Presse

Erhalt des schriftlichen Kulturguts

Feuchtigkeit, Säurefraß oder Schimmel: Viele historische Handschriften und Bücher in Deutschlands Archiven und Bibliotheken sind akut gefährdet. Um dieses national wertvolle Erbe für künftige Generationen zu bewahren, stellt Kulturstaatsministerin Grütters auch 2019 zusätzliche Mittel für das Sonderprogramm zum Erhalt des schriftlichen Kulturguts in Deutschland bereit.

Akte und Bild eines vermissten Kindes

Bedrohtes Schriftgut erhalten: hier Dokumente des Internationalen Suchdienstes.

Foto: International Tracing Service (ITS), Uwe Zucchi

Das 2017 aufgelegte Sonderprogramm des Bundes kommt Projekten von Bundes-, Landes- und kommunalen Einrichtungen zu Gute. Der Bund unterstützt deren Vorhaben zum Erhalt des schriftlichen Kulturguts grundsätzlich mit bis zu 50 Prozent. Außerdem finanziert der Bund seit 2011 gemeinsam mit den Ländern die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes (KEK).

Zweites Antragsverfahren im Jahr 2019

Kulturstaatsministerin Grütters führt das Sonderprogramm zum Erhalt des schriftlichen Kulturguts in Deutschland auch 2019 fort. Insgesamt stehen dafür in diesem Jahr 4,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Nachdem das erste Verfahren zur Beantragung von Fördermitteln beendet ist, startet nun die zweite Ausschreibungsrunde dieses Jahres. Bis zum 17. April 2019 können Interessierte Mittel in einer Gesamthöhe von rund einer Million Euro für Projekte zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts bei der KEK beantragen.

Rettung des Kulturerbes ist Gemeinschaftsaufgabe

Die Rettung des schriftlichen Kulturerbes ist jedoch nur mit vereinten Kräften von Bund, Ländern und Kommunen zu bewältigen. Deshalb ist eine Voraussetzung für die Projektförderung mit Bundesmitteln, dass die jeweiligen Bundesländer die Vorhaben ebenfalls mitfinanzieren.

Die Reaktionen auf das Sonderprogramm waren auf Landesebene positiv. Einige Länder haben ihre Mittel erhöht.

Projektbeispiele aus dem Sonderprogramm 2018

Durch das Sonderprogramm 2018 werden insgesamt 97 Vorhaben von Einrichtungen auf Ebene des Bundes, der Länder und Kommunen sowie kirchlicher und privater Träger gefördert. Dazu gehört beispielsweise ein Projekt der Akademie der Künste, um Dokumente aus dem Autographen-Nachlass von Bertolt Brecht und aus den Nachlassbibliotheken von Bertolt Brecht und Helene Weigel zu sichern. Um die Trockenreinigung und Umverpackung wertvoller Handschriften und Rara von Heinrich Heine sowie Clara und Robert Schumann geht es bei dem Projekt des Heinrich-Heine-Instituts in Düsseldorf.

Ausgewählt wurden die Maßnahmen auf der Basis von Empfehlungen des Fachbeirats der KEK.