Goldener Bär für „Alcarràs“

Berlinale 2022 Goldener Bär für „Alcarràs“

Die Internationale Jury hat die Gewinner-Filme der 72. Berlinale bekannt gegeben – damit ist das Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären entschieden. Bester Film wurde die spanisch-italienische Produktion „Alcarràs“ von Carla Simón.

Filmstill aus „Alcarràs“

Der Gewinner der 72. Berlinale: Der Film „Alcarràs“ der Regisseurin Carla Simón.

Foto: Lluis Tudela

Unter großem Jubel überreichte das Berlinale-Leitungsduo Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian den Goldenen Bären an das Team des spanisch-italienischen Spielfilms „Alcarràs“. Das Drama der Regisseurin Carla Simón überzeugte die Internationale Jury unter der Leitung von M. Night Shyamalan als bester Film der 72. Berlinale. Sieben weitere Filme wurden bei der feierlichen Gala im Berlinale Palast mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet.

Auch Claudia Roth war vor Ort und gratulierte den Preisträgerinnen und Preisträgern. Besonders freue sie sich über den Silbernen Bären für die beeindruckende schauspielerische Leistung von Meltem Kaplan, sagte die Staatsministerin für Kultur und Medien. In der deutsch-französischen Koproduktion „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ von Andreas Dresen spielt die Schauspielerin die Mutter des Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz. An den Film, der mit Unterstützung der kulturellen Filmförderung des Bundes entstanden ist, ging ein weiterer Silberner Bär: Laila Stieler wurde für das Beste Drehbuch ausgezeichnet.

Über einen weiteren Silbernen Bären darf sich der Koreaner Hong Sang-soo freuen. Der Regisseur erhielt den Großen Preis der Jury für seinen Film „So-seol-ga-ui Yeong-hwa“. Bereits 2020 und 2021 hatte er jeweils einen Silbernen Bären als bester Regisseur und für das beste Drehbuch gewonnen. Die mexikanisch-bolivianische Regisseurin Natalia López Gallardo wurde für ihren ersten Spielfilm „Robe of Gems“ mit dem Preis der Jury ausgezeichnet. Eine Übersicht aller Gewinnerinnen und Gewinner finden Sie auf der Webseite der Berlinale.

Roth: Gewonnen haben der Film und das Kino

Nach der pandemiebedingten Sonderedition 2021 konnte die Bärenverleihung in diesem Jahr wieder mit Publikum durchgeführt werden. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, die Berlinale trotz Pandemie live stattfinden zu lassen, sagte Roth dazu.

Damit habe die Berlinale unter den schwierigen Umständen der Pandemie erneut Haltung als das politischste unter den großen internationalen Filmfestivals gezeigt, betonte die Kulturstaatsministerin. „Gewonnen haben der Film und das Kino insgesamt“, so Roth.

Die 72. Berlinale in Bildern

Vier Tage für das Publikum

Ganz vorbei ist die Berlinale nach der Preisverleihung aber noch nicht. Filmbegeisterte haben noch bis zum 20. Februar die Gelegenheit, die diesjährigen Festivalbeiträge zu sehen. An insgesamt vier Tagen werden alle Berlinale-Filme ein weiteres Mal auf der großen Leinwand gezeigt.

Höchste Priorität gilt weiterhin der Sicherheit der Gäste und des Publikums. Die Berlinale hat für das Präsenzfestival ein umfangreiches Corona-Schutz- und Hygienekonzept ausgearbeitet. Rein digital wurden nur die Festivalformate für das Fachpublikum – zum Beispiel der European Film Market, Berlinale Talents und der World Cinema Fund Day – umgesetzt.

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin zählen zu den bedeutendsten Filmfestivals der Welt und sind das größte Publikumsfestival im Filmbereich. Die Bundesregierung fördert die Berlinale jährlich mit 10,3 Millionen Euro. Für pandemiebedingte Mehrkosten stellt der Bund in diesem Jahr zusätzlich zur institutionellen Förderung Mittel aus dem Programm NEUSTART KULTUR zur Verfügung.

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