Bericht im Kabinett

Unbegleitete Minderjährige meist gut versorgt

Die rund 60.000 unbegleiteten Minderjährigen und jungen Erwachsenen in Deutschland werden überwiegend gut versorgt. Das zeigt ein Bericht, den das Kabinett verabschiedet hat. Notwendige Weichen für eine gelingende Integration können so früh gestellt werden.

Drei minderjährigen Flüchtlinge aus Somalia befinden sich in einem Zimmer.

Der Bericht zeigt: Die Kinder und Jugendlichen werden überwiegend gut durch die jeweiligen Jugendämter versorgt.

Foto: picture alliance / dpa

Unter den vielen Flüchtlingen in Deutschland sind zahlreiche Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Familien aus ihren Herkunftsländern gekommen sind. Sie haben, wie alle Kinder hierzulande, ein Recht darauf, dem Kindeswohl entsprechend untergebracht, versorgt und betreut zu werden.

Die Bedürfnisse der unbegleiteten Minderjährigen sind vor allem eine geeignete Unterbringung, Sprachförderung, medizinische Versorgung und Zugang zu Bildung. Wichtig ist auch die Möglichkeit, sich an Freizeitaktivitäten zu beteiligen. Ebenso sollen die Kinder und Jugendlichen die Gelegenheit haben, den Kontakt zur Heimat aufrecht zu erhalten. Ein Bericht, den die Bundesregierung jetzt verabschiedet hat, zeigt, dass das gut gelingt.

Bundesweite Aufnahme funktioniert gut

Mit dem "Gesetz zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung ausländischer Kinder und Jugendlicher" hat die Bundesregierung eine bundesweite Aufnahme von unbegleiteten Minderjährigen beschlossen. Die Belastungen der einzelnen Kommunen wurden dadurch gerechter verteilt. Das Gesetz gilt seit November 2015.

Das Verfahren zur Umsetzung der bundesweiten Aufnahme funktioniert im Wesentlichen gut. Die Kinder und Jugendlichen werden überwiegend gut durch die jeweiligen Jugendämter versorgt. So können notwendige Weichen für eine gelingende Integration früh gestellt werden. Der Bund beteiligt sich an den Kosten mit 350 Millionen Euro pro Jahr.

Gut 60.000 in der Obhut der Jugendämter

Anfang März befanden sich nach Angaben des Bundesverwaltungsamtes knapp 42.000 unbegleitete Minderjährige in der Obhut der Jugendämter. Überwiegend handelt es sich um Jugendliche, die kurz vor der Volljährigkeit stehen. Die Zahlen sind seit Monaten rückläufig.

Hinzu kommen knapp 20.000 junge Volljährige, die ebenfalls Hilfen der Kinder- und Jugendhilfe erhalten. Mehr als 90 Prozent der Minderjährigen und jungen Volljährigen sind männlich. Die häufigsten Herkunftsländer sind Afghanistan, Syrien und Irak.

Gesundheitszustand oftmals angegriffen

Die Unterbringung der Minderjährigen erfolgt vor allem in stationären Einrichtungen oder betreuten Wohnformen. Gast- und Pflegefamilien spielen bislang keine große Rolle. Notunterkünfte, wo viele der Kinder und Jugendlichen bis Anfang 2016 wohnten, kommen nicht mehr vor.

Der Gesundheitszustand ist bei der Mehrzahl der Jugendlichen gekennzeichnet durch fluchtbedingte extreme Belastungen und damit zum Teil einhergehenden Beeinträchtigungen der körperlichen Gesundheit. Auch psychische Belastungen kommen öfter vor.

Bei vielen unbegleiteten Minderjährigen sind die Familienverhältnisse (noch) ungeklärt. Bei einem nicht unerheblichen Teil von ihnen handelt es sich um Halbwaisen oder Waisen.

Bestellung eines Vormunds extrem wichtig

Mit entscheidend für die Lebensgestaltung, die Sicherung des Kindeswohls und eine gelingende Integration ist die Bestellung eines Vormunds für die unbegleiteten Minderjährigen. Die Vormundschaften werden in der Regel den Jugendämtern übertragen. Ehrenamtliche Vormünder sind eher die Ausnahme. Ein Vormund begleitet die jungen Flüchtlinge, hilft bei Ämtergängen oder der Wohnungssuche.

Erhebung der Daten: Das Bundesfamilienministerium hat zur Erfüllung des Untersuchungsauftrags amtliche Statistiken, Verwaltungsdaten und den Stand der Forschung zu unbegleiteten Minderjährigen ausgewertet. Im Kern aber basiert der Bericht vor allem auf einer eigenen Erhebung des Ministeriums zu unbegleiteten ausländischen Minderjährigen bei Ländern, Kommunen und Fachverbänden.

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