Asylstatistik 2017

Zahl der Asylsuchenden deutlich gesunken

Mehr als 30.000 freiwillige Rückkehrer, 26.000 Abschiebungen, verstärkt vor allem in die Maghreb-Staaten, und 60 Gefährder erfolgreich zurückgeführt: Eckdaten der Asylstatistik 2017, die Bundesinnenminister de Maizière vorgestellt hat. Die Zahl der Asylanträge ist um mehr als 70 Prozent zurückgegangen.

Junger Mann bei der Erstaufnahme im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Bonn

Die meisten Asylsuchenden kamen 2017 aus Syrien, dem Irak und Afghanistan.

Foto: Ute Grabowsky/photothek.net

"Die Hauptprobleme sind im Griff, aber es bleibt viel zu tun" erklärte Bundesminister Thomas de Maizière in Berlin. So sei die Zahl der Asylsuchenden im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Die Behörden registrierten 186.644 Asylsuchende. Die meisten Flüchtlinge kamen aus Syrien, gefolgt von Irak und Afghanistan.

2016 waren noch etwa 280.000 Asylsuchende nach Deutschland gekommen, 2015 waren es rund 890.000 Menschen.

Die Zahl der Asylanträge ging ebenfalls stark zurück: 2017 haben insgesamt 222.683 Flüchtlinge in Deutschland Asyl beantragt. Diese Zahl schließt Folgeanträge und Altanträge mit ein. Gegenüber dem Vorjahr (745.545 Anträge) bedeutet dies einen Rückgang um 70,1 Prozent.

Infografik über die Asylzahlen in Deutschland 2016 und 2017

Die Asylzahlen sind im Vorjahr stark gesunken.

Foto: Bundesregierung

Mehr Abschiebungen nach Nordafrika

26.000 Menschen wurden 2017 aus Deutschland abgeschoben, so de Maizière - ein leichter Rückgang gegenüber 2016 (28.000 Abschiebungen). Grund dafür sei, dass Rückführungen auf den westlichen Balkan weitestgehend abgeschlossen sind, Abschiebungen in andere Länder aber weiter schwierig seien.

Abschiebungen in die nordafrikanischen Länder Tunesien, Algerien und Marokko, die in der Vergangenheit als besonders kompliziert galten, hätten sich erhöht, betonte der Bundesinnenminister. Allein nach Algerien seien 2017 450 Menschen zurückgebracht worden - zwei Jahre zuvor waren es noch 57.

Hohe Zahl getroffener Entscheidungen

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat 2017 über die Anträge von 603.428 Personen entschieden (2016: 695.733 Entscheidungen). Damit konnten die anhängigen Asylverfahren beim BAMF mit 68.245 wieder auf den niedrigen Stand von etwa Mitte 2013 zurückgeführt werden. Ende Dezember 2016 gab es noch 433.719 anhängige Asylverfahren.

"Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ist nicht mehr mit dem Bewältigen der Folgen der Krise beschäftigt", sagte de Maiziére. Vielmehr könne sich das BAMF nun den Aufgaben der Zukunft zuwenden. "Und das besser als je zuvor, da es aufgrund der zahlreichen Veränderungen als moderne Behörde viel besser aufgestellt ist, als noch vor der Krise."

Enormer Kraftakt des BAMF

Der Bundesinnenminister lobte die hohe Zahl der Asylentscheidungen. "Damit konnte die Anzahl der anhängigen Asylverfahren beim BAMF im Jahr 2017 insgesamt auf 22.429 Altverfahren abgebaut werden." Bei diesen Verfahren handelt es sich um Fälle aus dem Jahr 2016. "Das BAMF hat hier einen enormen Kraftakt vollbracht", so de Maiziére.

Zu den Altverfahren kommen noch 45.816 laufende Verfahren von Flüchtlingen, die seit 1. Januar 2017 einen Asylantrag gestellt haben. Insgesamt wurden damit die 433.719 offenen Verfahren zu Beginn des Jahres 2017 auf 68.245 anhängige Verfahren reduziert. Das sind genauso viele wie Mitte 2013. Die Rückstände sind damit fast abgebaut. Es gelte nun, die hohe Qualität jetzt und in Zukunft zu erhalten, betonte de Maizière.

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