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Anlässlich ihres Besuchs beim Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters am heutigen Mittwoch die Strahlkraft der Tradition und Kultur der Deutschen aus Russland hervorgehoben. „Die ausgestellten Kunstwerke, die umfangreiche Bibliothek, aber auch etliche persönliche Gegenstände und Texttafeln in der Dauerausstellung vermitteln eindrücklich und berührend Erfahrungen der Auswanderung, der Ansiedlung, der Diktatur, Deportation und Rückkehr“, sagte Grütters. „Das Museum weckt ein Bewusstsein für die Wurzeln und Prägungen der Deutschen aus Russland. Es vermittelt aber auch ganz allgemein Erlebnisse mit Migration und Integration. So schafft es Verständnis und Zusammenhalt in einer multiethnischen Gesellschaft.“

Monika Grütters informierte sich auch über das geplante Pilotprojekt „Bi-Kultur_digital am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte“. Das experimentelle digitale Museumskonzept, lotet neue Erlebnisformate des Museums aus, indem in einem virtuellen „Escape Room“ Besucherinnen und Besucher tief in die Geschichte eintauchen können.

„Digitale Technologien können zwar nicht die Erzählungen der Familienangehörigen ersetzen, aber sie ermöglichen einen durchaus emotionalen Zugang zu individuellen Geschichtserfahrungen – auch und gerade bei jungen Menschen, die neuartige Sehgewohnheiten mitbringen“, so Grütters. Das Projekt wird im Rahmen der Digitalisierungsoffensive der BKM für drei Jahre von Oktober 2019 bis September 2022 mit Bundesmitteln in Höhe von 220.000 Euro gefördert.

Um die „sehr erfolgreiche Tätigkeit“ des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte zu würdigen und es auch dauerhaft als bundesweites Kompetenzzentrum für die Belange der Russlanddeutschen zu etablieren, kündigte die Staatsministerin die Fortsetzung der Förderung für das Museum über das Jahr 2020 hinaus an.

Das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte wird seit 2016 aus dem Etat der Kulturstaatsministerin mit jährlich 200.000 Euro
unterstützt. Zudem hat der Bund Ende 2017 das Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum eingerichtet, das jährlich mit 117.000 Euro getragen wird. Der Christliche Schulverein Lippe e.V., auf dessen Gelände sich das Museum befindet, stellt jährlich 100.000 Euro bereit. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert regelmäßig Projekte aus der Programmarbeit des Museums.