Bundeskanzleramt

Bundesweite Erhebungen

Statistik zur Wohnungslosigkeit

Wer kein Obdach hat und in Notunterkünften lebt oder bei Verwandten unterkommen muss, gilt als wohnungslos. Obwohl Wohnungslosigkeit eine besonders belastende Form der Armut und der sozialen Ausgrenzung ist, werden bislang keine bundesweiten Zahlen erhoben. Das Bundeskabinett hat nun beschlossen, dies zu ändern.

Besucher stehen in der Suppenküche an der Essensausgabe

Anstehen in der Suppenküche: Künftig soll eine Statistik Auskunft darüber geben, wieviele Menschen in Unterkünften für Wohnungslose untergebracht sind.

Foto: picture alliance/dpa/Kay Nietfeld

Die Bundesregierung hat erstmals eine bundesweite Datenerhebung über Ausmaß und Struktur der Wohnungslosigkeit in Deutschland auf den Weg gebracht.

Mit Hilfe der Erkenntnisse will sie sozialpolitische Maßnahmen zielgenauer gestalten und Länder und Kommunen dabei unterstützen, Wohnungslosigkeit zu bekämpfen. Die Daten werden darüber hinaus dazu beitragen, die Armuts- und Reichtumsberichterstattung der Bundesregierung zu verbessern.

Zentrale Statistik gibt Auskunft

Ab 2022 wird eine zentrale Statistik Auskunft über wohnungslose Menschen geben, die in Gemeinschafts- oder Notunterkünften untergebracht sind. Das Statistische Bundesamt wird die Daten jährlich zum 31. Januar erheben.

Eine zweite Gruppe Wohnungsloser ist statistisch jedoch kaum zu erfassen. Menschen etwa, die als Selbstzahler in Billigpensionen leben, vorübergehend bei Verwandten oder Freunden unterkommen oder auf der Straße leben. Für diese Formen der Wohnungslosigkeit führt die  Bundesregierung eine ergänzende Wohnungslosenberichterstattung ein.

Der Wohnungslosenbericht wird regelmäßig veröffentlicht, mindestens aber alle zwei Jahre. Zunächst werden Wissenschaft und Fachverbände die Erhebung erarbeiten, denn gerade in den ersten Jahren der Berichterstattung wird man sich auf Forschungsergebnisse stützen müssen.