Argentinischer Staatspräsident in Berlin

Wirtschaftliche Zusammenarbeit intensivieren

Deutschland und Argentinien wollen ihre wirtschaftliche Kooperation ausbauen. Bundeskanzlerin Merkel kündigte nach ihrem Gespräch mit Staatspräsident Macri im Kanzleramt die Unterstützung im Bereich Energie, Landwirtschaft und Infrastruktur an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt den argentinischen Staatspräsidenten Mauricio Macri im Kanzleramt.

Deutschland ist offen für Handelsabkommen zwischen MERCOSUR und der EU.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

"Der Präsident hat in kurzer Zeit seit der Amtsübernahme wichtige Pflöcke eingeschlagen." Dies mache die Öffnung Argentiniens zur Welt wieder möglich, betonte sie. Beim ersten offiziellen Besuch von Staatspräsident Mauricio Macri in Deutschland lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel die jüngsten Entwicklungen Argentiniens.

Offen für Handelsabkommen

Merkel betonte, die Bundesregierung sei offen für Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen der EU und MERCOSUR, dem gemeinsamen Markt Südamerikas. Zum MERCOSUR-Verbund gehören Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay und Venezuela. Die Kanzlerin hob insbesondere hervor, die Beziehungen Deutschlands zu Südamerika würden sich auch nach den Austritt Großbritanniens aus der EU nicht verändern.

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Pressekonferenz der Bundeskanzlerin mit dem argentinischen Staatspräsidenten Mauricio Macri

Wirtschaftskooperationen im Fokus

Merkel lobte den wirtschaftlichen Reformkurs der argentinischen Regierung unter Präsident Macri. Die Anwendung marktwirtschaftlicher Prinzipien beispielsweise im Energiebereich sei ein harter Einschnitt für Menschen mit einem niedrigeren Einkommen. Mittel- und langfristig zahlten sie sich jedoch aus, insbesondere bei der Entstehung von Arbeitsplätzen und neuer Chancen für junge Menschen, betonte sie.

Die Bundeskanzlerin sagte Präsident Macri deutsche Unterstützung zu. "Deutsche Unternehmen, die schon lange in Argentinien tätig sind, können unter anderem das Thema Berufsausbildung stärken", sagte sie. Die Bundesregierung werde Argentinien bei der Modernisierung der Infrastruktur, im Bereich der Landwirtschaft und beim Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen, so Merkel weiter.

Einladung zum G20-Treffen

Merkel lud Präsident Macri zum G20-Treffen im kommenden Jahr nach Deutschland ein. "Wir werden auch in diesem Zusammenhang sehr eng zusammenarbeiten", erklärte sie. Der argentinische Präsident betonte: "Wir müssen im Team arbeiten. Auch globale Bedrohungen wie der Kampf gegen organisiertes Verbrechen und Terrorismus sind wichtige Bereiche."

Bereits seit 1857 bestehen zwischen Deutschland und Argentinien offizielle Beziehungen. Nach Brasilien und Mexiko ist Argentinien der drittwichtigste Handelspartner Deutschlands in Lateinamerika. So stammen knapp 5% aller argentinischen Einfuhren aus Deutschland. Umgekehrt bezieht Deutschland aus Argentinien Rohstoffe und landwirtschaftliche Erzeugnisse und ist innerhalb der EU der größte Abnehmer argentinischen Rindfleischs.

Staatspräsident Macri war am Vormittag von Bundespräsident Joachim Gauck empfangen worden. Außerdem traf er Bundeswirtschaftsminister Gabriel zu einem Gespräch. Am Nachmittag kommt er mit Bundesaußenminister Steinmeier zusammen.

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