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Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat heute im Berliner Tränenpalast bei einer historisch-politischen Gesprächsrunde mit Zeitzeugen den Mauerfall als „einen der glücklichsten Momente deutscher und europäischer Geschichte und als einen wahren Triumph in der deutschen und europäischen Freiheitstradition“ gewürdigt. Grütters: „Der Opfer der SED-Diktatur zu gedenken und an den Mut der DDR-Bürgerinnen und -Bürger zu erinnern, die dem SED-Regime die Stirn boten, bleibt auch über den 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution hinaus wichtig. Die Erinnerung vermittelt Menschen den Wert demokratischer Freiheiten, die den Schrecken eines totalitären Unrechtsregimes nie selbst erleben mussten.“

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien wendet 2019 insgesamt 118 Millionen Euro für die Aufarbeitung der SED-Diktatur und des damit verbundenen Unrechts auf – 12 Millionen Euro mehr als 2013. Damit fördert sie unter anderem Einrichtungen wie die Stasi-Unterlagenbehörde, die Stiftung Aufarbeitung, die Stiftung Berliner Mauer oder die Gedenkstätte Hohenschönhausen. „Das teils erschreckende Unwissen über die SED-Diktatur, das Umfragen immer wieder offenbaren, unterstreicht die Bedeutung dieser Arbeit“, sagte Grütters. „Deshalb habe ich die einzelnen Fördersummen seit meinem Amtsantritt teilweise massiv erhöht. Denn Erinnerungsorte, Gedenkstätten und Institutionen gesellschaftlicher Aufarbeitung helfen zu verstehen, was eine Diktatur ausmacht. Sie beugen der Geschichtsklitterung und Legendenbildung vor.“

An der Podiumsdiskussion im Tränenpalast nahmen neben der Staatsministerin der Journalist Georg Mascolo, der polnische Historiker Prof. Dr. Wlodzimierz Borodziej und die Bürgerrechtlerin Katrin Hattenhauer teil. Besondere Gäste im Tränenpalast waren US-amerikanische Rundfunkjournalisten, die als Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen RIAS Alumni Programms „30th Anniversary of the Fall of the Wall“ für ihre Heimatsender über die Feierlichkeiten rund um das Mauerfall-Jubiläum berichten. „Zu den Wegbereitern der Friedlichen Revolution zählen nicht zuletzt die westlichen Schutzmächte Frankreich, Großbritannien und die USA, die West-Berlin im Kalten Krieg als Insel der Freiheit verteidigten“, sagte Grütters.

Aus Anlass des 30. Jahrestages des Mauerfalls wird im Tränenpalast erstmals der „Schabowski-Zettel“ ausgestellt. Günther Schabowski; Mitglied des Zentralkomitees der SED, hatte auf Grundlage dieser Notizen am 9. November 1989 in einer Pressekonferenz irrtümlich die sofortige Reisefreiheit für DDR-Bürgerinnen und Bürger verkündet.