"Kino der Moderne" in der Bundeskunsthalle

Film in der Weimarer Republik

Kinofilme waren für die Künstlerinnen und Künstler der Weimarer Republik eine Quelle der Inspiration. Welchen Einfluss das Kino auch auf den Alltag und das gesellschaftliche Leben hatte, zeigt die Ausstellung "Kino der Moderne" in der Bundeskunsthalle in Bonn.

Weimar war in den Zwanziger Jahren das Hollywood Europas: Hierher strömten junge Filmschaffende, wenn es darum ging, im zeitgenössischen Kino groß herauszukommen. Marlene Dietrich zum Beispiel.

Ihre und viele weitere Geschichten erzählt die Ausstellung "Kino der Moderne - Film in der Weimarer Republik" in der Bundeskunsthalle. Sie zeigt, wie das Kino in der Weimarer Republik zum neuen Leitmedium wurde. Mode, Technik, Wissenschaft, insbesondere die Psychoanalyse, Arbeit, Sport und Geschlechterrollen - das Themenspektrum des neuen Kinofilms scheint aus heutiger Sicht unerschöpflich.

Kino wird Leitmedium

So entstanden Filme, die sich beispielsweise mit den Grundlagen der Einsteinschen Relativitätstheorie befassen. Oder mit dem Thema Abtreibung wie in "Madame Lu". Auch Mobilität und Sport beschäftigten die Filmemacher sehr.

Doch Weimar konnte auch Hollywood: Unvergessen bleiben deutsche Filmklassiker wie "Metropolis", "Nosferatu" oder das "Cabinet des Dr. Caligari".

Wechselwirkungen mit Kultur und Gesellschaft

Die Ausstellung betrachtet das wirklich Neue im Kino dieser Zeit, wobei sie Wechselwirkungen mit Literatur, Bildender Kunst, Architektur, Psychologie und gesellschaftspolitischen Entwicklungen untersucht.

Historische Materialien, Inszenierungen und Medieninstallationen nehmen die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Dabei richtet sich der Blick auch auf das damalige Kinopublikum, dessen Wahrnehmung der Welt durch die neuartige Filmsprache wesentlich verändert wurde.

Die Ausstellung ist in der Bundeskunsthalle bis zum 24. März 2019 zu sehen. Anschließend wird sie vom 20. Juni bis 13. Oktober 2019 in der Deutschen Kinemathek in Berlin gezeigt.
Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn ist eine Einrichtung des Bundes und wird mit rund 20 Millionen Euro zu 100 Prozent aus dem Haushalt der Kulturstaatsministerin gefördert.

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