Jubiläumsausstellung "bauhaus imaginista"

Bauhaus als Weltkulturerbe

Zum 100. Geburtstag der Kunstschule hat Kulturstaatsministerin Grütters die Ausstellung "bauhaus imaginista" im Haus der Kulturen der Welt in Berlin eröffnet. Hier zeige sich, das Bauhaus war nicht nur "Avantgarde und Provokation der frühen Moderne in Deutschland, sondern das Bauhaus ist bis heute Weltkulturgut", erklärte Grütters.


Eingangangsportal zur Ausstellung

Rund 1.000 Gäste waren zur Eröffnung der großen Bauhaus-Ausstellung gekommen.

Foto: HKW/Laura Fiorio

Das Ausstellungs- und Forschungsprojekt "bauhaus imaginista" "denkt" das Bauhaus in größeren Dimensionen als bisher bekannt und nimmt den kosmopolitischen Charakter der Dessauer Designschule in den Blick. Dabei stellt sich heraus: An dieser Ideenschmiede hat im Prinzip die ganze Welt mitgewirkt.

Wie das? Das erklärt die von den Kuratoren Marion von Osten und Grant Watson konzipierte Schau in vier Ausstellungskapiteln, die in Teilen bereits im vergangenen Jahr in Metropolen auf der ganzen Welt gezeigt wurden. Im Haus der Kulturen der Welt (HKW) kommen sie nun zum 100. Jubiläum des Bauhauses in Berlin zusammen.

Das Haus der Kulturen der Welt wird als Teil der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH vollständig aus dem Etat der Kulturstaatsministerin getragen, 2019 mit rund acht Millionen Euro.

Das Bauhaus im Raum-Zeit-Kontinuum

Genauso wie die Ausstellung spannte auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters den ganz großen Bogen um das Bauhaus. Zu Beginn ihrer Eröffnungsrede machte sie deutlich aus welchen Quellen sich die visionären Konzepte der Bauhäusler teilweise speisten. Albert Einstein zum Beispiel, der mit seiner Relativitätstheorie die bis dato herrschende Vorstellung von Raum und Zeit revolutionierte.

"Architekten wie Mies van der Rohe entwickelten, angeregt durch Einsteins bahnbrechende Erkenntnisse, das Konzept des 'fließenden Raumes', das heute zum Bauhaus-Vermächtnis und zum Kanon der Architekturgeschichte gehört", erklärte Grütters.

Neugier und Offenheit, Dialog und Austausch

Der Einfluss der Relativitätstheorie auf die Kunst der Avantgarde stehe exemplarisch für die Arbeitsweise, die aus einer Reformschule eine 'Werkstatt der Moderne' werden ließ, so die Staatsministerin weiter: für Neugier und Offenheit, für Dialog und Austausch, für das Zusammenbringen und das Zusammenwirken unterschiedlicher Perspektiven auf die Welt.

Das gelte nicht nur für so unterschiedliche Disziplinen wie Physik und Architektur: "Das gilt auch – die Ausstellung, die wir heute eröffnen, dokumentiert es eindrucksvoll - für unterschiedliche Kulturen."

"Werkstatt der Moderne" lautet der Titel der Dauerausstellung im Bauhaus Dessau. Die umfangreiche Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau wird künftig mit ihren rund 49.000 Objekten und Dokumenten im neugebauten Bauhaus Museum Dessau zu sehen sein, das am 8. September 2019 feierlich eröffnet wird.

Besucher zum Mit-Denken verführen

Die Bauhäusler hätten mit Mut zum Experiment provoziert und polarisiert, betonte Grütters. "Sie haben der Lethargie der Einfallslosen den Enthusiasmus der Fantasie entgegen gesetzt. Kurz: Sie haben gezeigt, was Kunst zu leisten imstande ist. Nicht zuletzt deshalb feiern wir 100 Jahre Bauhaus unter dem Motto 'Die Welt neu denken', und ich hoffe, dass die Ausstellung bauhaus imaginista in diesem Sinne zum Mit-Denken verführt."

Die große Bauhaus-Schau geht über dessen Wahrnehmung als einen deutschen Exportschlager hinaus und spürt dem Einfluss außereuropäischer Modernen auf die internationalen Studenten und Lehrer des Bauhauses nach. So stellt das Kapitel "Corresponding with" zwei parallel zum Bauhaus entstandene Kunst- und Gestaltungshochschulen in Asien vor. Zudem belegt die Schau den regen Austausch vieler Bauhäusler mit Künstlerinnen und Künstlern auf der ganzen Welt eindrücklich anhand von Briefen, Büchern und Zeitschriften. 

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Video

Im Video geben die Ausstellungsmacher Einblicke in die Arbeit an dem Mammutprojekt „bauhaus imaginista“ und erklären, was den filigran gezeichneten „Teppich“ von Paul Klee (1927) zu einem der zentralen Ausstellungsstücke macht.

Bund unterstützt Jubiläum

Das internationale Forschungs- und Ausstellungsprojekt ist in Zusammenarbeit der Bauhaus Kooperation Weimar Dessau Berlin, dem HKW, des Goethe-Instituts sowie Partnern in acht Ländern auf vier Kontinenten entstanden. Mehr als 1,3 Millionen Euro stellt der Bund aus dem Etat der Kulturstaatsministerin für "bauhaus imaginista" im Rahmen seiner Förderung des Bauhausjubiläums zur Verfügung.

Insgesamt stehen für das Jubiläumsprogramm aus rund 700 Veranstaltungen in ganz Deutschland rund 21 Millionen Euro bereit.

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