70 Jahre Befreiung KZ Flossenbürg

Nie wieder!

Kulturstaatsministerin Grütters hat an einem feierlichen Gedenkakt zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg teilgenommen. Dazu waren auch rund 40 ehemalige Häftlinge an den Ort ihrer schmerzhaftesten Erinnerungen zurückgekehrt.

Informationstafel vor der KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg.

Bis 1945 waren in Flossenbürg und seinen knapp 90 Außenstellen mehr als 100.000 Menschen inhaftiert.

Foto: picture alliance / dpa / Armin Weigel

An dem Gedenkakt nahmen Politiker sowie Vertreter der Kirchen und aus der Gesellschaft teil. Neben Kulturstaatsministerin Monika Grütters nahm auch ihr tschechischer Amtskollege Daniel Herman und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer an dem Gedenken teil. Zudem waren rund 300 Angehörige von Flossenbürger KZ-Häftlingen aus 16 Ländern angereist. Auch ein Soldat der US-Armee, der damals zu den Befreiern gehörte, war gekommen.

Im Konzentrationslager Flossenbürg wurden ab 1938 mehr als 100.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert. Rund 30.000 von ihnen starben durch Mord, Hunger und der auszehrenden Zwangsarbeit in den umliegenden Granit-Steinbrüchen. Das KZ betrieb rund 90 Außenlager zwischen Würzburg, Dresden und Prag. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in Flossenbürg auch der protestantische Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer hingerichtet.

Ehemalige Konzentrationslager als Lernorte erhalten

Kulturstaatsministerin Grütters betonte in ihrer Rede: "Je weniger Holocaust-Überlebende es gibt, die uns ihre Geschichte erzählen können, desto schwieriger wird die Annäherung an das Unfassbare, und desto wichtiger werden die authentischen Gedenkorte, um deren Erhalt sich Bund und Länder in Deutschland gemeinsam kümmern. Wir wollen die ehemaligen Konzentrationslager deshalb als Lernorte erhalten - in der Hoffnung auf ein 'Nie wieder!'"

Neues Bildungszentrum in der Gedenkstätte

In diesem Sinne eröffneten die Ehrengäste vor dem offiziellen Festakt ein neues Bildungszentrum im ehemaligen SS-Casino sowie ein Museumcafé. Das Museumscafé wird von der Behindertenwerkstatt des Heilpädagogischen Zentrums Irchenrieth betrieben. Zum Jahrestag der Befreiung wurde auch die Neugestaltung des Außengeländes der Gedenkstätte präsentiert.

Zudem eröffnete eine neue Wechselausstellung mit dem Titel "Flossenbürg 1995 bis 2015 - die Wiederentdeckung eines europäischen Erinnerungsortes". Einige Überlebende berichteten in Zeitzeugengesprächen mit Schülerinnen und Schülern von ihrem leidvollen Schicksal.

Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg wird von der Stiftung Bayerische Gedenkstätten getragen. Der Bund fördert die Gedenkstätte aus dem Etat der Kulturstaatsministerin mit jährlich 500.000 Euro. Hinzu kommen Projektmittel wie zuletzt für den oben genannten Umbau des ehemaligen SS-Casinos in ein Bildungszentrum. Dies förderte der Bund mit 4,725 Millionen Euro.

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