Aktuelles

Monitoring-Bericht

Schritt für Schritt voran

Die Energiewende geht weiter. Das belegen die Zahlen im neuen Monitoring-Bericht. Der Anteil erneuerbarer Energien nahm zu, die Treibhausgase sind über die Zielmarke hinaus gesunken. Die Stromversorgung in Deutschland ist eine der sichersten weltweit.

Windräder im Sonnenuntergang

Dynamischer Ausbau erneuerbarer Energien wird fortgesetzt.

Foto: BilderBox

Im Monitoring-Bericht legt die Bundesregierung dar, wie weit sie mit der Umsetzung des Energiekonzept von 2010/2011 fortgeschritten ist. Das Konzept bündelt eine Fülle von Zielen, zum Beispiel für die Energieproduktion und den -verbrauch beim Strom, in Gebäuden und im Verkehr. 

Der Bericht macht deutlich: Die Energiewende ist ein wichtiger und notwendiger Schritt für die Energie der Zukunft. Sie sichert wirtschaftlichen Aufschwung, zukunftsfeste Arbeitsplätze, Innovationen und die Modernisierung Deutschlands. 

Wirtschaftliche Gesamtsituation prägt Energiesituation 

Auch 2012 stiegen die Rohstoffpreise weiter an - wie bereits in den Jahren davor. Zu spüren war das beim teilweise kräftigen Preisanstieg bei Heizöl und Kraftstoffen. 

Deutschland ist als rohstoffarme Volkswirtschaft auch in Zukunft auf Importe fossiler Primärenergieträger angewiesen. Sowohl der Ausbau erneuerbarer Energien als auch mehr Energieeffizienz haben jedoch dazu beigetragen, dass fossile Primärenergieträger eingespart werden konnten. Wenn es hier zu weiteren Preissteigerungen kommt, trägt die Nutzung erneuerbarer Energien dazu bei, dass sich Deutschland immer mehr von den internationalen Preis- und Mengenrisiken abkoppeln kann. 

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Rückgang fossiler Brennstoffimporte durch EEG

Foto: BMU, GWS, Fraunhofer ISI

Die Börsen-Strompreise gingen im Jahresdurchschnitt um 12 bis 17 Prozent zurück. Ein wichtiger Grund hierfür war der weitere Anstieg des Stromangebotes durch erneuerbare Energien. Die Endverbraucherpreise für Strom sind jedoch für private Haushalte und für die meisten Gewerbe- und Industriekunden gestiegen. Dazu haben auch höhere staatlich veranlasste Preisbestandteile beigetragen wie die EEG-Umlage. 

Energieverbrauch und Energieeffizienz 

Für die konkreten Ergebnisse im zweiten Monitoring-Bericht wurden vor allem Daten bis zum 31. Dezember 2013 berücksichtigt.  

Zwischen 2008 und 2012 sank der Primärenergieverbrauch um 4,3 Prozent. Im Jahr 2012 lag der Bruttostromverbrauch bei 605,6 TWh und ist damit gegenüber 2011 unverändert. Gegenüber dem Basisjahr 2008 ist er um 1,9 Prozent gesunken. Bereinigt um Temperatur- und Lagerbestandseffekte hat sich der Primärenergieverbrauch 2012 um ein Prozent gegenüber dem Vorjahr verringert. 

Die Endenergieproduktivität (reales BIP pro Endenergieverbrauch) konnte im Zeitraum von 2008 bis 2012 um durchschnittlich 1,1 Prozent pro Jahr gesteigert werden. Das Ziel der Bundesregierung ist aber eine durchschnittliche jährliche Steigerung von 2,1 Prozent bis 2020. Um das zu erreichen, bedarf es weiterer Anstrengungen für mehr Energieeffizienz. 

Erneuerbare Energien

Im Jahr 2012 setzte sich der dynamische Ausbau der erneuerbaren Energien fort. Ihr Anteil am Bruttoendenergieverbrauch stieg 2012 auf 12,4 Prozent. Damit lag Deutschland bezogen auf die im Energiekonzept genannten Ausbauziele der erneuerbaren Energien auch im Jahr 2012 auf Zielkurs. 

