In neuem Glanz und alter Schönheit

Neue Nationalgalerie In neuem Glanz und alter Schönheit

„Die Wiedereröffnung der Neuen Nationalgalerie gehört zu den Höhepunkten des Kultursommers“, sagte Staatsministerin Grütters bei der Eröffnungsfeier des ikonischen Museumsbaus in Berlin. 2014 wurde das Glashaus von Mies van der Rohe geschlossen und seitdem denkmalgerecht saniert. Jetzt ist es wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Das Kunstwerk Five Swords von Alexander Calder in der Glashalle der Neuen Nationalgalerie

Die Neue Nationalgalerie eröffnet unter anderem mit einer Ausstellung des Künstlers Alexander Calder, die eigens für die Glashalle des Mies van der Rohe-Baus entwickelt wurde.

Foto: Calder Foundation, New York / Artists Rights Society (ARS), New York / Foto: David von Becker

Endlich zieht die Kunst wieder in die Neue Nationalgalerie ein. Die Architektur-Ikone am Berliner Kulturforum wurde heute nach sechsjähriger Sanierungszeit wiedereröffnet. Insgesamt drei Ausstellungen warten ab Sonntag, den 22. August auf Kunstliebhaberinnen und Kunstliebhaber aus aller Welt.

„Mies van der Rohes Meisterwerk kehrt damit zurück in die erste Reihe der Hauptstadtkultureinrichtungen“, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Die behutsame, quasi unsichtbare Sanierung sei nicht nur selbst eine architektonische und bauliche Glanzleistung, sondern mit ihrer Liebe zum Detail vor allem eine Hommage auf das ikonische Original, so Grütters weiter.

Unter Führung von David Chipperfield restaurierte das Team des Architekten-Büros insgesamt über 35.000 Originalbauteile und setze sie neu ein. 1.600 Quadratmeter neue Glasflächen wurden allein in der oberen Ausstellungshalle verbaut. Dabei sollte die Ästhetik des weltberühmten Gebäudes erhalten bleiben, Klimatisierung, Brandschutz und Sicherheit jedoch den heutigen Anforderungen an die Technik entsprechen.

Drei Ausstellungen ab 22. August 2021

Ab Sonntag, den 22. August ist die Neue Nationalgalerie wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Zu sehen sind dann die beiden Sonderausstellungen „Alexander Calder. Minimal / Maximal“, „Rosa Barba. In a Perpetual Now“ sowie die Sammlungspräsentation „Die Kunst der Gesellschaft 1900-1945“.

Der Besuch ist allerdings nur unter Beachtung der aktuell geltenden Corona-Hygienemaßnahmen sowie mit einem Zeitfenster-Ticket möglich. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Staatlichen Museen zu Berlin.

Ein Wahrzeichen der Moderne von Ludwig Mies van der Rohe

Die Neue Nationalgalerie in Berlin gilt als Ikone der modernen Architektur. Das Gebäude wurde in den Jahren 1965 bis 1968 nach Entwürfen von Ludwig Mies van der Rohe gebaut, der als einer der bedeutendsten Architekten der Moderne gilt. Es ist das einzige Bauwerk Mies van der Rohes, das nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland errichtet wurde.

Mehr Raum für die Kunst der Moderne

Trotz der wiedergewonnenen Ausstellungsfläche, wird aufgrund von Platzmangel der größte Teil der Sammlung weiterhin im Depot bleiben müssen. „Der Moderne so wenig Raum geben zu können, ist blamabel für eine Stadt, die einst als Labor der künstlerischen Avantgarde Wegbereiterin eben dieser Moderne war“, sagte Grütters in ihrer Eröffnungsrede. Sie sei daher froh, dass zur Wiedereröffnung der Neuen Nationalgalerie ein Erweiterungsbau in Sicht sei.

Die Neue Nationalgalerie ist Teil der Staatlichen Museen zu Berlin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK). Die Gesamtkosten in Höhe von rund 140 Millionen Euro wurden aus dem Bauhaushalt der SPK  finanziert, der vollständig vom Bund getragen wird.