Zweiter Teil der Ausstellung „Bestandsaufnahme Gurlitt“ in Bonn eröffnet – Grütters: Wichtige Fortschritte bei der Aufarbeitung des NS-Kunstraubs

  • Pressemitteilung 378
  • Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat am heutigen Donnerstag die Ausstellung „Bestandsaufnahme Gurlitt. Der NS-Kunstraub und die Folgen“ in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn eröffnet. Erstmals werden rund 250 Kunstwerke aus dem Nachlass von Cornelius Gurlitt vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Provenienzforschung und der Problematik von NS-Kunstraub und Restituierung. Die Ausstellung ist Teil der Doppelausstellung mit dem Kunstmuseum Bern, wo die entsprechende Ausstellung mit Schwerpunkt „Entartete Kunst“ bereits gestern eröffnet wurde.

Grütters erklärte: „Diese Ausstellung in Bonn ist all den Sammlern und Eigentümern von Kunst und Kulturgütern gewidmet, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft Opfer von Verfolgung, Enteignung und Ermordung wurden. Sie zeigt, dass hinter jedem entzogenen, geraubten Kunstwerk das individuelle Schicksal eines Menschen steht. Dies anzuerkennen und die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, sind wir den Opfern der Nationalsozialisten und deren Nachfahren schuldig. Die Ausstellung sensibilisiert aber auch dafür, wie mühsam und langwierig es ist, die Herkunft eines Kulturguts über Jahrzehnte zurück zu verfolgen und zweifelsfrei zu klären - gerade weil im Krieg ja auch viele Dokumente vernichtet wurden. Ein Beispiel für eine der wenigen erfolgreichen Restitutionen ist die in Bonn ausgestellte Zeichnung Adolph von Menzels, die wir an die Erben zurückgegeben haben. So konnten wir einmal mehr zur Aufklärung historischer Wahrheit und zu Gerechtigkeit beitragen.“

Die Staatsministerin weiter: „Als Erfolg dürfen wir auch werten, dass die Aufarbeitung des ‚Kunstfunds Gurlitt‘ das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung der Provenienzforschung deutlich gestärkt hat. Mit dem auf meine Initiative hin gegründeten Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg gibt es nun einen zentralen Ansprechpartner für Provenienzforschung – der sowohl öffentlichen Einrichtungen wie auch privaten Eigentümern zur Verfügung steht. Die Mittel für Provenienzforschung konnte ich für den Bund von 2 auf 6,5 Millionen Euro erhöhen. So ist die ‚Bestandsaufnahme Gurlitt‘ denn auch kein Schlusspunkt der Aufarbeitung, sondern vielmehr ein Ausgangspunkt, von dem aus mehr Forschende als bisher der Wahrheit auf den Grund gehen können.“

Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland (KAH) zeigt vom 2. November 2017 bis 11. März 2018 Kunstwerke u.a. von Albrecht Dürer, Claude Monet, Pieter Breughel und Max Beckmann. Auch die im Februar 2017 restituierte Zeichnung Adolph von Menzels „Inneres einer gotischen Kirche“ an die Erben Elsa Cohens, die ihren Besitz während der NS-Herrschaft unter Wert verkaufen musste, gehört zu den Exponaten. Der übergeordnete Titel „Bestandsaufnahme Gurlitt“ der Präsentationen in Bern und Bonn nimmt Bezug darauf, dass beide Ausstellungen auf dem aktuellen Forschungsstand zum Kunstfund beruhen. Sie sollen auch dazu beitragen, weitere Hinweise zu den Werken zu finden, deren Provenienzen noch offen sind.

Weitere Informationen unter: www.bundeskunsthalle.de/

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