Studie zum Umweltbewusstsein

Weniger Autos – besseres Leben

91 Prozent der Deutschen sind überzeugt, dass das Leben besser werde, wenn der Einzelne nicht mehr auf ein Auto angewiesen ist. Das zeigt eine Studie des Bundesumweltministeriums. "Die Menschen sind bereit, auf das Auto zu verzichten, aber sie brauchen gute Alternativen", so Bundesministerin Hendricks.

Auf einer Straße stauen sich in München Autos im Berufsverkehr.

Viele Menschen sind bereit, auf ein eigenes Auto zu verzichten.

Foto: picture-alliance/dpa/Hase

Weniger Autos, ein leistungsfähiger und günstiger öffentlicher Nahverkehr, gute und sichere Fahrradwege – all das wünschen sich viele Menschen, weil es ihre Lebensqualität verbessert und die Umwelt schützt. Das hat die Umweltbewusstseinsstudie, eine repräsentativen Umfrage des Bundesumweltministeriums (BMUB) und des Umweltbundesamtes (UBA), ergeben.

"Das ist eine starke und wichtige Botschaft sowohl für die Umweltpolitik als auch für die Stadtentwicklungspolitik. Sie wird uns Rückenwind geben in unserem Einsatz für die Stadt der kurzen Wege, für neue Radwege und nachhaltige Mobilität", betonte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks bei der Vorstellung der Studie.

Studie zum Umweltbewusstsein der deutschen Bevölkerung
Seit 20 Jahren werden alle zwei Jahre Bürgerinnen und Bürger in einer repräsentativen Umfrage nach ihrer Einschätzung der Umweltqualität sowie zu aktuellen Themen der Umweltpolitik befragt. Seit 2014 wird die Altersgruppe zwischen 14 und 17 Jahren in die Erhebung mit einbezogen. Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse darüber, wie sich Umweltbewusstsein und Umweltverhalten der Bevölkerung in Deutschland entwickeln. Die Erkenntnisse sollen auch in die aktuelle Politik mit einfließen.

Umweltfreundliche Alternativen zum Auto

Das Auto ist laut Studie zwar nach wie vor das wichtigste Verkehrsmittel in Deutschland – 70 Prozent der Befragten nutzen es mehrmals in der Woche. Allerdings kann sich die große Mehrheit der Autofahrer vorstellen, unter bestimmten Bedingungen mehr zu Fuß zu gehen oder mit dem Rad zu fahren. Je nach Größe des Wohnorts können sich zudem zwischen 46 und 61 Prozent der Autofahrer vorstellen, auf Busse und Bahnen umzusteigen.

Lebensgrundlagen in Gefahr

Die Bevölkerung nimmt die langfristige Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen sehr ernst. So empfinden über 90 Prozent der Befragten Plastikmüll in den Weltmeeren oder die Abholzung von Wäldern als bedrohlich. Auch den Klimawandel und den Verlust an Biodiversität erkennen die Bürgerinnen und Bürger mit großer Mehrheit (zu jeweils 89 Prozent) als bedrohliche Risiken an.

Eine große Mehrheit nimmt auch unmittelbare Gefahren für die Gesundheit wahr, zum Beispiel die Schadstoffbelastung in Böden, Gewässern und Luft sowie Schadstoffe in Lebensmitteln.

Sehen die Deutschen sich selbst in der Verantwortung?

Eine überwältigende Mehrheit der Befragten (97 Prozent) stimmen dieser Aussage voll oder eher zu: Jeder und jede einzelne von uns muss im eigenen Umfeld Verantwortung dafür übernehmen, dass wir für die nachfolgende Generation eine lebenswerte Umwelt erhalten.

81 Prozent glauben, dass wir unsere Umweltprobleme nur dadurch lösen, dass wir unsere Wirtschafts- und Lebensweise grundlegend umgestalten. Und immerhin 76 Prozent sind der Auffassung, dass wir alle bereit sein müssen, unseren Lebensstandard einzuschränken, um unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten.

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