Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung

Der Zweite Weltkrieg und die nationalsozialistischen Vernichtungs- und Expansionspolitik haben zur Flucht und Vertreibung von Millionen Menschen geführt. Über ihre Schicksale informiert das Dokumentationszentrum der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin.

Treck von fluechtenden Bauern aus Ostpreussen.- Foto, um 1945, koloriert.

Flüchtlingstreck 1945 in Ostpreussen

Foto: picture-alliance / akg-images

Die Vertreibungen von mehr als zwölf Millionen Deutschen stehen dort im Fokus. Aufgrund der aggressiven Außenpolitik des Deutschen Reiches wurden sie aus den früheren preußischen Ostprovinzen sowie den Siedlungsgebieten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa während und nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben.

Das Dokumentationszentrum trägt im Geist der Versöhnung und in der Kontinuität der Verständigungspolitik dazu bei, an das Unrecht von Vertreibungen zu erinnern und Vertreibung für immer zu ächten.

Deutschlandhaus wird umgebaut

Sitz des Dokumentationszentrums ist das Berliner "Deutschlandhaus" in der Nähe des Potsdamer Platzes. Seit April 2016 leitet die Historikerin Dr. Gundula Bavendamm die Stiftung.

Auf rund 3.000 Quadratmetern stehen neben einer Dauerausstellung auch Flächen für ergänzende Wechselausstellungen, ein öffentlicher Lesesaal mit Bibliothek, Archiv und Zeitzeugenberichten sowie Veranstaltungen, pädagogische Angebote und ein Raum der Stille für das individuelle Gedenken zur Verfügung.

Erinnerung im Geist der Versöhnung

Die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung wurde 2008 auf Beschluss der Bundesregierung errichtet. Ihr Auftrag ist es gemäß § 16 des Errichtungsgesetzes, "im Geiste der Versöhnung die Erinnerung und das Gedenken an Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert im historischen Kontext des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Expansions- und Vernichtungspolitik und ihren Folgen wachzuhalten".

Finanziert wird die Stiftung aus dem Haushalt der Kulturstaatsministerin. Träger der Einrichtung ist das Deutsche Historische Museum (DHM).

Internationale Expertise

Dem Stiftungsrat gehören 21 Mitglieder an. Davon werden 19 vom Deutschen Bundestag gewählt. Der Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum sowie der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte sind qua Amtes Mitglied. Im Stiftungsrat sind die Bundesregierung mit drei Mitgliedern, der Deutsche Bundestag mit vier Mitgliedern und der Bund der Vertriebenen mit sechs Mitgliedern vertreten. Der Zentralrat der Juden in Deutschland sowie die Evangelische und die Katholische Kirche stellen je zwei Mitglieder.

Gemäß Stiftungsgesetz hat der Stiftungsrat einen Wissenschaftlichen Beraterkreis eingerichtet. Die bis zu 15 Mitglieder werden für fünf Jahre berufen. Dem amtierenden Wissenschaftlichen Beraterkreis gehören international ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Großbritannien, Österreich, der Schweiz, Tschechien und den USA an. Er berät den Stiftungsrat und den Direktor entsprechend dem Stiftungszweck in fachlichen Fragen.

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 13.06.2019.

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