Ein Universalmuseum im 21. Jahrhundert

Idee und Konzept Ein Universalmuseum im 21. Jahrhundert

Die Welt als Ganzes verstehen – nicht weniger steckt hinter der Gründungsidee des Humboldt Forums. Namens- und Impulsgeber sind die Forscher Alexander und Wilhelm von Humboldt, das Herzstück bilden die außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin.

Konzeptpräsentation, v.l.n.r. Horst Bredekamp, Neil McGregor, Monikas Grütters, Hermann Parzinger

Kulturstaatsministerin Grütters mit den Gründungsintendanten Horst Bredekamp, Neil MacGregor und Hermann Parzinger bei der Präsentation des Konzepts für das Humboldt Forum im November 2016.

Foto: Bundesregierung/ Kugler

"Alles ist Wechselwirkung" - dieses Zitat von Alexander von Humboldt mag wohl die drei Gründungsintendanten Neil MacGregor, Hermann Parzinger und Horst Bredekamp zu ihrem Plan für das Humboldt Forum inspiriert haben. Dabei geht es um nichts Geringeres als die Verflechtung der Kulturen der Welt. 

Das Humboldt Forum ist ein Museum neuen Typs. Ein modernes Universalmuseum, ein Ort der Vernetzung, der Vermittlung und der Teilhabe. "Das Konzept verspricht ein Geschichts- und Kulturpanorama, das uns die Welt neu verstehen lässt", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters daher schon bei der Vorstellung der programmatischen Ausrichtung des Humboldt Forums im November 2016. 

Alexander und Wilhelm von Humboldt sind Inspirationsquelle

Dass Alexander und Wilhelm von Humboldt Namensgeber des Forums sind, ist kein Zufall. Die beiden Brüder stehen für die Idee der Aufklärung, die Annäherung der Völker und das Ideal eines kulturübergreifenden Dialogs. Ihre Neugier und ihre Fähigkeit, die Welt mit offenen Augen zu erkunden, ist daher Vermächtnis und Inspiration zugleich. 

Mit einem breitgefächerten Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm soll ab 2021 die Übertragung dieser Humboldt’schen Weltsicht in die Gegenwart gelingen. Dabei geht es um die großen Themen unserer Zeit: Geburt und Tod. Die Rolle der Religionen. Fragen der Migration. Und schließlich: Wie können wir als Weltgemeinschaft zusammenleben? 

Am Ende eines Besuches des Humboldt Forums soll die Erkenntnis stehen, dass "uns als Menschen viel mehr verbindet als trennt - bei allen kulturellen Unterschieden", sagte die Kulturstaatsministerin 2016.

Die außereuropäischen Sammlungen als Ausgangspunkt

Ausgangspunkt für das interdisziplinär und kooperativ angelegte Kunst- und Kulturprogramm sind die außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin. Daher sei auch die Überarbeitung einiger Sammlungsmodule mit Blick auf die kolonialen Kontexte der Sammlungsgeschichte wichtig. Nur mit Ehrlichkeit und Transparenz der eigenen Geschichte blieben Museen glaubwürdig, betonte Grütters damals. 

Diesen Anspruch wiederholte Grütters bei der Eröffnung des Humboldt Forums im Dezember 2020: "Für den Umgang mit Kulturgütern aus kolonialen Kontexten – für die Darstellung der Herkunftsgeschichten, für den Zugang zu den Objekten und für das Miteinander in der Aufarbeitung der Sammlungen – sollte das Humboldt Forum in Deutschland Maßstab und Vorbild sein." 

Die Welt als Ganzes verstehen

Neben den außereuropäischen Sammlungen wird auch die Geschichte des Ortes selbst im Humboldt Forum einen Platz finden. Wie die Stadt und ihre Menschen mit der Welt verbunden sind, zeigt ab Frühjahr 2021 die Ausstellung BERLIN GLOBAL. Einblicke in die Vielfalt und Relevanz von Wissenschaft und Kultur wird das Humboldt Lab geben. 

So wird es im Humboldt Forum möglich sein, Kunst, Kultur und Wissenschaft aus ganz verschiedenen Perspektiven zu erleben.