Ein Haus für die Kunst der Romantik

Eröffnung in Frankfurt am Main Ein Haus für die Kunst der Romantik

In direkter Nachbarschaft zu Goethes Geburtshaus ist das weltweit erste Museum entstanden, das sich der Epoche der Romantik widmet. Rund zehn Jahre hat das Freie Deutsche Hochstift an seiner Realisierung gearbeitet – ab sofort ist das Deutsche Romantik- Museum für Besucherinnen und Besucher geöffnet.

Blick in einen Ausstellungsraum des Deutschen Romantik-Museums

Ein Raum in der Ausstellung ist dem Traum als Thema romantischer Literatur gewidmet.

Foto: AP. Englert

Originale Handschriften, Werke der bildenden Kunst, Porzellan - seit 100 Jahren sammelt das Freie Deutsche Hochstift Objekte aller Art zur Epoche der Romantik. Diese weltweit größte und bedeutendste Sammlung können Besucherinnen und Besucher ab sofort im Deutschen Romantik-Museum in Frankfurt am Main erleben. Jetzt wurde es eröffnet.

Informationen zum Deutschen Romantik-Museum und zum Eröffnungsprogramm finden Sie hier.

„Eine wahrhaft würdige Hülle für die Schätze einer ganzen Epoche“ sei die Erweiterung des Goethe-Hauses, sagte Kulturstaatsministerin Grütters bei der Eröffnung. In dem Neubau werden auf zwei Stockwerken einzigartige Originale der Romantik gezeigt. Das Freie Deutsche Hochstift verleihe mit diesem außergewöhnlichen Ausstellungshaus der markanten geistesgeschichtlichen Epoche der Romantik ein Glanzlicht, so Grütters.

In der interaktiven und multimedialen Dauerausstellung befinden sich Handschriften von Clemens und Bettine Brentano oder Novalis, Kompositionsentwürfe Robert Schumanns zu seinen ‚Szenen aus Goethes Faust’, aber auch Gemälde von Caspar David Friedrich oder Johann Heinrich Füssli. Durch diese einzigartigen Bestände wird in dem neuen Museum die Zeit der Romantik als Schlüsselepoche erfahrbar.

Von öffentlicher und privater Hand finanziert

„Die Romantik war nicht nur ein Jahrhundertprojekt, sie war auch eine gesamteuropäische Erscheinung, ein Gemeinschaftswerk, das nur im Austausch und durch eng geknüpfte Netzwerke überhaupt Wirksamkeit entfalten konnte“, erklärte die Staatsministerin in ihrer Rede. Genauso sei auch das Deutsche Romantik-Museum ein Gemeinschaftswerk. „Getragen vom Bürgersinn und vorangebracht durch politisches Engagement, schlussendlich verwirklicht durch private Spendenfreude und öffentliche Finanzierung“, so Grütters weiter.

Das neue Museum wurde gleichermaßen aus öffentlicher wie auch privater Hand finanziert. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien beteiligte sich mit 4 Millionen Euro am Bau des Gebäudes. Aus dem Land Hessen flossen ebenfalls 4 Millionen Euro in das Vorhaben, während die Stadt Frankfurt das Grundstück und darüber hinaus 1,8 Millionen Euro bereitstellte. Rund 9 Millionen Euro wurden außerdem von über 1.500 Einzelspendern eingeworben.

Auf der Suche nach dem Sinn und Ideal der Welt

Die Romantik gehört zu den bedeutendsten Epochen der deutschen Kulturgeschichte. Sie dauerte vom Ende des 18. Jahrhunderts bis weit in das 19. Jahrhundert hinein. Vor allem die bildende Kunst, die Literatur und die Musik wurden von ihr geprägt. Zentrale Themen waren Gefühl, Harmonie und Leidenschaft sowie die Sehnsucht nach der Natur, aber auch nach dem Mystischen und Geheimnisvollen.

Das Freie Deutsche Hochstift in Frankfurt am Main wurde 1859 gegründet. Es ist damit eines der ältesten und bedeutendsten Kulturinstitute in Deutschland. Das Hochstift unterhält das Goethe-Haus, das angeschlossene Goethe-Museum und nun auch das Romantik-Museum in Frankfurt am Main. Es wird zu gleichen Teilen aus dem Haushalt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt am Main finanziert.

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