Die Erinnerung wach halten

83. Jahrestag der Pogromnacht  Die Erinnerung wach halten

Der 9. November ist ein prägendes Datum in der deutschen Geschichte. Es ist nicht nur der Tag, an dem 1989 die Mauer fiel. Im Jahr 1938 zertrümmerten bei den Novemberpogromen SA- und SS-Schlägertrupps jüdische Geschäfte, mehr als 1.400 Synagogen wurden zerstört, viele Menschen verloren ihr Leben. Den Opfern des NS-Terrors zu gedenken, ist für die Bundesregierung eine immerwährende Verpflichtung.

Synagoge in Chemnitz, die in der Pogromnacht schwer zerstört wurde.

Die Synagoge Chemnitz wurde in der Pogromnacht schwer zerstört.

Foto: picture alliance

Hunderte Jüdinnen und Juden wurden während der Pogrome am 9. November 1938 ermordet oder misshandelt, über 30.000 Menschen in Konzentrationslagern inhaftiert. Die Bevölkerung sah zu oder auch weg. Nur wenige halfen ihren jüdischen Nachbarn.

Die Novemberpogrome bildeten einen Wendepunkt in der nationalsozialistischen Judenverfolgung, der schließlich in den Holocaust mündete. Beim größten Völkermord der Geschichte wurden rund sechs Millionen Juden ermordet. Ihrer zu gedenken, ist der Bundesregierung ein besonderes Anliegen.

Aufklärung und Aufarbeitung an authentischen Orten

Auch heute ist die Aufarbeitung des Nationalsozialismus von zentraler Bedeutung. Aus diesem Grund fördert die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) national bedeutsame Gedenkstätten, die als authentische Orte die NS-Gewaltverbrechen einprägsam vor Augen führen und an die Opfer erinnern.

Gerade auch junge Menschen sollen dazu angeregt werden, sich mit dem Holocaust auseinanderzusetzen. Auf diese Weise können sie die Relevanz von Geschichte für die Gegenwart begreifen und einen Bezug zur eigenen Lebenswelt herstellen. Mit dem Programm „Jugend erinnert“ unterstützt BKM daher Gedenkstätten dabei, nachhaltig wirkende außerschulische Bildungsformate zu entwickeln und auszubauen. Aus diesem Programm werden seit 2019 durch die BKM rund 30 Projekte mit einem Gesamtvolumen von über sieben Millionen Euro im Bereich der NS-Aufarbeitung gefördert.  

Antisemitismus entschieden bekämpfen

Heute sind wieder vermehrt antisemitische Vorfälle in Deutschland zu beklagen. Diese Angriffe auf unser gesellschaftliches Miteinander gefährden das friedliche Zusammenleben in unserer Demokratie. Die Bundesregierung sieht es daher als eine ihrer Kernaufgaben, Antisemitismus, Rechtsextremismus und Rassismus zu bekämpfen und stattdessen Begegnung, Austausch und Verständigung zu fördern. Dafür hat der Bund 2021 ein umfassendes Maßnahmenpaket verabschiedet, das auch Förderprojekte im Kultur- und Erinnerungsbereich beinhaltet. 

Jüdisches Leben gehört zu Deutschland

Ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus in Deutschland setzt auch das Themenjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Die lange deutsch-jüdische Tradition wird 2021 mit einer ganzen Reihe von Projekten und Veranstaltungen gewürdigt. Hauptanliegen der Initiatoren ist es dabei, den Reichtum und die Vielfalt jüdischer Kultur in Deutschland ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Pandemiebedingt wird das Themenjahr bis zum 31. Juli 2022 verlängert.

Aufgrund seiner Geschichte trägt Deutschland eine besondere Verantwortung. Den Opfern des NS-Regimes zu gedenken und die Geschichte aufzuarbeiten, ist für die Bundesregierung daher eine immerwährende Verpflichtung. Weitere Informationen finden Sie in unserem Themenbereich „Aufarbeitung und Gedenken“.

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