Roth: „Für ein Europa der Kultur“

Auslandsreise nach Paris Roth: „Für ein Europa der Kultur“

Kulturstaatsministerin Roth hat sich in Paris mit ihrer französischen Amtskollegin Bachelot-Narquin über aktuelle Fragen der Kultur- und Medienpolitik ausgetauscht. Ein zentrales Thema war dabei der Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten. Roth sprach sich dafür aus, hier in Zukunft noch enger zu kooperieren.

Kulturstaatsministerin Roth in Paris

Kulturstaatsministerin Roth während ihrer Paris-Reise

Foto: Michael von Aulock

Ihre erste Auslandsreise hat Kulturstaatsministerin Claudia Roth nach Paris geführt. Damit bekräftigte Roth die engen deutsch-französischen Beziehungen gerade auch im Bereich Kultur und Medien: „Frankreich und Deutschland setzen sich ein für ein Europa der Kultur. Wir wollen gemeinsam die kultur- und medienpolitischen Herausforderungen in Europa angehen“, erklärte sie anlässlich der Reise.

Bei bilateralen Gesprächen tauschte sie sich mit Roselyne Bachelot-Narquin unter anderem über die Pläne im Bereich Kultur und Medien während der französischen EU-Ratspräsidentschaft, die soziale Lage von Künstlerinnen und Kreativen in der Pandemie sowie Fragen der Plattformregulierung und der Bekämpfung gezielter Desinformation und illegaler Hassrede im Netz aus.

Engere Zusammenarbeit beim Umgang mit kolonialem Erbe

Im Fokus des Gesprächs stand der Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten. „Beim Umgang mit dem kolonialen Erbe wollen wir die Zusammenarbeit unserer beiden Länder weiter verstärken, vor allem im Bereich der Museumskooperationen und der gemeinsamen afrikanisch-europäischen Ausbildung von Museumsmanagern“, erklärte die Kulturstaatsministerin. Es sei an der Zeit für eine echte Dekolonialisierung des Denkens – diesen Prozess müssten Europas Museen aktiv vorantreiben, so Roth.

Deutsch-französische Museumskooperationen stärken

Am Nachmittag besuchte die Staatsministerin das Musée du Quai Branly, eines der bedeutendsten ethnologischen Museen Europas. Seine Sammlung umfasst rund 1,2 Millionen Objekte, die bereits größtenteils digitalisiert und online zugänglich sind. Auch in Restitutionsfragen nimmt das Museum eine Vorreiterrolle ein: Anfang November hatte Frankreich 26 Kulturgüter, die zuletzt im Quai Branly ausgestellt waren, an die Republik Benin zurückgegeben. 

Beim Rundgang durch die Ausstellung informierte sich die Kulturstaatsministerin über die gerade erfolgte Restitution und über die Digitalisierung von Objekten. Roth sprach sich für eine engere Zusammenarbeit deutscher Museen mit dem Quai Branly und anderen französischen und europäischen Museen aus. 

Frankreich ist kürzlich auch dem MuseumsLab beigetreten. Das vom Bund finanzierte Austausch- und Bildungsprogramm ist im Mai 2021 gestartet und bringt Museumsnachwuchskräfte aus Europa und Afrika zusammen. Es bildet einen wichtigen Schritt für den Aufbau der Agentur für internationale Museumskooperationen, die das Auswärtige Amt derzeit plant.

Bildergalerie zu den Stationen der Reise