Modernes Museum hinter barocken Fassaden

Humboldt Forum im Berliner Schloss Modernes Museum hinter barocken Fassaden

Die Neukonstruktion des Berliner Schlosses verbindet nicht nur Barock und Moderne, sondern auch alte mit neuen Stadträumen. Voller Gegensätze und neuer Perspektiven spiegelt sie damit den programmatischen Kern des Humboldt Forums.

Blick auf die Fassaden des Humboldt Forums

Eine Architektur voller Gegensätze: Barock trifft auf Moderne

Foto: Sebastian Bolesch

Nach einem internationalen Wettbewerb erhielt der Architekt Franco Stella 2008 den Zuschlag für seine Neuinterpretation des Berliner Schlosses. Laut Beschluss des Deutschen Bundestages vom 4. Juli 2002 waren nur der Wiederaufbau des Schlüterhofes und drei der historischen Außenfassaden vorgegeben. Die Gebäudeseite zur Spree hin durfte frei gestaltet werden.

Im neuen Humboldt Forum verbindet sich so das Historische architektonisch und inhaltlich mit der Gegenwart - Tradition trifft auf Moderne. Der Kontrast von barocker und zeitgenössischer Architektur spiegelt außerdem die wechselhafte Geschichte des Ortes im Gebäude selbst wieder.

Historischer Ort in der Mitte Berlins

An kaum einem anderen Ort in Berlin haben sich gesellschaftliche, städtebauliche, politische und kulturelle Entwicklungen so verdichtet wie am Berliner Schlossplatz. Von 1443 bis 1918 war das Schloss die Residenz der Hohenzollern im historischen Zentrum der Hauptstadt. Im 18. Jahrhundert wurde es nach Entwürfen des Architekten und Bildhauers Andreas Schlüter umgebaut. In der Weimarer Republik bereits als Museum genutzt, wurde es 1945 zerstört und die Ruine 1950 gesprengt. Ab 2013 erfolgte der Wiederaufbau.

Nun schließt das Humboldt Forum eine Lücke in der historischen und kulturellen Mitte Berlins. Zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor liegt es am Schlossplatz direkt an der Prachtallee Unter den Linden. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich Museumsinsel, Humboldt-Universität und Berliner Dom.

Neue Stadträume am Spreeufer

Mit den Außenflächen sind neue und offene Stadträume entstanden, die Berlinerinnen und Berliner und Touristen aus der ganzen Welt zum Verweilen einladen – entweder auf den begrünten Humboldt-Terrassen oder direkt am Spreeufer auf dem Spreebalkon.

Aber auch hinter den Fassaden öffnet sich das rekonstruierte Berliner Schloss dem Publikum. Ganz im Sinne des offenen und neugierigen Blicks der Namensgeber auf die Kulturen der Welt, sind die Höfe des Humboldt Forums Tag und Nacht öffentlich zugänglich. Der Schlüterhof, benannt nach dem Baumeister Andreas Schlüter, ist der zentrale Platz des Humboldt Forums. Die Passage verbindet als Fußgängerdurchgang den Lustgarten im Norden mit dem Schlossplatz im Süden.

Verschiedene Perspektiven auf Berlin und die Welt

So bietet das Humboldt Forum mit seinem kulturellen und wissenschaftlichen Programm nicht nur verschiedene Perspektiven auf die Kulturen der Welt, sondern auch neue architektonische Blickwinkel und städtebauliche Zugänge zu Berlins Mitte.

Der Beitrag wurde zuletzt am 14. Juli 2021 aktualisiert.