Filmförderung des Bundes

Investition und Ertrag in Einklang bringen

Angesichts der Zahlen für das Kinojahr 2018 hat Kulturstaatsministerin Grütters beim Produzententag der Deutschen Produzentenallianz in Berlin einen Runden Tisch mit Vertretern der gesamten Filmbranche angekündigt. Ziel ist es, mehr zugstarke Filme aus deutscher Produktion in die Kinos zu bekommen - und damit auch mehr Publikum.

Zuschauerinnen und Zuscher sitzen in einem Kinosaal.

Um die Kinos als Kulturort zu bewahren, brauchen sie Publikum.

Foto: Zick, Jochen / Keystone

2018 war aus Sicht der Kinos kein gutes Jahr. Zwar blieb der Marktanteil deutscher Filmproduktionen mit 22 Prozent relativ stabil, doch die Zahlen der Kinobesuche sind insgesamt rückläufig.

Als Gründe hierfür werden der extrem heiße und lange Sommer genannt. Auch die Fussball-Weltmeisterschaft mag das ihre dazu beigetragen haben, dass es das Publikum im vergangenen Jahr nicht gerade scharenweise in die deutschen Kinos zog.

Politik stellt Mittel bereit ...

Für Kulturstaatsministerin Grütters greifen diese Argumente jedoch zu kurz, denn: "Wir hatten 2018 nicht nur viel Sonne, sondern auch wenige zugkräftige Filme, auch aus Deutschland", erklärte sie beim Jahrestreffen der Deutschen Produzentenallianz in Berlin. "Und zur Wahrheit gehört auch, dass es an zu wenig Geld in den Fördertöpfen nicht liegen kann, denn die sind gut gefüllt."

So hatte die Bundesregierung die Mittel für die Produktionsförderung von Kinofilmen und High End Serien in den vergangenen drei Jahren nahezu verdreifacht. Rund 165 Millionen Euro stehen allein dafür aus dem Haushalt der Staatsministerin für Kultur und Medien zur Verfügung, insgesamt sind es durch Bund- und Länderförderung mehr als 400 Millionen Euro. Insofern sei die Stimme der Produzentenallianz nicht unerhört geblieben, betonte Grütters in ihrer Rede.

... und steht auch künftig dazu

Die Staatsministerin versicherte, dass sie diese filmpolitischen Erfolge auch künftig verteidigen werde. "Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass die Fördertöpfe gut gefüllt sind", sagte sie. Das sei auch dringend notwendig, um im internationalen Standortwettbewerb zu bestehen.

In Bezug auf die schwierige Situation der Kinos selbst bekräftigte Grütters zudem das Anliegen der Bundesregierung, das Kino als Kulturort zu schützen. Darauf zielten sowohl das im Koalitionsprogramm vereinbarte 'Zukunftsprogramm Kino' als auch neue Regeln in der bevorstehenden Novelle des Filmförderungsgesetzes ab. Ein Kernanliegen soll dabei sein, einer Entwicklung engegenzutreten, die Kinos "zur bloßen Werbeplattform für Video-on-Demand-Produktionen degradiert".

Filmförderung ist mit Erwartungen verbunden

Der Blick auf die jüngsten Kinozahlen zeigt nach Ansicht der Kulturstaatsministerin jedoch ein Missverhältnis zwischen den Investitionen in die Filmförderung und deren Ertrag. Daher müsse auch über die Erwartungen gesprochen werden, die mit den deutlich erhöhten Mitteln verbunden sind, so die Staatsministerin.

Der deutschen Filmwirtschaft sei langfristig jedenfalls nicht damit gedient, "wenn wir so tun, als sei die öffentlich vorgetragene Kritik an der Förderbilanz vollkommen aus der Luft gegriffen."

Runder Tisch soll Strukturen diskutieren

Die Staatsministerin plant daher noch im ersten Halbjahr 2019 Produzenten, Produktionsdienstleister, Filmverleiher und Kinobetreiber zu einem Runden Tisch einzuladen, um mit ihnen gemeinsam der Frage nachzugehen, wie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem massiven Ausbau der deutschen Filmförderung einerseits und der Zahl deutscher Filmerfolge andererseits erreicht werden kann.

"Wir müssen über die Verteilung der vorhandenen Mittel reden", erklärte Grütters dazu. "Wo müssen wir umsteuern? Welche Strukturen und Verfahren gehören auf den Prüfstand? Wo können wir unsere Ziele noch effektiver erreichen? Wie reagieren wir angemessen auf Veränderungen am Markt, ohne Bewährtes zu schwächen?"

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