Grütters: "Sternstunde der deutschen Geschichte"

Menschen feiern am 3. Oktober 1990 die deutsche Wiedervereinigung vor dem Reichstag in Berlin

Vor dreißig Jahren: Feier der deutschen Einheit vor dem Reichstag

Foto: Reineke/Bundesregierung

Die Friedliche Revolution und der Sturz der kommunistischen Regime in Europa haben Deutschland und die Mächteverhältnisse in der Welt verändert. Drei Jahrzehnte danach wird diese "Sternstunde der deutschen Geschichte“, so die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters, in ganz Deutschland gefeiert. Neben der 30 Tage dauernden Einheits-Expo in Potsdam erinnern Veranstaltungen, Ausstellungen und Projekte im ganzen Land an den Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung.

Die Bundesregierung informiert auf einer eigenen Internetseite über das Jubiläum 30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit.

"Es waren mutige Menschen in der DDR"

Die Friedliche Revolution habe dazu geführt, dass unser Land vor 30 Jahren in Frieden und Freiheit wiedervereinigt wurde, erklärte Grütters in einer Videobotschaft. "Es waren mutige Menschen in der DDR, die die SED-Diktatur nach Jahrzehnten der Repression ohne Blutvergießen zu Fall brachten. Ihnen gilt heute unser aller Dank“, sagte Grütters weiter.

Die Kulturstaatsministerin erinnerte gleichzeitig daran, dass die Wiedervereinigung auch zu Brüchen in unzähligen Lebensgeschichten der Bürgerinnen und Bürger in Ostdeutschland geführt habe. "Viele mussten sich selbst in veränderten sozialen Verhältnissen ‚neu erfinden‘ " - und nicht jeder Traum vom Leben in Freiheit habe sich nach 1990 erfüllt.

02:05

Kulturstaatsministerin Grütters zu 30 Jahre Deutsche Einheit

Größte Leistung der Deutschen nach 1945

Die Friedliche Revolution, die Wiedervereinigung und die Bewältigung ihrer Folgen seien, so Grütters, die größte Leistung, die die Deutschen nach dem Neuanfang 1945 vollbracht haben.

An diesen glücklichen Moment in der deutschen Geschichte wird künftig auch das Freiheits- und Einheitsdenkmal in der Mitte Berlins erinnern. Im Mai wurde für das Denkmal, das im Verantwortungsbereich der Kulturstaatsministerin liegt, der erste Spatenstich gesetzt.

Aufarbeitung des SED-Unrechts

Neben der Würdigung von Widerstand und Opposition in der DDR ist die Aufarbeitung des SED ein zentrales politisches Anliegen der Bundesregierung.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien erhält deshalb Orte der Erinnerung an das SED-Unrecht und finanziert die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Außerdem setzt sie sich für die dauerhafte Sicherung der Stasi-Akten ein, damit die Aufarbeitung kein Ende nimmt. "All dies wird den Menschen immer wieder vor Augen führen, wie kostbar Demokratie und Freiheit sind und dass es sich lohnt, sie jeden Tag aufs Neue zu verteidigen", so Grütters.