Presse

Am 12. September 2019 fand die Sitzung der Jury für Dokumentarfilmförderung der Staatsministerin für Kultur und Medien statt. Aus insgesamt 44 eingereichten Anträgen auf Produktionsförderung wurden sechs programmfüllende Filmvorhaben und aus 4 Anträgen auf Stoffentwicklungsförderung ein Filmstoff durch die Jury zur kulturellen Filmförderung vorgeschlagen. Den Empfehlungen der unabhängigen Jury folgend, fördert Staatsministerin Monika Grütters die nachfolgenden Dokumentarfilmvorhaben mit insgesamt 949.500 Euro.

Zu den geförderten Projekten zählen biografische Annäherungen an Persönlichkeiten wie den deutsch-russischen Pianisten Igor Levit, den an Alzheimer erkrankten Fotografen Thomas Hoepker oder die Niederländerin Tanja Nijmeijer, die an der Seite der kolumbianischen Guerillabewegung FARC kämpfte und Friedensverhandlungen führte. Weitere Vorhaben erzählen die Geschichten von Frauen, die in Saudi-Arabien von der individuellen Freiheit träumen oder in Mexiko für ein gleichberechtigtes Frauenbild in den Ring steigen.

Unter den programmfüllenden Filmvorhaben wurden vier Debütfilme gefördert.

Die Förderungen im Einzelnen:

Produktion

„Der Mann, der nie im All war“, Produktionsfirma: Sunday Filmproduktion, Halle (Saale)
Autor und Regisseur: Tom Lemke
Fördersumme: 59.500 Euro.

Inhalt: Schon als Kind wollte Tassilo ins All fliegen. Er flog nie. Die Raumfahrt bestimmte sein Leben. Er berührte die Sterne auf Erden. Er dachte nie darüber nach, im Alter finanziell abgesichert zu sein. Mit 65 Jahren schaut er zurück. Er braucht einen neuen Plan für die Rente. Und wieder kann sein Traum die Rettung sein.

„Tanja“, Produktionsfirma: Dreamer Joint Venture, Berlin
Autor und Regisseur: Marcel Mettelsiefen
Fördersumme: 180.000 Euro.
Inhalt: Eine holländische Studentin wird zu einer Kämpferin der FARC in Kolumbien. Sie schafft es, sich in den inneren Kreis zu arbeiten und wird zum Gesicht der Organisation. Von einigen geliebt, von anderen gehasst, wird sie schließlich zu einer Schlüsselfigur auf dem Weg zum Frieden. Heute fürchtet sie um ihr Leben und wird auf der ganzen Welt gesucht.

„Igor Levit - Pianist“, Produktionsfirma: zero one film, Berlin
Autor und Regisseur: Regina Schilling
Fördersumme: 250.000 Euro.
Inhalt: Der Film erkundet Kunst und Alltag eines jungen Ausnahmekünstlers, der Gefühle und Worte in Klang übersetzt - und komplexe Kompositionen in Geschichten. Igor Levit ist der Superstar einer neuen Generation, die Ihre Musik auf Spotify hört.

„HOEPKER- BEYOND LIFE“, Produktionsfirma: Granvista Media, Hamburg
Autor und Regisseur: Nahuel Lopez
Fördersumme: 160.000 Euro.
Inhalt: Thomas Hoepker schuf mit seinen Fotos, wie z.B. der Muhammad-Ali-Reihe, ein Stück Zeitgeschichte. Noch immer ist er unermüdlich auf der Suche nach Motiven, um die Welt in Bildern zu fassen. Letztes Jahr erhielt Hoepker die Diagnose Alzheimer. Dem Mann, dessen Kunst zum kollektiven Gedächtnis wurde, entschwindet langsam sein eigenes. Aber er hat noch einen großen Traum: einen Roadtrip durch die USA, zusammen mit seiner Frau Christine.

„Las Luchadoras“, Produktionsfirma: Tumult Film, Berlin
Autoren und Regisseure: Paola Calvo, Patrick Jasim
Fördersumme: 100.000 Euro.
Inhalt: "Las Luchadoras" portraitiert die mutigen Frauen, die in Ciudad Juárez, der Stadt der Frauenmorde, als Wrestlerinnen in den Ring steigen und dort, sowie in ihrem vom Machismo geprägten Alltag, um die Deutungshoheit über das Frauenbild in Mexiko kämpfen.

„Driving Force“, Produktionsfirma: Ventana-Film, Berlin
Autorin und Regisseurin: Stefanie Brockhaus
Fördersumme: 180.000 Euro.
Inhalt: „Driving Force“ erzählt die Geschichte von vier jungen Frauen in Saudi-Arabien, die ihren Traum von individueller Freiheit verwirklichen, trotz aller Widerstände ihrer Familien und der Gesellschaft.

Stoffentwicklung
„21 Gramm“, Autor: Dag Freyer, Berlin.
Fördersumme: 20.000 Euro.
Inhalt: Emile Griffith ist schwarz, schwul, Damenhutdesigner und Boxweltmeister. Im März´62 schlägt er seinen Gegner, der ihn öffentlich diffamiert, im Ring KO - mit tödlichen Folgen. Der Bruch in Griffiths Biografie. Mit dem Graphic-Novel-Autor R. Kleist entsteht eine teilanimierte Doku, die fließende Übergänge zwischen Innenwelt des Protagonisten und Zeitgeschichte schafft.

Der Jury Dokumentarfilm gehörten in der Sitzung an:

Ralf Schenk (Filmjournalist, Vorstand der DEFA-Stiftung / Berlin), Hubertus Siegert (Produzent, Regisseur / Berlin), Maya Reichert (Programmleitung Doc.Education Dokfest München / München), Annekatrin Hendel (Produzentin, Regisseurin / Berlin).

Der nächste Einreichtermin für Stoffentwicklungs- und Produktionsförderung Dokumentarfilm ist der 26. September 2019. Die aktuellen Filmförderungsrichtlinien, Antragsformulare und Merkblätter sind im Internet unter www.kulturstaatsministerin.de/filmfoerderung abrufbar.

Kontakt/Information:
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