Kulturstaatsministerin eröffnet Humboldt Forum – Grütters: „Die Weltkulturen ins Zentrum stellen“

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, sowie ausgewählten Abgeordneten des Deutschen Bundestages und Mitgliedern des Stiftungsrates das Humboldt Forum in Berlin eröffnet. Die verschiedenen Ausstellungsbereiche werden für das Publikum über das kommende Jahr in mehreren Etappen zugänglich gemacht.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärt: “Das Vermächtnis der Humboldt Brüder, sich die Welt mit eigenen Augen anzuschauen, dem Fremden zu begegnen statt es abzuwehren und abzuwerten, ist heute aktueller denn je. Deshalb wollen wir dieses Vermächtnis mit dem Humboldt Forum mitten im Herzen der deutschen Hauptstadt mit neuem Leben füllen. Gerade für den Umgang mit Kulturgütern aus kolonialen Kontexten sollte das Humboldt Forum in Deutschland Maßstab und Vorbild sein.
Nicht unsere eigene Weltanschauung stellen wir hier in den Mittelpunkt, sondern die der Kulturen Afrikas, Amerikas, Asiens und Ozeaniens. Ihnen wird dieses Haus vor aller Welt eine Bühne bieten, wenn es in den kommenden Monaten zu einem Ort inspirierender Kulturerlebnisse, kontroverser gesellschaftlicher Debatten und interkultureller Verständigung erwacht.“

Als Museum neuen Typs soll das Humboldt Forum künftig mit vielfältigen Kunst- und Kulturerlebnissen vor allem Wissen über die Weltkulturen vermitteln, auch was den Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten betrifft. Dabei soll es um Grundfragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens gehen, ebenso wie um die großen Menschheitsthemen wie Geburt und Tod, Gott und Religionen, Identität und Migration. So verbindet sich mit dem Humboldt Forum die historische Chance, das gewandelte Selbstverständnis der Kulturnation Deutschland als Partner in der Welt neu zu formulieren.

Mit der Eröffnung des Humboldt Forums sind die Arbeiten an der größten Kulturbaustelle Europas der vergangenen Jahre bis auf Restarbeiten im Hause abgeschlossen. Wegen der coronabedingten Einschränkungen wird die geplante Öffnung der Innenräume im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss für das Publikum jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

Dazu erklärte die Staatsministerin: „Alle am Bau Beteiligten hätten zweifellos eine feierliche Eröffnung mit viel Publikum und einem festlichen Programm verdient. Auch wenn dies nun leider nur im virtuellen Raum möglich ist, wollen wir dem Publikum zeigen, was hier über Jahre entstanden ist. Denn so wie Alexander von Humboldts Expeditionen erforderte auch der Weg vom Bundestagsbeschluss für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses 2002 bis zur Fertigstellung einen langen Atem, unermüdlichen Einsatz, visionäre Kraft und auch ein Quäntchen Kühnheit. Dafür danke ich allen Beteiligten, insbesondere den vielen Gewerken, die hier wahre Meisterwerke der Handwerks- und Bildhauerkunst geschaffen haben.“

Eine digitale Eröffnungsveranstaltung ist am Abend per Livestream unter www.humboldtforum.org zu sehen. Zudem stehen drei weitere Videokanäle zum Gebäude, zu seiner Geschichte und zu den Themen des Humboldt Forums zur Verfügung.

Im Humboldt Forum wird die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) mit den außereuropäischen Sammlungen des Ethnologischen Museums und dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin im Humboldt Forum vertreten sein, ebenso wie die Humboldt-Universität, die Stiftung Stadtmuseum Berlin und die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss. Zum Aufbau des inhaltlichen und künstlerischen Profils für die 42.000 Quadratmeter Fläche hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters 2015 eine Gründungsintendanz unter Leitung des britischen Kunsthistorikers und Museumsexperten Neil MacGregor berufen. Ihr gehörten zudem der Kunsthistoriker Horst Bredekamp und SPK-Präsident Hermann Parzinger an. Seit Juni 2018 ist Hartmut Dorgerloh Generalintendant der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.

Träger des Humboldt Forums ist die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss. Sie wird vom Bund seit 2018 institutionell gefördert, in diesem Jahr mit 53 Millionen Euro. Die Baukosten liegen derzeit bei insgesamt 644 Millionen Euro. Mit 80 Millionen Euro wird die Rekonstruktion der barocken Fassaden ausschließlich durch Spenden finanziert.