Communicator-Preis für Antje Boetius

Wissenschaft verständlich erklärt

In Vorträgen, Interviews und Artikeln bringt uns Antje Boetius ihre Forschungserkenntnisse nahe. Die Tiefsee-Forscherin erklärt vielfältig, originell und leidenschaftlich. Jeder, der sie hört, versteht woran sie forscht. Dafür erhielt sie nun den mit 50.000 Euro dotierten Communicator-Preis.

Antje Boetius, Meeresbiologin und Vorsitzende des Lenkungsausschusses Wissenschaft im Dialog

Antje Boetius: Die erfolgreiche Tiefseeforscherin macht ihre Erkenntnisse einem breiten Publikum bekannt.

Foto: picture alliance / ZB

"Etwas zu entdecken und dann erklären zu können, das ist etwas so Schönes und Magisches", sagte die Meeresforscherin bei der Preisverleihung.

Boetius spricht die Sprache ihrer Zuhörerinnen und Zuhörer und lässt damit jeden, egal ob Jung oder Alt, Wissenschaftler oder Laie, an ihrer Forschung teilhaben. Wie die Expertin der biologischen Ozeanografie, mikrobiellen Ökologie und Biogeochemie den Menschen ihre Forschung nahe bringt, hatte die Juroren besonders beeindruckt. Antje Boetius setzte sich gegen 38 Wettbewerber durch.

Verständlichkeit bringt Verständnis

Für Boetius gehört der Dialog mit zu den Aufgaben der Wissenschaft. Seit Jahren berichtet die Meeresbiologin über ihre Forschung in der Tiefsee und den Polarregionen. Damit trage sie zu einem besseren Verständnis ihrer Themen in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft bei, so die Jury. Boetius zeichne eine sehr persönliche und authentische Art der Kommunikation aus.

"In einer Welt, wo alle immer nur lauter reden, ist das Noch-lauter-reden nicht unbedingt die erfolgreiche Strategie", so der DFG-Präsident Peter Strohschneider. Richtig, weil erfolgreich, sei vielmehr die Steigerung der Qualität.Dafür stehe Antja Boetius mit ihrer Arbeit.

Die Meeresforscherin und Mikrobiologin Antje Boetius ist Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven. Sie leitet die Gruppe von Helmholtz- und Max-Planck-Forschungsinstituten für Tiefseeökologie und Technologie am Bremer Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie. Darüber hinaus hält sie eine Professur für Geomikrobiologie an der Universität Bremen.

Die Spitzenforscherin nahm an mehr als 45 Expeditionen auf See teil und leitete viele internationale Forschungsprogramme. So etwa 2014 und 2016 zwei aufsehenerregende Arktis-Expeditionen, die mit Dokumentationen und Medienbeiträgen direkt einem breiten Publikum vermittelt wurden. Boetius ist vielfach ausgezeichnet. 2009 erhielt sie für ihre Forschung an Mikroorganismen der Tiefsee den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutsche Forschungsgemeinschaft - den wichtigsten Forschungsförderpreis in Deutschland.

Zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit

2011 verfasste sie zusammen mit ihrem Vater, dem Schriftsteller Henning Boetius, "Das dunkle Paradies". Ein umfassendes und gut verständliches Sachbuch zur Erforschung der Tiefsee. Bei ihren Vorträgen "Mensch und Ozean - Chancen und Risiken des globalen Wandels" bezieht sie Stellung zu den Folgen des Klimawandels, zur Zukunft der Ozeane sowie der Naturräume und Artenvielfalt.

Seit drei Jahren leitet Boetius den Lenkungsausschuss von Wissenschaft im Dialog, einer Initiative der großen Wissenschaftsorganisationen. Ihr Ziel ist es, Wissenschaft stärker in die Öffentlichkeit zu tragen. Nicht zuletzt liegt ihr die Karriere von Frauen in der Forschung am Herzen. Hier bringt sie ihre Erfahrungen als Frau auf akademischen Karrierewegen, in Leitungsfunktionen und auf Expeditionen ein.

Der "Communicator-Preis – Wissenschaftspreis des Stifterverbandes" wird seit dem Jahr 2000 verliehen. Ausgezeichnet werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in besonders vielfältiger, origineller und nachhaltiger Weise ihre Forschungen und die ihres Faches in die Medien und die breite Öffentlichkeit außerhalb der Wissenschaft kommunizieren.

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