Aufarbeitung der deutschen Besatzungsherrschaft in Europa 

Dokumentationszentrum Zweiter Weltkrieg Aufarbeitung der deutschen Besatzungsherrschaft in Europa 

Das Bundeskabinett hat heute den Konzeptentwurf zur Errichtung eines Dokumentationszentrums beschlossen, das die Geschichte des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzungsherrschaft in Europa aufarbeitet und dokumentiert. Entwickelt wurde der Entwurf für den neuen Lern- und Gedenkort vom Deutschen Historischen Museum.

Nazi-Polizei kontrolliert die Personalausweise der polnischen Bürger in den Straßen.

Ausweiskontrolle polnischer Bürger während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg.

Foto: Bundesarchiv

Die Neugestaltung der Erinnerungspolitik sei ein zentrales Vorhaben der Bundesregierung, sagte Kulturstaatsministerin Claudia Roth zu dem Beschluss des Konzepts für ein Dokumentationszentrum Zweiter Weltkrieg und deutsche Besatzungsherrschaft in Europa (ZWBE). „Hierzu haben wir heute einen ersten Schritt getan“ so Roth weiter. Das Kabinett hat während der Klausurtagung in Meseberg dem Realisierungsvorschlag für die neue Erinnerungsstätte zugestimmt.

Das Dokumentationszentrum soll die Geschichte der deutschen Besatzungsherrschaft in Europa während des Zweiten Weltkrieges darstellen und als Ort der Reflexion auch Raum für das Gedenken an die Opfer geben. „Wir stellen unsere Erinnerungspolitik bewusst in den europäischen Zusammenhang“, erklärte Staatsministerin Roth dazu. Es gehe darum zu beleuchten, wie die verheerende NS-Diktatur Krieg, Zerstörung und Vernichtung bis hin zum Menschheitsverbrechen des Holocaust über ganz Europa gebracht hat.

Realisierungsvorschlag Dokumentationszentrum „Zweiter Weltkrieg und deutsche Besatzungsherrschaft in Europa“ (ZWBE) PDF, 951 KB, nicht barrierefrei

Verantwortung gegenüber Geschichte und Zukunft Europas

Das Konzept für das Dokumentationszentrum wurde vom Deutschen Historischen Museum entwickelt. Als Berater haben dabei eine internationale Expertengruppe sowie die Arbeitsgruppe „Erinnern und Gedenken“, der Leiterinnen und Leiter wichtiger deutscher NS-Erinnerungseinrichtungen angehören, mitgewirkt.

Indem es Wissen über die historischen Ereignisse vermittelt, soll das Dokumentationszentrum Besucherinnen und Besuchern ermöglichen, die europäische Gegenwart neu und besser zu verstehen. „Dieses Erinnern soll vor allem auch in die Zukunft gerichtet sein und deutlich machen, wie wichtig für das europäische Projekt und für unser Land im Herzen Europas Demokratie, Rechtsstaat und gelebte Vielfalt sind, wie entscheidend unser Engagement in und für Europa ist“, sagte die Kulturstaatsministerin dazu.

Standort in Berlins Mitte geplant

Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss setzt die Bundesregierung einen Bundestagsbeschluss vom 9. Oktober 2020 zur Erstellung eines Realisierungsvorschlags für ein neues Dokumentationszentrum zur deutschen Besatzungsherrschaft in Europa um. In einem nächsten Schritt wird das Konzept dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat zur Abstimmung übersandt. Anschließend soll ein passender Standort für das Dokumentationszentrum in Berlin gefunden werden.