Internationaler Suchdienst

Internationaler Suchdienst

Der Internationale Suchdienst (ISD) in Bad Arolsen ist eine Einrichtung mit internationalem Charakter. Sie dokumentiert die Schicksale von NS-Opfern und deren Angehörigen.

Karteikarte

Hinter jeder Karte steht ein Schicksal: Nach 1945 waren Millionen Menschen "Displaced Persons".

Foto: International Tracing Service (ITS)

Aufgabe des ISD ist es, Unterlagen über Deutsche und Nichtdeutsche, die in nationalsozialistischen Konzentrations- oder Arbeitslagern inhaftiert waren, aufzubewahren und zugänglich zu machen. Das gilt auch für Nichtdeutsche, die während des Zweiten Weltkrieges von deutscher Seite verschleppt wurden (Displaced Persons).

Zum Bestand des Internationalen Suchdienstes gehören rund 20 km laufende Akten, aus der NS-Zeit teilweise aus den früheren Konzentrationslagern, sowie der unmittelbaren Nachkriegszeit. Sie enthalten Hinweise auf über 17 Millionen Personen. Die Originalbestände des ISD gehören seit 2013 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO.

Die Aufsicht über die Arbeit des ISD liegt beim Internationalen Ausschuss (IA) mit Vertretern aus elf Mitgliedstaaten: Deutschland, Belgien, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Israel, Italien, Luxemburg, Niederlande, Polen, USA. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich völkerrechtlich verpflichtet, die Fortführung der Arbeiten des ISD sicherzustellen. Der ISD wird als institutioneller Zuwendungsempfänger aus dem Bundeshaushalt finanziert; seit 2012 liegt die Finanzierungszuständigkeit bei BKM (Haushalt 2014 rund 14 Millionen Euro).

Bedingt durch den Rückgang der originären Suchdienstarbeit des ISD und die Weiterentwicklung zu einem Archiv wurde eine Neustrukturierung des ISD erforderlich. Völkerrechtliche Grundlage ist das Berliner Übereinkommen vom 09.12.2011 über den Internationalen Suchdienst, mit dem die bisher gültigen Bonner Verträge abgelöst wurden.

Zugleich mit dem Berliner Übereinkommen trat am 01.01.2013 auch die Partnerschaftsvereinbarung über die Beziehungen zwischen dem Bundesarchiv der Bundesrepublik Deutschland und dem Internationalen Suchdienst in Kraft. Das Bundesarchiv als sogenannter institutioneller Partner berät den ISD vor allem in archivfachlichen Angelegenheiten.

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