Kulturstaatsministerin Grütters: Authentische Gedenkorte halten Erinnerung an das Unfassbare wach

Kulturstaatsministerin Grütters: Authentische Gedenkorte halten Erinnerung an das Unfassbare wach

Anlässlich des feierlichen Gedenkakts zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg am kommenden Sonntag (26. April) erklärt Kulturstaatsministerin Monika Grütters vorab:

  • Pressemitteilung 155
  • Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)

„Je weniger Holocaust-Überlebende es gibt, die uns ihre Geschichte erzählen können, desto schwieriger wird die Annäherung an das Unfassbare, und desto wichtiger werden die authentischen Gedenkorte wie die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Der Bundesregierung ist es wichtig, dass die Erinnerung an das Geschehene auch dann noch lebendig bleibt, wenn keine Zeitzeugen mehr unter uns sind. Wir wollen deshalb die ehemaligen Konzentrationslager als Gedenk- und Lernorte erhalten – vor allem auch für die jüngere Generation.“

Monika Grütters weiter: „Die offene und schonungslose Auseinandersetzung mit den Menschheitsverbrechen der Nationalsozialisten gehört zu den hart erkämpften, moralischen Errungenschaften unseres Landes. Die Gedenkstätte Flossenbürg zeichnet sich durch ihre innovativen Formen der Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit aus. Das neue Bildungszentrum der Gedenkstätte Flossenbürg umfasst unter anderem das ehemalige SS-Casino des Konzentrationslagers. Es ruft dazu auf, Eindrücke zu teilen und zu diskutieren - statt in Fassungslosigkeit zu schweigen. Mein Haus hat daher auch den Umbau zur Neukonzeption der Gedenkstätte mit 4,7 Millionen Euro gefördert.“

An der Gedenkfeier werden zahlreiche Überlebende und Opferangehörige sowie Persönlichkeiten aus Politik, Diplomatie, Wirtschaft und Kultur teilnehmen. Hierzu gehören Ministerpräsident Horst Seehofer, Ludwig Spaenle, Bayerischer Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst sowie Daniel Herman, Minister für Kultur der Tschechischen Republik.

Im KZ Flossenbürg starben von 1938 bis 1945 etwa 30.000 Menschen. 2009 wurde die Gedenkstätte in die institutionelle Förderung des Bundes aufgenommen. Seitdem fördert der Bund die Gedenkstätte Flossenbürg mit jährlich 500.000 Euro. Hinzu kommen Projektmittel, so zuletzt 4,725 Mio. Euro für die „Neukonzeption und Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg - 2. Bauabschnitt“, deren wichtigster Bestandteil der Umbau des ehemaligen SS-Casinos in ein Bildungszentrum war.

Weitere Informationen unter: www.gedenkstaette-flossenbuerg.de