International renommierte Kuratoren berufen

Stiftung Preußischer Kulturbesitz International renommierte Kuratoren berufen

Der Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat mehrere wegweisende Entscheidungen gefällt: Die Leitungspositionen von Neuer Nationalgalerie und Hamburger Bahnhof werden mit international erfahrenen Kuratoren besetzt. Das Museum Berggruen erhält mehr Selbständigkeit, um seine Programmarbeit auszuweiten.

Fassade des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart

Der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin dessen Leitung Sam Bardaouil und Till Fellrath am 1. Januar 2022 übernehmen werden.

Foto: Staatliche Museen zu Berlin / David von Becker

Alle drei Entscheidungen unterstützen eines der Hauptziele des laufenden Reformprozesses der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: Sie stärken die Autonomie der darin zusammengeschlossenen Einrichtungen.

Wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am 10. September bekanntgab, wird der Direktor des Museum of Contemporary Art in Los Angeles Klaus Biesenbach zum Jahresbeginn 2022 die Leitung der Neuen Nationalgalerie und des künftigen Museums des 20. Jahrhunderts übernehmen. Kulturstaatministerin Monika Grütters, die den Vorsitz im Stiftungsrat innehat, begrüßte diese Entscheidung.

Weichen stellen für die Zukunft

Durch seine langjährigen Erfahrungen in der Leitung weltweit bedeutender Museen der Moderne bringe Klaus Biesenbach eine beeindruckende internationale Expertise in seine neue Aufgabe mit ein, erklärte sie. Biesenbach sei eine erstklassige Wahl, um als neuer Direktor die Weichen für die frisch wiedereröffnete Neue Nationalgalerie und das neue Museum der Moderne Richtung Zukunft zu stellen, so die Kulturstaatsministerin.

Klaus Biesenbach hatte nach der Gründung des KW – Institute for Contemporary Art Berlin leitende Positionen an der New Yorker Kunsthalle MoMA PS1 und dem Museum of Modern Art inne. Aktuell ist er Direktor des Museum of Contemporary Art in Los Angeles.

Wegweisende Impulse für den Hamburger Bahnhof

Auch die Leitung des Hamburger Bahnhofs – Museum für Gegenwart wird zum
1. Januar 2022 mit Sam Bardaouil und Till Fellrath neu besetzt. Mit ihnen übernehme, so Grütters, „ein international agierendes, versiertes Kuratorengespann die Direktion eines der bedeutendsten Museen für zeitgenössische Kunst in Deutschland und Europa.“ Die Kulturstaatsministerin ist überzeugt, dass beide mit ihrer inspirierenden Begeisterung wegweisende Impulse für den Hamburger Bahnhof geben werden.

Sam Bardaouil und Till Fellrath sind Gründer der 2009 in New York und München ins Leben gerufenen kuratorischen Plattform Art Reoriented. Seit 2017 sind sie assoziierte Kuratoren am Gropius Bau in Berlin, im kommenden Jahr werden sie die 16. Lyon Biennale kuratieren.

Mehr Eigenständigkeit für das Museum Berggruen

Eine weitere wegweisende Entscheidung betrifft das Museum Berggruen, das ebenfalls zu den Staatlichen Museen zu Berlin gehört. Es soll mehr Eigenständigkeit erhalten, um seine Programmarbeit auszuweiten, erklärte Kulturstaatsministerin Grütters.

Geplant sind zusätzliche Ausstellungen, ergänzende Begleitprogramme und eine intensivere Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Museen und Sammlern. Um dies zu ermöglichen, wird die Familie Berggruen das Museum nach Abschluss der Sanierung voraussichtlich im Jahr 2025 mit einer Million Euro jährlich unterstützen. Mit diesem finanziellen Beitrag setze die Familie Berggruen das beeindruckende Engagement von Heinz Berggruen für seine Heimatstadt Berlin fort, betonte Grütters.