können, hat die Beauftragte für Kultur und Medien (BKM) die Fördergrundsätze für das Programm "Vermittlung und Integration" im vergangenen Jahr novelliert. Gefördert werden seitdem unter anderem auch neue strategische und methodische Ansätze im Bereich Inklusion ebenso wie der Transfer erfolgreicher Projekte in andere Einrichtungen und Sparten. Zudem unterstützt die BKM die von ihr institutionell geförderten Einrichtungen bei der Umsetzung des Behinderten-Gleichstellungsgesetzes (BBG).

Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Seit 2015 fördert die BKM das bundesweit angelegte Netzwerk Kultur und Inklusion an der Akademie Remscheid. Im Rahmen des Netzwerks werden Themenfelder diskutiert und weiterentwickelt, welche die praktische Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in künstlerischen und kulturellen Feldern aufgeworfen hat. Als Dialog- und Fachforum ermöglicht das Netzwerk den Austausch von Erfahrungen und Ansätzen aus Theorie und Praxis, Wissenschaft und Forschung, Verbändelandschaft und Politik. 

Mehr Angebote für Menschen mit Beeinträchtigungen

In dauerhaft von der BKM geförderten Einrichtungen sind Zuwendungen mit der Auflage verbunden, die Teilhabe auch von Menschen mit Beeinträchtigungen zu stärken.

Ein Beispiel ist hier die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, kurz Bundeskunsthalle. Sie wendet sich schon seit Jahren in Veranstaltungen und Führungen direkt an Menschen mit Beeinträchtigungen. Zudem erarbeitet sie im Rahmen des BKM-geförderten Projektes "Pilot Inklusion" und des Folgeprojektes "Verbund Inklusion" Möglichkeiten, wie Inklusion in Museen gelingen kann. Dabei kooperiert die Bundeskunsthalle mit sechs Partnermuseen verschiedenen Typs. Ziel ist es, Transfereffekte für die gesamte deutsche Museumslandschaft zu erzielen.

Auch im Haus Bastian, dem neuen Zentrum für Bildung und Vermittlung der Staatlichen Museen zu Berlin, ist Inklusion ein zentrales Thema. Im Rahmen des Projekts "Ausnahmen sind hier die Regel - Inklusive Bildungsarbeit auf der Museumsinsel", das von der BKM gefördert wird, entwickelt das Haus neue Ansätze für inklusive Bildungsarbeit. Dabei geht das Projekt der Fragestellung nach, welche kreativen und gestalterischen Potentiale inklusive Bildungsprozesse in Zusammenarbeit von Museen, Bildungseinrichtungen und Betroffenen-Verbänden eröffnen.

Die BKM hat auch das Modellprojekt „Kunst und Inklusion“ des EUCREA Verbands Kunst und Behinderung e.V. gefördert. Ziel war es, die Arbeits- und Ausbildungssituation von Künstlerinnen und Künstlern mit Behinderung und ihre Einbindung in den Kulturbetrieb zu verbessern. Daraus hervorgegangen ist das Strukturprogramm ARTplus. Die dort gesammelten Erfahrungen, aus denen Handlungsempfehlungen hervorgingen, machen deutlich, wie der Zugang von Künstlerinnen und Künstlern mit Beeinträchtigungen zu etablierten Kulturhäusern und Ausbildungsstätten verbessert und ein inklusiver Kulturbetrieb Wirklichkeit werden kann. Auf dem Programm „ ARTplus“ baut das von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Projekt "CONNECT – Kunst im Prozess auf", welches das dort entwickelte Modell auf andere Kultureinrichtungen übertragen soll.

Der Deutsche Kulturrat (DKR) hat 2018 die Beilage der Zeitschrift "Politik und Kultur" (PuK) zu Kultur und Inklusion herausgegeben. Sie bietet neben Beiträgen und Interviews einen Überblick zum Thema und einen Serviceteil für Kultureinrichtungen. Die barrierefreie Version kann hier PDF, 6 MB, barrierefrei heruntergeladen werden.

Inklusion bedeutet mehr als Barrierefreiheit

Auch im Bereich Film wurde einiges erreicht: Zum Beispiel ist die Förderung der Produktion eines Kinofilms durch BKM an die Herstellung einer barrierefreien Fassung gebunden. Auch Förderhilfen für Kinos und den Absatz von Filmen gibt es nur, wenn Menschen mit Beeinträchtigungen barrierefreie Fassungen zugänglich gemacht werden.

Die Filmförderungsanstalt (FFA) hat darüber hinaus einen ‚Round Table‘ eingerichtet, bei dem Vertreter von Verbänden der Menschen mit Behinderungen mit Kinobetreibern, Verleihern sowie Technikunternehmen neue Standards für barrierefreie Kinos definieren. Auch im Zuge der für 2022 geplanten Novellierung des Filmförderungsgesetzes sollen die Interessen von Menschen mit Behinderung noch stärkere Berücksichtigung finden.