Bauhaus 100

Bauhaus-Museum Weimar eröffnet

Das Staatliche Bauhaus wurde 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet. 100 Jahre danach lädt das neue Bauhaus-Museum dazu ein, dieses moderne Erbe neu zu entdecken und die Frage nach seiner Bedeutung für Kultur und Gesellschaft im 21. Jahrhundert zu stellen.

Blick in die Eingangshalle des neuen Bauhaus-Museums in Weimar.

Das neue Museum präsentiert 1.000 Objekte der ältesten Bauhaus-Sammlung.

Foto: Claus Bach / Klassik Stiftung Weimar

"Das Bauhaus kommt aus Weimar" – unter diesem Slogan präsentiert das neue Museum die weltweit älteste Bauhaus-Sammlung. Zu ihren Schätzen gehören Objekte wie die berühmte Tischlampe von Wilhelm Wagenfeld und Carl Jakob Jucker, die Teekanne von Marianne Brandt oder auch die Teppiche von Gunta Stölzl und Gertrud Arndt. Aber auch Möbel von Mies van der Rohe, Gemälde von Wassily Kandinsky und Paul Klee sowie Fotografien von László Maholy-Nagy.

Räume für die älteste Bauhaus-Sammlung

1.000 der insgesamt 13.000 Objekte umfassenden Sammlung werden nun im neuen Bauhaus-Museum endlich angemessen präsentiert. Dafür hat die Berliner Architektin Heike Hanada einen kubischen Neubau mit fünf Raumebenen und 2.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche geschaffen, der heute feierlich eröffnet wurde.

Walter Gropius gründete das Staatliche Bauhaus im April 1919. Von Weimar ausgehend hat es sich über Dessau und Berlin, wo es unter dem Druck der Nationalsozialisten 1933 aufgelöst wurde, zu einer der bis heute einflussreichsten internationalen Bildungsstätten im Bereich der Architektur, der Kunst und des Designs entwickelt.

Ort der Auseinandersetzung

Heute wurde das neue Museum offiziell eröffnet. Der beeindruckende Neubau gebe nicht nur der Bauhaus-Sammlung mit ihrer Vielzahl an Exponaten Raum, sondern auch kritischem Nachdenken und kontroversen Debatten, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Zudem lade das Museum mit der neuen Dauerausstellung zur Auseinandersetzung mit der Vielfalt teils widersprüchlicher künstlerischer und gesellschaftlicher Konzepte und Experimente ein, so Grütters weiter. Die Kulturstaatsministerin erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Bauhäusler nach dem Ersten Weltkrieg sowohl die Welt der Formen neu denken als auch eine geistig und moralisch bis ins Mark erschütterte Welt neu gestalten wollten.

Als Labor für Ideen und Experimente bietet das Bauhaus bis heute zahlreiche Anknüpfungspunkte zur Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir leben und zusammenleben wollen. Auch das sind Fragen, die im neuen Bauhaus-Museum aufgeworfen werden.

Teil des "Kosmos Weimar"

Die Eröffnung des neuen Museums ist Teil des Gesamtkonzepts "Kosmos Weimar" der Klassik Stiftung Weimar und der entscheidende Brückenschlag in die Moderne. Ziel der Stiftung ist es, durch die Erschließung, Vermittlung und Ergänzung ihrer Sammlungen Weimar als lebendiges Zentrum der europäischen Kultur zu gestalten.

Die Klassik Stiftung Weimar wird als eine der größten und bedeutensten Kultureinrichtungen Deutschlands aus dem Haushalt der Kulturstaatsministerin gefördert.
 

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