Gesündere Ernährung

Weniger Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten

Fertigprodukte sollen ab 2019 weniger Zucker, Fette und Salz enthalten. Bundesernährungsministerin Klöckner hat gemeinsam mit Verbänden der Lebensmittelwirtschaft dazu eine Grundsatzvereinbarung geschlossen. Sie ist Teil der geplanten Reduktions-Strategie der Bundesregierung.

Bis Ende 2018 sollen Details der Grundsatzvereinbarung zur Reduzierung von Zucker, Fetten und Salz in Fertiglebensmitteln erarbeitet werden. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner würdigte die Vereinbarung: Mein Ziel ist es, die Häufigkeit von krankmachendem Übergewicht und ernährungsmitbedingten Krankheiten in Deutschland zu senken.

Die Umsetzung der Vereinbarung wird durch ein Monitoring und ein übergeordnetes Beratungsgremium aus Wissenschaftlern, Verbraucherorganisationen, Krankenkassen und Fachgesellschaften aus dem Gesundheitsbereich begleitet. Im Herbst 2019 wollen die Beteiligten einen ersten Fortschrittsbericht vorlegen. Bis 2025 will man die in den Prozess- und Zielvereinbarungen festgelegten Zielmarken erreichen.

43 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer und 15 Prozent der Kinder sind in Deutschland übergewichtig. Zu viel Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz erhöhen das Risiko für Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) sowie ernährungsmitbedingte chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-II-Diabetes.

Schwerpunkte der Vereinbarung

Für die Konzeption der Reduktionsstrategie wurden acht Arbeitspakete mit unterschiedlichen Schwerpunkten geschnürt. Darunter fallen speziell an Kinder gerichtete Lebensmittel, die Zuckerreduktion in zuckergesüßten Erfrischungsgetränken und technologische Möglichkeiten und Innovationen. Neben der Minderung von Zucker und Co. ist auch eine Verkleinerung von XXL-Portionsgrößen denkbar.

Ernährung von Kindern im Fokus

Auf Lebensmittel, die für Kinder und Jugendliche gedacht sind, liegt besonderes Augenmerk. Denn Übergewicht im Kinder- und Jugendalter kann zu ernährungsmitbedingten Krankheiten im Erwachsenenalter führen.

Bei der Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern will die Bundesernährungsministerin bis Ende 2019 die Diätverordnung ändern. Dabei geht es um ein Verbot von zugesetztem Zucker und süßenden Zutaten in Säuglingstees, Kindertees und Kindermilch. Derzeit steht auch eine EU-Regelung zu Getreidebeikost wie Kinderkeksen und -zwieback an. Hier fordert Klöckner einen ähnlichen Ansatz wie auf nationaler Ebene.

Wichtiger Meilenstein zur Reduktionsstrategie

Die Vereinbarung, die die Ministerin mit der Ernährungswirtschaft geschlossen hat, ist ein wichtiger Zwischenschritt hin zu einer Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie, wie sie im Koalitionsvertrag vereinbart ist. Das Bundeslandwirtschaftsministerium ist hierzu im Gespräch mit allen Beteiligten - mit Wirtschafts- und Verbraucherverbänden, dem Lebensmittelhandwerk und Krankenkassen bis hin zur Wissenschaft. Denn es geht auch um neue, innovative Produkte.

Selbstverpflichtungen wirken

In den vergangenen Jahren hat die Lebensmittelwirtschaft bereits Initiativen und Aktivitäten für eine gesündere Ernährung ins Leben gerufen. Ein solches Beispiel ist die erhebliche Minderung von Transfettsäuren in Lebensmitteln. Diese Reduktion konnte das Bundeslandwirtschaftsministerium über eine freiwillige Vereinbarung mit der Lebensmittelwirtschaft erreichen.

Transfettsäuren entstehen sowohl durch natürliche wie auch durch technologische Prozesse. So gelangen sie in zahlreiche Lebensmittel, zum Beispiel in Milch oder teilgehärtete Fette, und auch in die damit hergestellten Produkte.

Einen gesunden Lebensstil unterstützen

Die Bundesregierung verfolgt in der Ernährungspolitik einen ganzheitlichen Ansatz: Es geht darum, einen gesundheitsfördernden Lebensstil zu etablieren. Der Schlüssel dazu liegt unter anderem in der Verbesserung der Ernährungskompetenz in allen Lebensphasen. Deshalb hat sie beispielsweise die Initiative IN FORM ins Leben gerufen: IN FORM fördert Projekte für ein gesundes Leben und informiert über gesunde Ernährung und mehr Bewegung.

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