Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst

weltwärts und zurück

Sie sind jung, wissbegierig und mutig. Sie reisen für ein Jahr nach Asien, Afrika oder Lateinamerika. Jugendliche im Alter von 18 bis 28, die beim Freiwilligendienst "weltwärts" mitmachen – gefördert vom Entwicklungsministerium. Seit 2008 sind bereits rund 34.000 Freiwillige ins Ausland gegangen - und über sich hinausgewachsen.

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Den Freiwilligendienst "weltwärts" hat das Bundesentwicklungsministerium 2008 ins Leben gerufen.

Foto: istock/Getty Images/franckreporter

"Sie kommen selbstbewusster und gestärkter zurück. Für viele ist es das erste Mal, dass sie weit weg von zu Hause alleine leben, auf sich gestellt. Das prägt ein Leben lang." Das weiß Korbinian Schütze, der selbst 2010 ein Jahr lang im westafrikanischen Benin gelebt hat. Oft ändere sich auch die ursprüngliche Studienwahl. Wer Jura studieren wollte, geht danach in die Entwicklungszusammenarbeit oder den diplomatischen Dienst. "Die Rückkehrer suchen Berufe, die ihnen einen anderen Sinn geben", sagt Korbinian.

"weltwärts" ist ein Lerndienst

Die Leidenschaft für das Freiwilligenprogramm hat den 26-jährigen nie losgelassen – heute bereitet er andere Freiwillige auf ihre Aufenthalte vor. In seinen Seminaren geht es auch darum Vorurteile abzubauen. "Afrikaner sind nicht alle arm, krank und hungernd." Gegen diese Klischees geht Korbinian an. "weltwärts" versteht sich als Lerndienst – auf beiden Seiten: "Die Jugendlichen sollen lernen, sich zurückzunehmen. Wertfrei zu beobachten, was ihr neues Leben zu bieten hat. Wer offen ist, kann ganz viel zurückbekommen."

Spannende Projekte und Einsatzorte

Die Projekte von "weltwärts" sind so vielfältig wie die Menschen, die sie betreuen. Die Freiwilligen unterstützen an Berufsschulen benachteiligte Jugendliche, erheben Forschungsdaten für den Meeresschutz, fördern in Townships durch Sportprojekte Zusammenhalt und persönliche Stärke oder packen in Kliniken mit an. So hat die 19-jährige Sophia junge Afrikaner in Uganda ein Jahr auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleitet.

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Weltwärts und zurück

Sophia hat vor allem der interkulturelle Austausch in Uganda bereichert. Korbinian hat besonders genossen, wie die Lebenseinstellung der Beniner auf ihn übergeschwappt ist.

"Ich habe eine sehr viel gelassenere Einstellung zum Leben mitgenommen", schwärmt er. Korbinian würde allen Jugendlichen nach dem Abitur einen Freiwilligendienst empfehlen. "Ich glaube an das Lernen durch Selbsterfahrung. Die Gabe der wertfreien Beobachtung zu entwickeln, das braucht Zeit."

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