Deutsche Kultureinrichtungen in Italien

Deutsche Kultureinrichtungen in Italien

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördert in Italien eine ganze Reihe von Kultureinrichtungen. Neben Künstlerhäusern und einer Forschungseinrichtung gehört auch Deutschlands einziges Museum im Ausland dazu. 

Stipendiatinnen und Stipendiaten auf der Terrasse des Deutschen Studienzentrums in Venedig, 2020 

Ort für Begegnung und Austausch: Stipendiatinnen und Stipendiaten auf der Terrasse des Deutschen Studienzentrums in Venedig

Foto: Deutsches Studienzentrum in Venedig

Künstlerförderung in der Villa Massimo

Die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo vergibt jedes Jahr zehn Stipendien an außergewöhnlich begabte und qualifizierte Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland. Der „Rom-Preis“ gibt ihnen die Möglichkeit, sich eingebunden in das römische und italienische Kulturleben künstlerisch weiterzuentwickeln.

Seit ihrer Gründung hat die Villa Massimo viele berühmte Kunst- und Kulturschaffende aus Deutschland beherbergt. In den vergangenen Jahren waren darunter etwa die Schriftstellerinnen Eva Menasse und Iris Hanika, die bildenden Künstler Julian Rosefeldt und Matthias Weischer sowie der Komponist Vito Žuraj.

1910 vom Industriellen Edward Arnhold dem Preußischen Staat gestiftet und bis 1913 erbaut, ist die Villa Massimo heute Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. Sie wird jährlich mit rund 2,3 Millionen Euro durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) gefördert.

Mit einbezogen in die Aktivitäten der Villa Massimo sind die Stipendiaten der Casa Baldi in Olevano Romano. Künstlerinnen und Künstler können dort einen dreimonatigen Studienaufenthalt verbringen. Charakteristisch für dieses Stipendium ist die Arbeit in der Abgeschiedenheit und der direkte Kontakt zu den dort lebenden Menschen.

Weitere Informationen zu den Stipendienprogrammen finden Sie auf der Webseite der Villa Massimo.

Künstler- und Ausstellungshaus: Villa Romana in Florenz

Ein zentraler Ort für die deutsche Kunst in Italien ist auch die Villa Romana in Florenz. Seit 1905 vergibt das Haus den Villa-Romana-Preis, den ältesten deutschen Kunstpreis. Damit erhalten jedes Jahr vier herausragende, bevorzugt  jüngere bildende Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland ein zehnmonatiges Stipendium, um sich in dem international vernetzten Kunst- und Ausstellungshaus weiterzuentwickeln.

Ehemalige Preisträger sind bedeutende Künstlerinnen und Künstler wie beispielsweise Max Beckmann und Käthe Kollwitz (beide 1906), Georg Baselitz (1965) und Katharina Grosse (1992).

Die Villa Romana-Preisträgerinnen und Preisträger werden von jährlich wechselnden Juroren – renommierten Künstlerinnen und Künstlern sowie Kuratorinnen und Kuratoren – benannt. Ihre Arbeit wird in Florenz und in Deutschland in Ausstellungen vorgestellt. Gemeinsam konzipieren die Preisträgerinnen und Preisträger am Ende ihres Florentiner Aufenthalts eine Publikation in Form eines Künstlerbuchs.

Finanziert werden die künstlerischen Arbeitsaufenthalte vom Verein Villa Romana e.V., der zu über 70 Prozent vom Bund getragen wird. Darüber hinaus fördern den Verein mehrere Sponsoren.

Weitere Informationen finden Sie auf der  Webseite der Villa Romana.

Deutsches Studienzentrum in Venedig

Kultur und Geschichte der „Serenissima“ haben schon immer Künstlerinnen und Forscher aus aller Welt fasziniert – auch aus Deutschland. Eine der wichtigsten Anlaufstellen für sie ist das Deutsche Studienzentrum in Venedig. Es wurde 1972 im historischen Palazzo Barbarigo della Terrazza am Canal Grande eröffnet. Das „Centro“ versteht sich als interdisziplinäre Einrichtung sowie als Ort der Begegnung für die deutsche und die italienische Kultur und Wissenschaft.

Es vergibt zum einen Stipendien an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Forschungsprojekt sich mit der Kultur und Geschichte Venedigs und seinen ehemaligen Herrschaftsgebieten beschäftigt. Zum anderen ermöglicht es jährlich acht außergewöhnlich begabten Künstlerinnen und Künstlern dreimonatige Arbeitsaufenthalte. 

Die Kunststipendiatinnen und -stipendiaten bewohnen jeweils zu zweit eine Dachgeschosswohnung im Studienzentrum, die auch Raum zum künstlerischen Arbeiten bietet. Bei entsprechender Bewerberlage kann sie bildenden Künstlerinnen und Künstlern mit Familie (Partner/ Partnerin und Kinder) zur alleinigen Nutzung zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der  Webseite des Deutschen Studienzentrums in Venedig.

Auf den Spuren des Dichterfürsten in der Casa di Goethe

Die „Casa di Goethe“ in Rom hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1997 zu einer Attraktion für Kunst- und Kulturinteressierte aus aller Welt entwickelt. Untergebracht ist das Museum in Räumen, in denen Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) während seiner Italienreise von 1786 bis 1788 wohnte. Auch der Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein und andere deutsche Künstler lebten hier.

Neben einer Dauerausstellung zur Italienreise des großen deutschen Dichters veranstaltet das Museum regelmäßig Wechselausstellungen. In der Bibliothek laden Erstausgaben sowie Literatur zu den Werken Johann Wolfgang von Goethes zum Studium ein. Vorträge, Lesungen und Kolloquien ergänzen das Angebot.

Träger der 1997 eröffneten Casa di Goethe ist der Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. in Bonn.

Weitere Informationen finden Sie auf der  Webseite der Casa di Goethe.

Einen Überblick über sämtliche Auslandsstipendien, die die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien an Künstlerinnen und Künstler vergibt, finden Sie auf dieser Themenseite.