Benin-Bronzen können zurückkehren

Absichtserklärung unterzeichnet Benin-Bronzen können zurückkehren

Kulturstaatsministerin Roth hat mit Außenministerin Baerbock den Weg für Rückgaben von Benin-Bronzen freigemacht. Auf Grundlage der nun unterzeichneten Erklärung können zukünftig Rückgabevereinbarungen mit Nigeria vereinbart werden. Zwei Bronzen überreichten Roth und Baerbock noch während eine Festakts an eine nigerianische Delegation.

Kulturstaatsministerin Roth und Außenministerin Baerbock zwei Benin-Bronzen an den nigerianischen Kulturminister Lai Mohammed und den Staatsminister für Auswärtige Angelegenheiten Zubairu Dada übergeben

Anlässlich der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung wurden zwei Benin-Bronzen an die nigerianische Delegation übergeben.

Foto: BKM

„Wir machen uns auf den Weg in eine Zukunft, in der Nigeria und Edo people Eigentümer der Benin-Bronzen sind“, sagte Kulturstaatsministerin Roth anlässlich der Unterzeichnung einer Absichtserklärung, die die Rückführung der Objekte nach Nigeria ermöglicht. Diese solle das kulturelle Fundament für eine neue Zeit der Zusammenarbeit legen, so Roth weiter. „Als Bundesregierung und Nation bekennen wir uns zu den schrecklichen Untaten des Kolonialismus“, erklärte sie. 

Zusammen mit dem nigerianischen Kulturminister Lai Mohammed sowie dem Staatsminister für Auswärtige Angelegenheiten Zubairu Dada unterzeichneten Kulturstaatsministerin Roth und Außenministerin Baerbock die Gemeinsame Politische Erklärung bei einem Festakt im Auswärtigen Amt. Auf dieser Grundlage können zukünftig Rückgabevereinbarungen zwischen deutschen Museen und der nigerianischen National Commission for Museums and Monuments (NCMM) geschlossen werden.

Gemeinsame Politische Erklärung über die Rückgabe von Benin-Bronzen und bilaterale Museumskooperation zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Bundesrepublik Nigeria vom 1. Juli 2022

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Zwei Benin-Bronzen an Nigeria übergeben

Bei dem Festakt überreichten Kulturstaatsministerin Roth und Außenministerin Baerbock der nigerianischen Delegation zwei Benin-Bronzen, die sich zuvor in der Sammlung des Ethnologischen Museums der Stiftung Preußischer Kulturbesitz befanden. Hierbei handelt es sich um den Gedenkkopf eines Königs und eine Reliefplatte, die einen König mit vier Begleitern zeigt. Beide Objekte gelangten im Jahr 1898 in den Bestand des damaligen Königlichen Museums für Völkerkunde in Berlin.

„Die Grundlage jeder Zusammenarbeit ist die Kultur. Sie lässt uns an der Vergangenheit arbeiten, um gemeinsame Zukunft zu ermöglichen,“ betonte Roth. „Eine Zukunft, in der die heutige Generation und alle künftigen Generationen in Nigeria aufwachsen in dem Stolz und in der Schönheit, die diese Objekte ausstrahlen. Eine Zukunft, in der die Wunden der Vergangenheit heilen können durch Gerechtigkeit“, so die Kulturstaatsministerin.

Neben der Erklärung wurden vertiefende Kooperationen, etwa die Ausbildung von Museumsnachwuchs in Zusammenarbeit mit dem DAAD und weiteren Partnern sowie die Unterstützung beim geplanten Museum in Benin City, vereinbart. Auch die Möglichkeit, Benin-Bronzen als Dauerleihgaben in Deutschland auszustellen, bleibt bestehen.

Verhandlungen seit März 2021

Seit März 2021 wurde über die Rückführung der Benin-Bronzen verhandelt und im April 2021 unter Leitung der damaligen Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien eine gemeinsame Erklärung zum Umgang mit den in deutschen Museen und Einrichtungen befindlichen Bronzen verabschiedet. Darin wurde die grundsätzliche Bereitschaft zu substantiellen Rückgaben von Benin-Bronzen festgehalten. Dieser Erklärung hatten sich viele weitere deutsche Einrichtungen angeschlossen.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Themenseite zu „Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“