Wichtige Fortschritte erzielt

Klimakonferenz in Bonn beendet Wichtige Fortschritte erzielt

Laut Bundesumweltministerin Hendricks hat die Klimakonferenz Fortschritte bei der Umsetzung des Pariser Abkommens erreicht. Zudem sei der Gipfel die erste nachweislich umweltfreundliche Weltklimakonferenz gewesen. Zum Abschluss der Konferenz hatte Hendricks ein entsprechendes EU-Zertifikat entgegengenommen.

Veranstaltungsaal voller Menschen

Rund 22.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Welt waren nach Bonn gekommen.

Foto: BMUB/Nils Klinger

Am Samstag zeigte sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks zufrieden mit den Ergebnissen der Klimakonferenz. "Wir haben in Bonn große Fortschritte gemacht, und zwar beim Verhandeln und beim Handeln. Damit hat die Konferenz die Erwartungen voll erfüllt." Nach Meinung der Ministerin ist das Konferenzergebnis ein "wichtiger Zwischenschritt" auf dem Weg zur Konferenz im polnischen Kattowitz in einem Jahr. Dort sollen die Umsetzungsregeln von Paris beschlossen werden.

"Die Welt steht zusammen"

Hendricks hob hervor, dass Bonn die erste Weltklimakonferenz nach dem angekündigten Rückzug der Trump-Regierung war. "Von Bonn geht das starke Signal aus, dass die Welt zusammensteht und sich beim Klimaschutz nicht aufhalten lässt".

Die zweiwöchige Konferenz war in der Nacht zu Samstag zu Ende gegangen. Dabei erzielten die 197 Vertragsparteien wichtige Fortschritte bei der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens. Der sogenannte Talanoa-Dialog soll im Laufe des nächsten Jahres die Staatengemeinschaft zu ambitioniertem Handeln ermutigen, um die globale Klimaschutzlücke zu füllen.

Auf der Abschlusskonferenz der deutschen Delegation am Freitag bilanzierte die Umweltministerin auch die Dimension der Konferenz. Deutschland habe in seiner Doppelrolle als Verhandler und technischer Gastgeber agiert. Sie bedankte sich bei allen Beteiligten für die Unterstützung und bei den Bonnern. Sie seien hervorragende Gastgeber gewesen.

Weltklimakonferenz im Kosten- und Zeitplan

Auch wenn der Ruf der Baunation Deutschland in letzter Zeit etwas gelitten hätte: Bei der Konferenz sei Deutschland im Kosten- und Zeitplan geblieben und das bei einer Planungs- und Umsetzungszeit von nur 11 Monaten. Von den 117 Millionen, die das Bundesumweltministerium zusammen mit dem Auswärtigen Amt zur Verfügung gestellt habe, seien rund 50 Millionen für die temporären Bauten verwendet worden.

Konferenz bekommt Zertifikat für Umweltfreundlichkeit

"Die Konferenz war nicht nur im Kosten- und Zeitplan, sondern sie war auch die erste nachweislich umweltfreundliche Weltklimakonferenz", sagte Ministerin Barbara Hendricks. So habe sie das entsprechende EMAS-Zertifikat entgegengenommen. EMAS steht für ECO Management und Audit Scheme. Das Zertifikat belegt eine umweltfreundliche Ausrichtung nach den strengen EU-EMAS Standards. Beispielhaft führte die Ministerin an, dass Nahverkehrstickets und Leihfahrräder ausgiebig genutzt wurden. Außerdem seien mehr als 20. 000 Mehrwegwasserflaschen ausgeteilt worden. Das habe geholfen, einen Müllberg von einem Umfang von etwa einer halben Million Einwegflaschen zu vermeiden.

Großer Zulauf

Rund 22. 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zählte die zweiwöchige Konferenz, mehr als 4.500 Helferinnen und Helfer, 11.000 Delegierte, 1.200 Journalisten, sowie 9.500 Observer, doppelt soviel Beobachter wie bei Klimakonferenzen üblich. Hendricks betonte, das Konzept "Eine Konferenz, zwei Zonen" habe sich bewährt. Die "Bonn-Zone" habe sich zu einer echten Klima-Messe entwickelt. Allein im Deutschen Pavillon habe es 100 Veranstaltungen gegeben und 25.000 Tassen klimafreundlicher Kaffee aus Costa Rica seien ausgeschenkt worden.

Gute Verhandlungen

Die Ministerin berichtete, es habe viel Lob von den Delegierten für die guten Verhandlungsbedingungen in der Bula-Zone gegeben. Noch wichtiger für den Erfolg sei jedoch eine gute Verhandlungsführung. "Wir hatten mit Fidschi die engagierteste und glaubwürdigste Präsidentschaft, die man sich wünschen kann", so Hendricks. Die USA hätten sich weitestgehend konstruktiv neutral verhalten, die befürchtete Blocklade habe es nicht gegeben. Die Ministerin zog nur eine vorläufige Bilanz, da die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen waren und es insbesondere im Bereich Klimafinanzierung noch strittige Punkte gebe. Bei der Konferenz in Bonn sei es nicht um ein neues Abkommen, sondern um einen wichtigen Zwischenschritt bei der Umsetzung von Paris gegangen. Das gelte besonders für das Regelbuch oder den Anpassungsfonds.

Fidschi und Polen gemeinsam für den Talanoa-Dialog

Die Ministerin hob den Talanoa-Dialog hervor. Die Präsidentschaft habe dazu am Donnerstagabend einen guten Vorschlag vorgelegt. "Wir wissen, dass unsere aktuellen Klimaziele momentan in der Summe noch nicht ausreichen, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, das war von Anfang an klar, darum wurde schon in Paris beschlossen, mit der Zeit ehrgeiziger zu werden. Dieser Prozess ist der Talanoa Dialog, er funktioniert nach drei Leitfragen: Wo stehen wir? Wo wollen wir hin und wie schaffen wir das?", erklärte Hendricks.

Der Dialog solle nun eingerichtet werden, unter Leitung von Fidschi und Polen das ganze Jahr über dauern mit einer kleineren Anzahl von Verhandlern bis zur nächsten Konferenz in Kattowitz. Input werde es vom Weltklimarat geben, der beschreiben werde, was nötig ist, um die Erderwärmung auf 1.5 Grad zu begrenzen. In Polen soll der Prozess auf politischer Ebene vollendet werden. Ziel ist ein Bericht, den Fidschi und Polen gemeinsam erstellen werden und der die Staatengemeinschaft motivieren soll, sich ehrgeizigere Ziele zu setzen, um die globale Klimaschutzlücke zu schließen.

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