Schriftliches Kulturerbe erhalten

Sonderprogramm 2021 Schriftliches Kulturerbe erhalten

Feuchtigkeit, Säurefraß oder Schimmel: Viele historische Handschriften und Bücher in Deutschlands Archiven und Bibliotheken sind akut gefährdet. Um dieses national wertvolle Erbe für künftige Generationen zu bewahren, stellt Kulturstaatsministerin Grütters auch 2021 Mittel für das Sonderprogramm zum Erhalt des schriftlichen Kulturguts in Deutschland bereit.

Schriftliches Kulturerbe erhalten

Bedrohtes Schriftgut erhalten: Theodor Fontanes Manuskripte aus der Sammlung des Berliner Stadtmuseums werden restauriert

Foto: Jörg F. Müller

Die Staatsministerin für Kultur und Medien führt das Sonderprogramm zum Erhalt des schriftlichen Kulturguts in Deutschland auch 2021 fort. Das 2017 aufgelegte Programm kommt Projekten von Bundes-, Landes- und kommunalen Einrichtungen zu Gute.

Der Bund unterstützt deren Vorhaben zum Erhalt des schriftlichen Kulturguts grundsätzlich mit bis zu 50 Prozent. Außerdem finanziert er seit 2011 gemeinsam mit den Ländern die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes (KEK).

Bis zum 31. Januar 2021 können interessierte Einrichtungen Projektmittel zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts bei der KEK beantragen.

Hier Sondermittel beantragen

Ausfüllhinweise finden Sie auf dem KEK-Portal.

Rettung des Kulturerbes ist Gemeinschaftsaufgabe

Die Rettung des schriftlichen Kulturerbes ist jedoch nur mit vereinten Kräften von Bund, Ländern und Kommunen zu bewältigen. Deshalb ist eine Voraussetzung für die Projektförderung mit Bundesmitteln, dass die jeweiligen Bundesländer die Vorhaben ebenfalls mitfinanzieren. Die Reaktionen auf das Sonderprogramm waren auf Landesebene positiv. Einige Länder haben ihre Mittel erhöht.

Projektbeispiele aus dem Sonderprogramm 2020

Durch das Sonderprogramm 2020 werden insgesamt 118 Vorhaben von Einrichtungen auf Ebene des Bundes, der Länder und Kommunen sowie kirchlicher und privater Träger gefördert. Dazu gehört beispielsweise ein Projekt der Arolsen Archives zur Entsäuerung, Restaurierung und Neuverpackung des Bestands "Registrierungen von Ausländern und deutschen Verfolgten", der auf die Tätigkeit öffentlicher Einrichtungen und Firmen in der US-Zone nach dem Zweiten Weltkrieg zurückgeht. An der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek in Kiel konnte der Familienbriefwechsel Theodor Storms (1817–1888) restauriert und neuverpackt werden.

Ausgewählt wurden die Maßnahmen auf der Basis von Empfehlungen des Fachbeirats der KEK.