Wer hilft bei Mobbing?

Beratung und Hilfe Wer hilft bei Mobbing?

Mobbing hat viele Gesichter - insbesondere unter Kinder und Jugendlichen. Mobbing Opfer leiden oft unter langfristigen Folgen der Ausgrenzung. Beratung und Hilfe ist deshalb unabdingbar, aber an wen können sich Betroffene oder Angehörige wenden? Die Bundesregierung unterstützt Initiativen und Beratungsangebote, die Hilfe leisten.

Ein 14-jähriges Mädchen wird wegen seiner leicht pummeligen Figur schikaniert. Für einen 16-Jährigen ist der Gang zur Schule ein täglicher Spießrutenlauf, weil er sich weigert, mit den Jungs seiner Klasse auf Partys zu gehen. Und eine 17-Jährige leidet darunter, dass ihr Mitschülerinnen über Social Media-Kanäle Affären andichten. Typische Fälle von Ausgrenzung.

Professionelle Hilfsangebote nutzen

Ob online oder offline - Mobbing kann Kinder und Jugendliche psychisch extrem überfordern. Häufig bleiben Langzeitfolgen: die Betroffenen sind auf Dauer verängstigt und verschlossen. Nicht nur in solchen Fällen ist es wichtig, sich professionelle Hilfe suchen zu können. Das gilt für alle, die Opfer von Mobbing geworden sind. Aber auch für Eltern, weitere Angehörige oder Lehrkräfte.

Die "Nummer gegen Kummer"

Ein kostenloses telefonisches Hilfsangebot ist die "Nummer gegen Kummer". Angesprochen werden Kinder, Jugendliche und Eltern, auch bei Problemen mit Mobbing in den sozialen Netzwerken. Die Anonymität der Telefonberatung macht es häufig erst möglich, dass sich jemand an die Beratungsstelle wendet. Bei Bedarf öffnen die Experten den Weg zu weiteren konkreten Hilfsangeboten.

"Nummer gegen Kummer":
Kinder- und Jugendtelefon: 116111 (montags bis samstags von 14-20 Uhr), Elterntelefon: 0800/111 0 550 (montags bis freitags von 9-11 Uhr, dienstags und donnerstags zusätzlich von 17-19 Uhr). www.nummergegenkummer.de

Jugendliche helfen sich gegenseitig

Eine Online-Hilfe per Chat bietet die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung an. Möglich sind auch Gruppen-Chats, bei denen sich Kinder und Jugendliche mit Gleichaltrigen über ihre Sorgen austauschen können. Auch Eltern können sich auf diesem Wege Rat einholen. In vielen Fällen sind auch Einzelchats mit den Experten der Erziehungsberatung möglich.

Beim Beratungsprojekt "Juuuport" helfen sich Jugendliche gegenseitig, insbesondere in Fällen von Cybermobbing. Die ehrenamtlichen "Juuuport-Scouts" zwischen 15 und 21 Jahren wurden von Experten aus den Bereichen Internet, Recht und Psychologie ausgebildet.

Antidiskriminierungsstelle des Bundes hilft weiter

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes bietet Hilfe an, wenn Jugendliche wegen ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität ausgegrenzt oder gemobbt werden. Unterstützung erhalten auch Lehrerinnen und Lehrer, die den Jugendlichen helfen wollen, sich zur Wehr zu setzen.

"Respekt Coaches" an Schulen

Darüber hinaus hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey das Programm "Respekt Coaches/Anti-Mobbing-Profis" ins Leben gerufen. An vielen Schulen sind bundesweit mehr als 200 speziell ausgebildete Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im Einsatz. Ziel ist es, Hass und Gewalt gegen Andersgläubige einzudämmen, gegen religiöses Mobbing vorzugehen und Toleranz und Demokratieverständnis zu fördern.