Bundeskanzleramt

Forschung in Deutschland

Spitzenreiter bei Forschung und Innovation

Nie wurde mehr in Forschung investiert als in den vergangenen zehn Jahren. Die Bundesregierung hat ihre Ausgaben seit 2007 um 68 Prozent auf 15,6 Milliarden in 2016 angehoben. Dies geht aus einem Bericht hervor, den das Kabinett am 6. Juni 2018 beschlossen hat.

Wissenschaftlerin mit Pipette im Labor.

Die Zahl der Beschäftigten in der Forschung ist in den letzten zwei Jahren gestiegen.

Foto: mauritius images

"Deutschland hat seine Wettbewerbsposition durch das gemeinsame Engagement von Bund und Wirtschaft festigen können. Wir sind einer der weltweiten Innovationsführer", sagte Forschungsministerin Anja Karliczek.

2016 haben Bund, Wirtschaft und Wissenschaft insgesamt den Rekordwert von 92,2 Milliarden für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Gemeinsam mit der Wirtschaft wurde das Ziel, drei Prozent des BIP in FuE zu investieren, nahezu erreicht, nämlich 2,94 Prozent. Im Durchschnitt der 28 EU-Länder waren es 2,03 Prozent. Gut zwei Drittel davon investiert die Wirtschaft. Mit 63 Milliarden Euro im Jahr 2016 haben ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung einen neuen Höchstwert erreicht.

"Der internationale Konkurrenzdruck wächst", erklärte Karliczek in Berlin. "Deshalb brauchen wir mehr Tempo, besonders in der Anwendung und auch in der Zusammenarbeit in Europa, um gegenüber China und den USA mithalten zu können."

Die Zahl der Beschäftigten in Forschung und Entwicklung ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. In Deutschland sind dort mehr als 650.000 Menschen tätig. 2015 waren mehr als 43.000 ausländische Forschende an deutschen Hochschulen tätig. Damit stellten sie etwa 11 Prozent des gesamten Wissenschaftspersonals.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung berichtet regelmäßig über den Stand des Forschungs- und Innovationssystems in Deutschland. Dabei ist der Bundesbericht zur Forschung und Innovation das Standardwerk zur Forschungs- und Innovationspolitik Deutschlands. Er wird dem Bundestag alle zwei Jahre vorgelegt.

Wettbewerbsposition verbessert

Bei den weltmarktrelevanten Patenten pro eine Million Einwohner liegt Deutschland mit 371 im Jahr 2015 weit vor den USA (200) und China (27). Die Innovationsausgaben deutscher Unternehmen beliefen sich 2016 auf 158,8 Milliarden Euro. Über drei Viertel entfielen auf die Industrie. Im Vorjahresvergleich stiegen die Ausgaben insgesamt um zwei Prozent. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit weniger als 500 Beschäftigten gaben über 36 Milliarden Euro für Innovationsaktivitäten aus.

Mit Produktinnovationen erreichte die deutsche Wirtschaft 2016 einen Umsatz von 719 Milliarden Euro, etwa drei Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr als jedes zehnte Produkt kommt aus Deutschland: damit liegen wir mit den USA gleichauf.

Die Expertenkommission Forschung und Innovation mit Sitz in Berlin legt jährlich ein Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands vor. Die EFI analysiert die Stärken und die Schwächen des deutschen Innovationssystems im internationalen Vergleich. Sie bewertet die Perspektiven des Forschungs- und Innovationsstandortes Deutschland. Auf dieser Basis entwickelt die Kommission Vorschläge für die nationale Forschungs- und Innovationspolitik Seit mehr als zehn Jahren berät sie die Bundesregierung.

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