Deutsches Kulturerbe im östlichen Europa

Förderbericht 2019/2020 Deutsches Kulturerbe im östlichen Europa

Ob in Lüneburg, Görlitz oder Marburg: Der Bund unterstützt deutschlandweit zahlreiche Museen, Bibliotheken und Forschungseinrichtungen, die sich dem deutschen Kulturerbe im östlichen Europa widmen. Am 16. Juni 2021, kurz vor dem Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung, hat das Bundeskabinett den aktuellen Förderbericht verabschiedet.

Dauerausstellung des Ostpreußischen Landesmuseums

Einblick in die Dauerausstellung des Ostpreußischen Landesmuseums

Foto: Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg

Jahrhundertelang haben Deutsche zusammen mit anderen Völkern und Nationen in Regionen Mittel- und Osteuropas, wie Pommern, Mähren oder Schlesien, gelebt und diese Kulturlandschaften mitgeprägt. Zwei Weltkriege, NS-Terror, Vertreibung und Flucht führten zu einer jähen Zäsur in diesem Miteinander.

Auf Grundlage des § 96 des Bundesvertriebenengesetz (BVFG) fördert der Bund zahlreiche Museen, Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen, die das deutsche Kulturerbe im östlichen Europa erforschen, vermitteln und bewahren. Diese Kulturförderung trägt maßgeblich dazu bei, das Bewusstsein für die gemeinsamen Wurzeln, die wir in Europa haben, zu schärfen und die Versöhnung mit unseren östlichen Nachbarn zu festigen.

Förderschwerpunkte 2019 und 2020

Kurz vor dem Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung am 20. Juni hat das Bundeskabinett in dieser Woche den aktuellen Bericht nach § 96 BVFG beschlossen. Er stellt die Förderakzente der Bundesregierung sowie die Arbeit der geförderten Einrichtungen, Projekte und Initiativen im Zeitraum 2019 und 2020 vor. 

Einen Förderschwerpunkt bildeten etwa Vorhaben, die sich innovativ und kreativ mit dem deutschen Kulturerbe im östlichen Europa auseinandersetzen und sich dazu attraktiver Formate bedienen. So konnten viele Einrichtungen dank neu entwickelter digitaler Formate auch während der Pandemie-Einschränkungen ein breites Publikum erreichen. Darüber hinaus lag ein Fokus der Bundesförderung auf Vorhaben, die den internationalen Dialog und grenzüberschreitende Kooperationen stärken. 

Wichtige Projekte im Berichtszeitraum waren beispielsweise die Fertigstellung des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung, die Entwicklung des Online-Portals „Copernico“, das im Sommer 2021 freigeschaltet werden soll sowie die in Kooperation mit Rumänien begonnene Restaurierung von insgesamt 40 siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen.

Seitens des Bundes ist die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien für die Kulturförderung nach § 96 BVFG zuständig. Für die vielfältigen Förderaktivitäten standen 2019 und 2020 insgesamt rund 55 Millionen Euro aus ihrem Haushalt zur Verfügung. Zudem stellte das Bundesinnenministerium Mittel für die verständigungspolitische Arbeit der Vertriebenen bereit.

PDF zum Download
Bericht 2019/2020 nach § 96 des Bundesvertriebenengesetz PDF, 1005 KB, barrierefrei  

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