Gespür für außergewöhnliche Lesestoffe ausgezeichnet

Kulturstaatsministerin Grütters Verleihung des Deutschen Verlagspreises 2021 in den Münchner Kammerspielen

Kulturstaatsministerin Grütters bei der Verleihung des Deutschen Verlagspreises 2021 in den Münchner Kammerspielen

Foto: BKM / Oliver Bodmer

„Mit ihrem feinen Gespür für außergewöhnliche Stoffe haben die ausgezeichneten Verlegerinnen und Verleger gerade in dieser Zeit der Krise einmal mehr Mut zum unternehmerischen Risiko bewiesen“, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters zu Beginn der Preisverleihung. Als Wegbereiter für Bücher auch abseits des publizistischen Mainstreams trügen sie maßgeblich zum kulturellen Reichtum unseres Landes bei, so die Staatsministerin.

Spitzenpreise für drei Verlage

Die mit je 60.000 Euro dotierten Hauptpreise gingen an drei Verlage mit ganz unterschiedlichen Profilen: Der Leipziger Klett Kinderbuch Verlag überzeugte die Jury durch „lebensnahe, wilde, mutige und experimentierfreudige Illustrationen und Geschichten“, die Kinder ernst nähmen und für sie Rollenbilder und Klischees infrage stellten. 

Der erst 2016 gegründete Verlag Hartmann Books aus Stuttgart verlege „Foto- und Kunstbücher mit ästhetischem und politischem Anspruch, die sowohl durch ihre originelle Konzeption als auch durch ihre individuelle Gestaltung und die hohe handwerkliche Qualität bestechen“, hieß es in der Begründung. Und der ebenfalls noch junge Berliner Korbinian Verlag, der vorwiegend Belletristik publiziert, nahm die Jury mit „unkonventionellen Ideen“, „einer programmatischen Schärfe“ sowie seinem auf Engagement, Leidenschaft und Kollaboration basierenden Ansatz für sich ein. 

240.000 Euro mehr Preisgeld für Verlage

Darüber hinaus wird der Deutsche Verlagspreis in zwei weiteren Kategorien vergeben. Die 60 Verlage, die in der zweiten Preiskategorie ausgezeichnet wurden, konnten sich in diesem Jahr besonders freuen: Die Prämie wurde von 20.000 Euro auf 24.000 Euro erhöht. Drei weitere Verlage, deren durchschnittlicher Jahresumsatz mehr als drei Millionen Euro beträgt, erhielten je ein undotiertes Gütesiegel.

Eine Übersicht über alle diesjährigen Preisträger finden Sie auf der Webseite des Deutschen Verlagspreises

Würdigung herausragender verlegerischer Arbeit

Ausgewählt wurden die prämierten Verlage durch eine unabhängige Fachjury unter Vorsitz der Germanistin und Literaturredakteurin Insa Wilke. Entscheidende Kriterien für die Nominierung waren ein überzeugendes Verlagsprogramm, kulturelles Engagement, die Umsetzung innovativer Projekte oder eine außerordentlich hohe Qualität der verlegerischen Arbeit.

Insgesamt hatten 366 Verlage Bewerbungen eingereicht. Vom Bewerbungsverfahren ausgeschlossen waren all jene Verlage, die in den beiden Vorjahren wiederholt ausgezeichnet worden waren, sowie die drei Spitzenpreisträger des vergangenen Jahres.

Hybride Preisverleihung in den Münchner Kammerspielen

Die Preisverleihung fand pandemiebedingt als hybrides Format statt. Neben Kulturstaatsministerin Grütters waren 13 der insgesamt 66 Preisträgerinnen und Preisträger vor Ort in den Münchner Kammerspielen. Die anwesenden Verlegerinnen und Verleger waren vorab per Losverfahren ausgewählt worden. 

Hinzu kamen Vertreter der Jury sowie der Kurt Wolff Stiftung und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, den Partnern des Deutschen Verlagspreises. Alle anderen Preisträger sowie Interessierte konnten die Veranstaltung via Livestream mitverfolgen. Moderiert wurde sie vom Literaturkritiker Knut Cordsen.

Der Deutsche Verlagspreis wurde 2019 von Kulturstaatsministerin Grütters ins Leben gerufen und wird seither jährlich vergeben. Er soll die herausragende Arbeit unabhängiger Verlage fördern und ihren Verdiensten um die literarische Vielfalt in Deutschland noch mehr Sichtbarkeit verleihen. In diesem Jahr standen 1,62 Millionen Euro für Preisgelder zur Verfügung.

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