Modellprojekt museum4punkt0

Kultur für alle

In dem Bundesprojekt museum4punkt0 suchen verschiedene Museen und Kultureinrichtungen gemeinsam neue Wege, um ihre Objekte digital zum Leben zu erwecken. Kulturstaatsministerin Grütters hat in Berlin erste Ergebnisse vorgestellt: "Wir wollen in diesem Pilotprojekt gerade jene Menschen in den Fokus nehmen, die bislang wenig oder gar nicht am kulturellen Leben teilnehmen können", erklärte sie.

Kulturstaatsministerin Grütters hält ein Tablet in der Hand.

museum4punkt0: Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der Präsentation der ersten Projektergebnisse in Berlin.

Foto: Bundesregierung/Schacht

Mit dem Lunar Rover den Mond erkunden, auf Insektengröße geschrumpft in die Welt von Summern und Brummern eintauchen oder mit 360-Grad-Filmen das Brauchtum der Fastnacht erleben: das alles bietet der Museumsbesuch der Zukunft!

Möglich wird dies durch das Pilot- und Modellvorhaben museum4punkt0. In dem dreijährigen Verbundprojekt suchen die beteiligten Partner seit 2017 Antworten auf die Frage wie man den digitalen Wandel für Kultureinrichtungen nutzbar machen und somit auch bislang entfernte Zielgruppen erreichen kann. Erste Ergebnisse ihrer Arbeit stellten sie nun am Berliner Kulturforum vor. Zu sehen waren unter anderem Augmented-Reality-Führungen und virtuelle Museumstouren.

Kulturstaatsministerin Grütters trägt eine Virtual-Reality-Brille.

Ich bin dann mal weg: Die Kulturstaatsministerin taucht mit Virtual-Reality-Brille in die digitale Museumswelt ein.

Foto: Bundesregierung/Schacht

Das Bundesprojekt museum4punkt0 steht unter der Federführung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) mit ihren 15 Museen. Partner sind die Humboldt Forum Kultur GmbH, das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven, das Deutsche Museum München, die Fastnachtsmuseen Langenstein und Bad Dürrheim mit weiteren Museen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht sowie das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz.

Kulturelle Teilhabe durch digitale Wissensvermittlung

Der Bund fördert das Projekt aus dem Haushalt der Kulturstaatsministerin mit insgesamt 15 Millionen Euro, weil die Digitalisierung von Museen "neue Räume der Mitwirkung, des Austauschs und der Kommunikation mit ihren Besucherinnen und Besuchern eröffnet, die Kultur für alle möglich machen", betonte Kulturstaatsministerin Grütters bei der Präsentation. Dies entspricht, so Grütters weiter, dem Selbstverständnis Deutschlands als Kulturnation, aus dem die kulturelle Bildung als ein wesentlicher Arbeitsauftrag hervorgeht.

Die Ergebnisse, Erfahrungen und Prototypen verschiedener Anwendungen sollen später auch von anderen Museen genutzt werden können. In Zeiten eines sich rasant verändernden Medienverhaltens kann das Projekt Museen in ganz Deutschland dabei helfen, die Chancen der digitalen Welt zu nutzen, "um die realen Schätze und Objekte in ihren Beständen dem Publikum noch besser zu vermitteln", so Grütters. "Denn je mehr Museumsbesucher über einen Gegenstand und seinen Kontext wissen, umso beredter beginnt das Original zu sprechen, umso besser lässt es sich einordnen, verstehen und erfahren."

Chefsache Digitalisierung

Das museum4punkt0 ist Teil der Digitalisierungsstrategie des Bundes, mit der die Bundesregierung die Chancen des digitalen Wandels unter anderem zur kulturellen Teilhabe nutzen will. "Digitalisierung soll überall zur Chefsache werden", betonte die Staatsministerin.

Hierzu stimmt sich die Bundesregierung regelmäßig im neuen Kabinettausschuss Digitalisierung ab, diskutiert Probleme und erarbeitet Lösungen. Auf einer Klausurtagung des Kabinetts im November soll eine gemeinsame Umsetzungsstrategie zur Steuerung der Digitalvorhaben beschlossen werden.

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