Vegane Leckerei von heimischen Äckern

Lupineneis Vegane Leckerei von heimischen Äckern

Eisliebhaber finden in den Kühltruhen der Supermärkte immer öfter eine besondere Nascherei: Lupineneis. Statt Milcheiweiß enthält es Proteine der Süßlupine. Fraunhofer-Forscher haben das Lebensmittel entwickelt. Das Bundesforschungsministerium hat sie dabei unterstützt.

Lupinen im Schwarzwald

Die Proteine einer Züchtung der Blauen Süßlupine eignen sich als pflanzliche Alternative zu Milcheiweiß.

Foto: Karl-Heinz Raach/laif

Das Eiweiß für das Speiseeis stammt aus den Samen der Blauen Süßlupine. Die robusten Pflanzen mit den weiß-blauen Blüten gedeihen besonders auf norddeutschen Äckern gut. Sie gelten daher auch als das "Soja des Nordens".

Als Stickstoffsammler düngen die Gewächse den Boden. Lange stand die Lupine bei der Lebensmittelindustrie jedoch nicht besonders hoch im Kurs. Die proteinreichen Samen schmeckten meist zu bitter und zu stark nach Bohne.

Raffinierte Technik entfernt störende Aromen

Inzwischen hat sich das geändert: Eine Züchtung der Blauen Süßlupine – ohne gentechnische Manipulation – enthält weniger Bitterstoffe als andere Sorten. Zudem haben Forscher vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) in Freising und der Ausgründung Prolupin in Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern eine raffinierte Technik entwickelt. Damit lassen sich die störenden Aromen schonend entfernen.

Die so gewonnenen Lupinen-Proteine schmecken und riechen neutral und lassen sich gut weiter zu Lebensmitteln verarbeiten. Das Bundesforschungsministerium hat die Fraunhofer-Forscher bei der Entwicklung unterstützt.

Milch- und Wurstersatzprodukte

Das Lupinen-Protein eignet sich als pflanzliche Alternative zu Milcheiweiß und damit als Grundlage für eine große Vielfalt an Lebensmitteln, etwa Fleisch- und Milchersatzprodukte. In der Lupinen-Technologie steckt somit viel innovatives Potenzial. Dafür hat Bundespräsident Joachim Gauck die Entwickler mit dem Deutschen Zukunftspreis 2014 ausgezeichnet.

Das seit 2011 vermarktete Eis und auch weitere Produkte aus Lupinen-Protein sind mittlerweile so beliebt, dass die Firma Prolupin sie seit wenigen Monaten unter dem neuen Label "Made with Luve" vermarktet. Dabei steht "Luve" für "Lupine" und "Vegan".

"Das Lupineneis gibt es mit einer völlig neuen Rezeptur – in den klassischen Geschmacksrichtungen Vanille, Schokolade und Erdbeer", sagt Marc Zillmann, bei Prolupin für die Produktentwicklung zuständig. Die vegane Nascherei finden Liebhaber bundesweit in den Kühlregalen einer großen Supermarktkette und bei weiteren Einzelhändlern.

Laktosefrei und gesund

Mit dem veganen und laktosefreien Eis liegen die Hersteller im Trend. Studien deuten zudem auf einen gesundmachenden Effekt hin: Die Lupinen-Proteine helfen offenbar, den Cholesterinspiegel zu senken.

Mit der Alternative zum importierten Soja lässt sich viel CO2 sparen. Lupineneis ist also nicht nur eine innovative, sondern auch eine nachhaltige Leckerei.

Das Lupineneis ist ein anschauliches Beispiel für Bioökonomie. Hierzu werden alle Wirtschaftsbereiche gezählt, die nachwachsende Ressourcen – wie Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen – erzeugen, verarbeiten und nutzen. Mit Forschung und Innovationen will die Bundesregierung die Weichen dafür stellen, solche biologische Ressourcen vielfältiger, effizienter und nachhaltiger als bisher zu nutzen.

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