Spatenstich für Museum des 20. Jahrhunderts

"Riesenchance für Kunstmetropole Berlin und Kulturnation Deutschland"

Am Kulturforum in Berlin wurde heute der erste Spatenstich für das Museum des 20. Jahrhunderts gesetzt. Ein guter Anlass für Kulturstaatsministerin Grütters, die Bedeutung des neuen Museums hervorzuheben - für Berlin und für die Kulturnation Deutschland.

Spatenstich für das Museum des 20. Jahrhunderts (v.l.n.r.: Herzog, Müller, Grütters, Parzinger, Kittelmann, Rettig)

Mit vereinten Kräften: Kulturstaatsministerin Grütters beim Spatenstich für das Museum des 20. Jahrhunderts.

Foto: BKM/Janine Schmitz

Nach jahrelangen Diskussionen über die Museen und die städtebauliche Situation am Kulturforum, zwei Wettbewerben und einer breiten und kontroversen Debatte war es heute endlich soweit: Mit dem heutigen Spatenstich wurden die Bauarbeiten für das Museum des 20. Jahrhunderts offiziell begonnen.

2026 soll das neue Gebäude nach Entwürfen der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron fertiggestellt sein.

Raum für die Kunst des 20. Jahrhunderts

Deutschland brauche dieses Haus, um einem Jahrhundert Raum zu geben, das wie kein anderes unser heutiges Selbstverständnis präge, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Und Deutschland brauche dieses Haus in Berlin, weil die Hauptstadt wie keine andere Stadt dieses wechselvolle 20. Jahrhundert mit all seinen tiefgreifenden Umbrüchen, mit seinen Abgründen und seinen Sternstuden repräsentiere, so Grütters weiter.

Künftig sollen dort rund 4.000 Werke aus dem Bestand der Nationalgalerie sowie die Werke aus den Privatsammlungen Marx, Pietzsch und Marzona in architektonisch adäquaten Räumen präsentiert werden. "Was für eine Riesenchance - nicht nur für die Kunstmetropole Berlin, sondern auch für die Kulturnation Deutschland", betonte Grütters.

Ort des Austauschs und der Verständigung

Der Entwurf von Herzog & de Meuron sieht einen Neubau vor, der mit seinen Durchwegungen und Öffnungen das Museum als einen Ort des kulturellen Austausches und des gesellschaftlichen Diskurses interpretiert.

Eine Konzeption, die das Kulturforum mit seinen ikonischen Bauten von Mies van der Rohe, Stüler und Scharoun auch städtebaulich neu definieren wird.

Strenge Kostenkontrolle vereinbart

Der Deutsche Bundestag hat Ende November die Mittel für das geplante Museum bewilligt. Damit stehen für die Baukosten 364,2 Millionen Euro zur Verfügung. "Diese Summe ist für mich eine echte Schmerzgrenze", betonte Grütters.

Deshalb wurde ein strenges Kostenmanagement vereinbart, das Bauherren, Planer und Architekten verpflichtet, im 6-Monats-Rhythmus dem Bundestag über den Mittelabfluss und die Kostenentwicklung zu berichten.

In den Berechnungen sind über die Baukosten hinaus 52,2 Millionen Euro für künftige Bau-Indexsteigerungen und 33,8 Millionen Euro Risikokosten berücksichtigt, so dass sich die Gesamtsumme dann auf bis zu 450,2 Millionen Euro beliefe.

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