Kinoerlebnis unterm Sternenhimmel

Sommer-Berlinale eröffnet Kinoerlebnis unterm Sternenhimmel

Mit dem Summer Special der Internationalen Filmfestspiele startete in Berlin das erste kulturelle Großereignis nach langen Monaten des Lockdowns. Zwölf Tage lang können Filmfans in 16 Open Air-Kinos die Vielfalt der internationalen Filmkunst erleben.

Eröffnungsfeier des Summer Specials der 71. Berlinale auf der historischen Museumsinsel

Eröffnungsfeier des Summer Specials der 71. Berlinale auf der historischen Museumsinsel

Foto: Florian Gärtner / photothek

„Das Summer Special der Berlinale 2021 steht für das lang ersehnte kulturelle Wiedererwachen in Berlin und Deutschland“, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters anlässlich der Eröffnung. 

Das weltweit erste große Filmfestival nach dem Lockdown entfache nicht nur das Feuer der Filmleidenschaft beim Publikum neu. Als vielversprechender Auftakt des Kultursommers mache die Berlinale auch anderen Branchen Mut. Denn sie zeige, dass ein Neustart der Kultur auch unter Pandemiebedingungen möglich ist, so Grütters.

Filmkunst trifft Weltkulturerbe

Die Eröffnungsgala fand unter freiem Himmel auf der historischen Museumsinsel statt. Dort wurde eigens für das Festival ein Open Air-Kino eingerichtet. Neben der Kulturstaatsministerin nahmen Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sowie das Leitungsteam der Berlinale Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian das Publikum feierlich in Empfang. Moderiert wurde die Veranstaltung von Hadnet Tesfai. 

16 Open Air-Kinos beteiligen sich am Summer Special

Bis zum 20. Juni können Filmbegeisterte in 16 Berliner Freiluftkinos die diesjährigen Festivalbeiträge für sich entdecken. Das Summer Special findet als Pilotprojekt mit Testpflicht und eigens entwickeltem Hygiene- und Sicherheitskonzept statt. Trotz Pandemie sind zahlreiche internationale Filmemacherinnen und -macher bei den Premieren anwesend. 

Zentraler Veranstaltungsort ist das Open Air-Kino auf der Museumsinsel, in dem jeden Abend Wettbewerbsfilme gezeigt werden. Dort wird am 13. Juni auch die zentrale Preisverleihung stattfinden. Doch auch in weniger zentral gelegenen Berliner Stadtteilen – von Biesdorf bis Zehlendorf – wird die Berlinale Filme präsentieren. Insgesamt 126 Produktionen aus 56 Nationen sind während der zwölf Tage auf der großen Kinoleinwand zu erleben.

Eine besondere Festivaledition

Mit dem Summer-Special geht die Berlinale 2021 in die zweite Runde. Pandemiebedingt wurde das diesjährige Festival geteilt. Den Auftakt bildete ein digitales Branchenevent für das Fachpublikum in der ersten Märzwoche. Besondere Aufmerksamkeit lag dabei auf dem European Film Market (EFM), einer der wichtigsten Filmmessen weltweit. Parallel dazu sichtete die internationale Jury bereits die 15 Wettbewerbsbeiträge und entschied über die diesjährigen Bären-Gewinner. 

Mit dem Goldenen Bären wurde der Film „Bad Luck Banging or Loony Porn“ des rumänischen Regisseurs Radu Jude ausgezeichnet. Den Großen Preis der Jury erhielt der Film „Wheel of Fortune and Fantasy" des japanischen Regisseurs Ryusuke Hamaguchi. Der Preis der Jury und einer der beiden Schauspielerpreise gingen nach Deutschland. Auch die Jurys der Sektionen Berlinale Shorts, Encounters und Generation gaben zum Abschluss des ersten Festivalabschnitts die jeweiligen Preisträger bekannt. Die Auszeichnungen werden nun während des Sommer-Festivals vergeben.

Da die Zuschauerinnen und Zuschauer in diesem Jahr lange auf die Berlinale warten mussten, wurde ein eigener Publikumspreis für die Wettbewerbsbeiträge eingerichtet. In den kommenden Tagen können die Besucherinnen und Besucher in den Spielstätten über ihren Favoriten abstimmen. Die Auszeichnung wird am 20. Juni einmalig verliehen.

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin sind eines der bedeutendsten Filmfestivals der Welt und das größte Publikumsfestival im Filmbereich. Der Bund übernimmt mit 10,3 Millionen Euro rund ein Drittel der Festivalkosten. 2021 fängt er zudem die erheblichen Mehrkosten, die durch die Sonderausgabe entstehen, mit einem zweistelligen Millionenbetrag aus dem NEUSTART KULTUR-Programm auf. 

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