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Entwicklung der Anteile EEG an Bruttoenergieverbrauch

Foto: ZSW, AGEE-Stat

Am Bruttostromverbrauch stieg der Anteil der erneuerbaren Energien im Jahr 2012 auf 23,6 Prozent. Damit wurden die erneuerbaren Energien zum zweitgrößten Stromerzeuger in Deutschland nach der Braunkohle. 

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Entwicklung des Anteils EEG am Bruttostromverbrauch

Foto: ZSW, AGEE-Stat

Der Wärmemarkt macht über die Hälfte des Endenergieverbrauchs aus. Auch hier stieg der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmebereitstellung zwischen 2000 und 2012 von 4,0 auf 10,0 Prozent. 

Investitionen in erneuerbare Energien und steigende Energieeffizienz führen zu einer zunehmenden Nachfrage an Arbeitskräften in verschiedenen Wirtschaftszweigen. Nach Schätzungen sind bis zum Jahr 2012 rund 377.800 Arbeitsplätze durch erneuerbare Energien entstanden und rund 436.000 durch Energieeffizienz (Bruttoeffekte). 

Erste Ergebnisse zur Kostenbegrenzung wurden mit zwei Neufassungen des EEG im Jahr 2012 erreicht. Während die Einspeisevergütungssätze vor wenigen Jahren zwischen 32 und 43 Cent/kWh lagen, betrugen sie zuletzt zwischen 9,4 und 13,5 Cent/kWh. Die heute ebenfalls verabschiedete EEG-Novelle soll die durchschnittliche Vergütung weiter senken. 

Kraftwerke und Netze

Die Stromversorgung in Deutschland zählt zu einer der sichersten weltweit. Im Jahr 2012 war die Versorgungssicherheit, das heißt die jederzeitige und ausreichende Energieversorgung von Haushalten und Wirtschaft, gewährleistet. Im Jahr 2012 trugen konventionelle Kraftwerke mit rund 75 Prozent zur Stromerzeugung in Deutschland bei und erneuerbare Energien mit rund 25 Prozent. Der Umbau der Energieversorgung hin zu mehr erneuerbaren Energien wird den traditionellen Energiemix weiter verändern. 

Gebäude

Der Endenergieverbrauch bezogen auf Gebäude betrug 3.305 PJ im Jahr 2012 und hat damit einen Anteil von 36,7 Prozent am gesamten Endenergieverbrauch. Für private Haushalte ergab sich für Raumwärme 2012 ein spezifischer Endenergieverbrauch von rund 146,7 kWh/qm (unter Berücksichtigung der Temperaturbereinigung). Dieser Energieverbrauch für das Heizen liegt rund 25 Prozent niedriger als noch vor zehn Jahren. 

Treibhausgase

Im Rahmen seiner internationalen Verpflichtung durch das Kyoto-Protokoll hat Deutschland bis zum Jahr 2012 eine Minderung von Treibhausgasemissionen um 24,7 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 erreicht. Damit hat Deutschland sein Kyoto-Ziel (21 Prozent) übererfüllt.

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Durch Einsatz von EEG vermiedene Treibhausgasemissionen

Foto: BMU, AGEE-Stat

Der Monitoring-Prozess "Energie der Zukunft" ist ein Instrument, mit dem die Bundesregierung die Entwicklung der Energiewende kontinuierlich und detailliert beobachtet. In diesem Prozess werden die Umsetzung der Maßnahmen des Energiekonzepts und die Fortschritte bei der Zielerreichung regelmäßig überprüft. Der vorliegende zweite Monitoring-Bericht stellt die Fakten und den Umsetzungsstand der bisherigen Maßnahmen dar. Alle drei Jahre – erstmals Ende 2014 - erfolgt in Form des Fortschrittsberichts eine Gesamtschau, bei der der Umsetzungsstand im Gesamtkontext betrachtet wird und gegebenenfalls neue Maßnahmen vorgeschlagen werden.
Der Monitoring-Prozess wird von einer unabhängigen Kommission aus Energieexperten wissenschaftlich begleitet. Ihr gehören an: die Professoren Andreas Löschel, Georg Erdmann, Frithjof Staiß und Dr. Hans-Joachim Ziesing.