Kinoerlebnis unterm Sternenhimmel

Finale der Sommer-Berlinale Kinoerlebnis unterm Sternenhimmel

Mit dem Summer Special der Internationalen Filmfestspiele fand in Berlin das erste kulturelle Großereignis nach langen Monaten des Lockdowns statt. Zwölf Tage lang konnten Filmfans die Vielfalt der internationalen Filmkunst in 16 Open Air-Kinos erleben. Nun ging das Festival mit der Verleihung der beiden Publikumspreise zu Ende.

Zentraler Veranstaltungsort des Summer Specials: das Open Air-Kino auf der historischen Museumsinsel

Zentraler Veranstaltungsort des Summer Specials: das Open Air-Kino auf der historischen Museumsinsel

Foto: Florian Gärtner / photothek

„Das Summer Special der 71. Berlinale wird uns als ein Ereignis in Erinnerung bleiben, mit dem unsere schönsten Hoffnungen auf das Wiederaufleben der Kultur in Erfüllung gegangen sind“, sagte Kulturstaatsministerin Grütters zum Abschluss der Filmfestspiele. 

Gleich zum Auftakt des Kultursommers habe die Berlinale ihre Attraktivität als Publikumsfestival eindrucksvoll bewiesen. Zugleich habe sie mit Filmen wie dem Eröffnungsfilm "Der Mauretanier" und dem Dokumentarfilm "Courage" politische Akzente gesetzt und sei so auch in diesem Jahr ein Fest der künstlerischen Freiheit gewesen, das dort Brücken baut, wo Diplomatie und Politik an ihre Grenzen stoßen, so die Staatsministerin. 

16 Open Air-Kinos beteiligten sich am Summer Special

Vom 9. bis zum 20. Juni konnten Filmbegeisterte in 16 Berliner Freiluftkinos die diesjährigen Festivalbeiträge für sich entdecken. Das Summer Special fand als Pilotprojekt mit Testpflicht und eigens entwickeltem Hygiene- und Sicherheitskonzept statt. Trotz Pandemie waren zahlreiche internationale Filmemacherinnen und -macher bei den Premieren anwesend.

Zentraler Veranstaltungsort war das Open Air-Kino auf der Museumsinsel, das eigens für das Festival errichtet wurde. Jeden Abend wurden dort Wettbewerbsfilme gezeigt. Doch auch in weniger zentral gelegenen Berliner Stadtteilen – von Biesdorf bis Zehlendorf – hat die Berlinale Filme präsentiert. Insgesamt 126 Produktionen aus 56 Nationen waren während der zwölf Tage auf der großen Kinoleinwand zu erleben.

Eine besondere Festivaledition

Das Summer-Special war der zweite Teil der Berlinale 2021. Pandemiebedingt wurde das diesjährige Festival geteilt. Den Auftakt bildete ein digitales Branchenevent für das Fachpublikum in der ersten Märzwoche. Besondere Aufmerksamkeit lag dabei auf dem European Film Market (EFM), einer der wichtigsten Filmmessen weltweit. Parallel dazu sichtete die internationale Jury bereits die 15 Wettbewerbsbeiträge und entschied über die diesjährigen Bären-Gewinner. 

Mit dem Goldenen Bären wurde der Film „Bad Luck Banging or Loony Porn“ des rumänischen Regisseurs Radu Jude ausgezeichnet. Den Großen Preis der Jury erhielt der Film „Wheel of Fortune and Fantasy" des japanischen Regisseurs Ryusuke Hamaguchi. Der Preis der Jury und einer der beiden Schauspielerpreise gingen nach Deutschland. Auch die Jurys der Sektionen Berlinale Shorts, Encounters und Generation gaben zum Abschluss des ersten Festivalabschnitts die jeweiligen Preisträger bekannt. Die Auszeichnungen wurden nun während des Sommer-Festivals am 13. Juni auf der Museumsinsel vergeben.

Publikumspreise gehen an zwei Dokumentarfilme

Da die Zuschauerinnen und Zuschauer in diesem Jahr lange auf die Berlinale warten mussten, wurde ein eigener Publikumspreis für die Wettbewerbsbeiträge eingerichtet. Während des Summer Specials konnten die Besucherinnen und Besucher in den Spielstätten über ihren Favoriten abstimmen. Mit dem Preis wurde zum Abschluss des Festivals Maria Speths Dokumentation „Herr Bachmann und seine Klasse“ ausgezeichnet. Auch der Panorama-Publikumspreis ging an einen Dokumentarfilm, „A Última Floresta“ des brasilianischen Filmemachers Luiz Bolognesi.

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin sind eines der bedeutendsten Filmfestivals der Welt und das größte Publikumsfestival im Filmbereich. Der Bund übernimmt mit 10,3 Millionen Euro rund ein Drittel der Festivalkosten. 2021 fängt er zudem die erheblichen Mehrkosten, die durch die Sonderausgabe entstehen, mit einem zweistelligen Millionenbetrag aus dem NEUSTART KULTUR-Programm auf. 

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