Staatsministerin für Kultur und Medien

James-Simon-Galerie

Das Tor zu den Schätzen der Museumsinsel

Mit der James-Simon-Galerie erhalten die Solitärbauten auf der Museumsinsel in Berlin ein zentrales Eingangsportal. Bundeskanzlerin Merkel hat die Galerie nach Plänen von Sir David Chipperfield am Freitag eröffnet. "Die Museumsinsel ist ein Ort, an dem Vergangenheit und Zukunft zusammen gedacht werden können", sagte sie.

Eröffnung der James-Simon-Galerie in Berlin

Eröffnung der James-Simon-Galerie in Berlin: Ein neuer Zugang zu den Sammlungen der Staatlichen Museen.

Foto: Bundesregierung/Schacht

Die Museumsinsel in Berlin "findet heute - beinahe 200 Jahre nach Baubeginn des Alten Museums - mit der neuen James-Simon Galerie ihren baulichen Abschluss", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es sei wichtig gewesen, die altehrwürdigen Bestandsgebäude der Museumsinsel um einen modern gestalteten Neubau zu ergänzen, der eine große Leichtigkeit ausstrahlt und einladend wirkt, so Merkel beim Festakt zur Eröffnung der Galerie.

Die Kanzlerin erklärte, die Zeitreise durch die Sammlungen der Museumsinsel könne auch vermitteln, wie viel uns Menschen über Jahrhunderte und über Ländergrenzen hinweg verbinde. Die Geschichte lehre uns, dass sich Kulturen, Ethnien und Staaten schon seit Jahrtausenden im gegenseitigen Austausch entwickelt hätten.

Dauerausstellung zur Museumsinsel

Die James-Simon-Galerie ist das jüngste Gebäude auf der Museumsinsel in ihrer fast 200-jährigen Geschichte. Sie wird erstmals die Vielzahl an Serviceaufgaben der fünf Einzelhäuser der Museumsinsel mit einem zentralen Ticketverkauf, Garderoben und einem großen Museumsshop bündeln.

Zugleich wird die Galerie die Besucherströme über die unterirdisch verlaufende Archäologische Promenade in vier der fünf Museen kanalisieren und so für die dringend notwendige Entlastung der historischen Gebäude sorgen. Ein Auditorium für etwa 300 Personen sowie ein rund 700 Quadratmeter großer Raum bieten Platz für Sonderausstellungen und eine Dauerausstellung zur Geschichte der Museumsinsel.

Einladung zur Begegnung mit Kultur

Kulturstaatsministerin Monika Grütters sieht in dem Neubau nach Plänen von Sir David Chipperfield nicht nur eine Einladung zur Begegnung mit Kunst und Kultur aus mehreren tausend Jahren Menschheitsgeschichte, wie sie bei ihrer letzten Vorbesichtigung erklärte. Die James-Simon-Galerie lädt nach ihren Worten "nicht zuletzt dazu ein, Weltbürger zu sein." Ein Museum sei kollektives Gedächtnis und Bewusstsein zugleich. Damit stelle es immer auch die Frage nach dem Wir. "So machen auch die fantastischen Museen auf der Museumsinsel gemeinsame Erinnerungen, Werte, Perspektiven auf die Welt sichtbar und erfahrbar - und stiften damit Identität", unterstrich Grütters.

Am 13. Juli 2019 laden die Staatlichen Museen zu Berlin die Öffentlichkeit mit einem großen Eröffnungfest in die James-Simon-Galerie ein. Von 10 bis 21 Uhr können sich die Besucherinnen und Besucher in Workshops und Ausstellungsgesprächen über die Architektur des neuen Gebäudes informieren.

Meilenstein im Masterplan Museumsinsel

Aufgrund ihrer einzigartigen Sammlungen und der architektonische Wirkung ihrer Einzelbauten wurde das Gesamtensemble Museumsinsel 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Um diese Pracht für künftige Generationen zu bewahren, wird sie seitdem auf Grundlage des Masterplans Museumsinsel restauriert, saniert und zu einem zeitgemäßen Museumkomplex umgestaltet. Mit insgesamt rund zwei Milliarden Euro beteiligt sich der Bund an den Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen.

Inzwischen sind auf der Museumsinsel die Alte Nationalgalerie, das Neue Museum und das Bode-Museum fertig saniert - allesamt im Zeit- und Kostenrahmen. Das Alte Museum steht noch aus. Das größte und anspruchsvollste Projekt ist die Sanierung des Pergamonmuseums, die erst nach 2030 abgeschlossen sein soll.

Zeichen der Dankbarkeit an James Simon

Benannt ist das neue Gebäude nach James Simon (1851-1931), einem der bedeutendsten Kunstmäzene der wilhelminischen Zeit. Bei der Eröffnung waren auch sein Enkel Tim Simon und weitere Familienmitglieder anwesend. Kanzlerin Merkel sagte: "Wir ehren auch eine Persönlichkeit, die viel zu lange beinahe vergessen schien. Nun aber bleibt sein Name, James Simon, mit diesem Bauwerk fest verbunden, das uns den Zugang zu den ansehnlichen Sammlungen der Staatlichen Museen gewährt."

Simons Schenkungen an die Berliner Museen umfassten mehr als 10.000 Objekte, darunter auch die Büste der Nofretete. Mit der Namenswahl soll das Andenken an sein großzügiges Mäzenatentum nun wieder ins kollektive Gedächtnis zurückgeholt werden.